Donnerstag, 17. Mai 2012

Rezension zu Ella Kingsley - Dancing Queen

Wieder ein Buch, das ich bei vorablesen.de gewonnen habe. Danke schön an den Ullsteinverlag.

Titel: Dancing Queen
Autorin: Ella Kingsley
Erscheiungsdatum: 16.04.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 9783548283739
Preis: 9,99 Euro

Das Taschenbuch „Dancing Queen“ von Ella Kingsley (das Pseudonym einer englischen Autorin) umfasst 382 ausgewiesene Seiten. Äußerlich springt das maigrüne Cover mit rosa gedrucktem Autorenname und weißgeschriebenem Titel ins Auge. Hinzu kommt auf der Vorderseite ein Hamster mit rosa Herz und Brille. Sehr niedlich und auffällig sind die auf dem unteren Schnitt aufgedruckten Herzen und die Wiedergabe des mittleren Teils des Hamsters auf dem Seitenschnitt. So wird das Buch schnell von einem potentiellen Käufer des Genres Frauen-/Liebesroman gefunden. Jedoch bemängele ich, dass im Buch kein Hamster vorkommt, sondern dass ein Meerschweinchen eine Rolle einnimmt. Zum Glück wurde das Foto des Hamsters digital bearbeitet und man hat dem Hamster nicht tatsächlich die rosa Brille aufgesetzt.

Den Titel halte ich für nicht besonders passend, da das Hauptthema die 80’er sind, aber der Titel „Dancing Queen“ aus dem Jahr 1976 stammt. Auch getanzt wird in der Geschichte nicht. Wenn überhaupt kann man einen Bezug als Karaokesong sehen, so wie jedes der 31 Kapitel mit einem derartigen Song in englischer Sprache übertitelt ist. Der jeweilige Titel des Kapitels verweist in die Richtung der jeweils folgenden Handlung. Die kurze Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite des Buchs in weißer Schrift gibt treffend wieder, worum es sich in der Geschichte handelt.
Maddie Mulhern ist Anfang bis Mitte 20, studiert Medien und arbeitet nebenher bei der Synchronsprecher-Agentur Simply Voices. Ihr Wunsch ist es einmal das Management eines Künstlers zu übernehmen. Ihre Eltern sind DAS Pop-Duo der 80er Jahre, genannt „Pineapple Mist“ und betreiben seit einigen Jahren eine Karaokebar. Maddie glaubt, dass Sie selbst nicht singen kann und sieht Ihre Karrierechancen nicht auf der Bühne. Als Ihre Eltern das Angebot erhalten wieder auf Tour zu gehen, bitten Sie Maddie spontan an, die Leitung der heruntergewirtschafteten Bar zu übernehmen. Natürlich ist Maddie davon nicht begeistert, willigt aber schließlich ein. Gemeinsam mit den Angestellten der Bar ist sich Maddie einig, dass einige Neuerungen anstehen um wieder mehr Gäste zu gewinnen. Leider steht nicht genug Geld zur Verfügung. Durch eine der Angestellten auf eine Zeitungsanzeige aufmerksam gemacht, in der nach „der nächsten großen Reality-TV-Sensation“ in England gesucht wird, bewirbt Maddie sich bei der Produktionsfirma und erhält eine Zusage. Um nicht zu viel zu verraten, sei nur gesagt, dass die Dreharbeiten zügig aufgenommen werden. Zu Maddies Entsetzen wird jedoch nicht nur das gedreht, was Maddie sich so vorgestellt hat… Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz: obwohl Maddie Freund sich gleich zu Beginn der Geschichte von ihr trennt, stößt sie im wahrsten Sinne des Wortes nach Abschluss des Vertrags mit dem TV-Unternehmen beim Rausgehen auf einen hervorragend aussehenden Mann. Aber dies bleibt nicht die einzige Liebesgeschichte im Roman.

Die Übersetzung ins Deutsche ist leider nicht an allen Stellen gelungen. Allen nicht englischsprachigen Lesern bleibt der Wortwitz an einigen Stelle leider verborgen. Bei den Übersetzungen der Medien wird mal ein deutsches Pendant genommen, mal nicht (S. 61 „Das Dschungelcamp“, „Dancing with the stars“ – hier hätte man das Deutsche „Let’s dance“ nehmen können). Auch beim Fantasienamen des Pop-Duos, das Maddies Eltern verkörpern, bin ich mir nicht klar darüber, ob „Mist“ die deutsche Übersetzung sein soll oder der englische Begriff beibehalten wurde.

Die Charaktere inklusive der Hauptperson werden gut beschrieben und sind mit ihren jeweiligen Macken liebenswert (zu mindestens die „Netten“), obwohl sie nicht immer durchgehend auf Maddies Seite zu stehen scheinen. Die Chance im TV zu erscheinen und sich dort zu präsentieren hat für viele Menschen etwas Reizvolles, so auch für die angestellten der Karaokebar und Maddies Bekannte. Natürlich gibt es auch den weniger netten Charakter in Form des skrupellosen TV-Managers Evan Bergman. Maddie handelt an manchen Stellen übertrieben naiv z.B. wenn sie sich die Frage stellt, wer denn nun der ‚Regisseur ist. Sinn der Sache ist selbstverständlich, dass dies zu einer witzigen Szene für den Leser führt. Obwohl Maddie durch einen bisherigen Stammkunden darauf hingewiesen wird, dass bei TV-Drehs nicht alle Dinge so erfasst werden wie sie tatsächlich sind. Eine lustige, nachfolgende Situation hätte ich mir (schon seit der Leseprobe) daraus erwartet, dass Maddie sowohl ihrem Ex-Freund wie dem Mann, in den sie sich verliebt hat, ihren richtigen, vollständigen Namen gesagt hat. Leider ergab sich daraus nichts weiter, aber als Leser durfte ich ihn wenigstens erfahren.

Insgesamt gesehen, ist Dancing Queen eine unterhaltsame Geschichte mit Hoch und Tiefs für die Protagonistin zu einem noch nicht abgenutzten Thema für einen Liebesroman und einem Happy End.

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