Donnerstag, 24. Mai 2012

Rezension zu Edgar Rai - Wenn nicht, dann jetzt


Titel: Wenn nicht, dann jetzt
Autor: Edgar Rai
Erscheinungsdatum: 21.05.2012
Buchausgabe: Klappenbroschur
Verlag: rütten & loening
ISBN: 9783352008283
Preis: 16,99 Euro
 

Das Buch „Wenn nicht, dann jetzt“ von Edgar Rai erscheint als Klappenbroschur bei rütten&loening und umfasst 24 Kapitel auf 254 Seiten. Die Kapitel sind nach Schauplätzen nochmals gedrittelt. Das Cover zeigt einen Verkaufswagen an einem Sandstrand mit kleiner Sitzecke davor. Am Verkaufsangebot „gelato“ erkennt der Leser wo ein Teild er Geschichte spielen wird: nach Italien. Abgerundet wird die Darstellung von einem Wölkchenhimmel im oberen Bereich und einem sympathisch lächelnden Autor auf dem Bild auf der Rückseite. Entsprechend dazu verheißt der Klappentext eine „liebevoll chaotische Sommerkomödie“, das Richtige also für lauschige Sommerabende oder als Strandlektüre, aber nicht nur.
Jan Bechstein, Klavierhändler, ist Mitte Vierzig und hält Rückschau auf das bisher Erreichte – und er ist absolut unzufrieden mit sich selbst. Eines wird ihm klar: den größten Fehler seines Lebens hat er gemacht, als er seine (inzwischen Ex-) Frau Sergija und seine Tochter Mia vor 15 Jahren verlassen hat. Seine Ex-Frau möchte erneut heiraten. Es stellt sich die Frage, warum die Liebe zu Sergija neu bei ihm entflammt und er sie daher nun unbedingt zurück gewinnen will, denn eigentlich hat er seit acht Monaten eine feste Freundin. Mit seiner Tochter Mia fährt er immerhin in Erfüllung seiner Vaterpflicht jedes Jahr für zwei Wochen in Urlaub, immer an den gleichen Ort. Doch die inzwischen 16-jährige Mia steckt selbst im Gefühlstrubel und mag nunmehr selbst ihr Leben in die Hand nehmen, wozu gehört, dass sie nicht mehr mit Jan den Standardurlaub machen möchte. Diese Umstände bildet den Ausgangspunkt für die Story.

Edgar Rai ist ein guter Beobachter und weiß mit kleinen Details Situationen liebevoll auszugestalten. Sicher sind einige Erzählzutaten übertrieben dargestellt, wie z.B. die Notlandung, jedoch hat dies für den Hergang der Erzählung keine grundlegende Bedeutung, so dass es nicht kitschig sondern fantasiereich wirkt. Zunächst sieht es aus, als ob der Charakter Jan in seiner Beziehung zu Frauen ein Schuft ist, doch dadurch, dass der Leser auch die Gedanken Jans mitunter teilen darf, gewinnt nicht nur die Geschichte an Tiefgang sondern auch Jan an Sympathiepunkten bis man ihn sogar vor den Frauen in Schutz nehmen möchte. Eine humorvolle, locker erzählte Geschichte, die an keiner Stelle langweilig ist und daher schnell zu lesen und unterhaltend.

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