Samstag, 30. Juni 2012

Rezension zu C. C. Hunter - Shadow Falls Camp 01

Ein etwas anderes Sommercamp

Inhalt



Die 16-jährige Kylie wird von ihrer Mutter für ein Sommercamp angemeldet. Schon bald muss Kylie feststellen, dass im Camp keine kriminellen Jugendlichen untergebracht sind, sondern Hexen, Feen, Werwölfe und andere Jugendliche mit besonderen Fähigkeiten. Auch Kylie soll kein normaler Mensch sein und lernen, mit ihrer Fähigkeit umzugehen – doch was ist sie? Mit Hilfe ihrer neuen Freunde muss sie lernen, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Doch die Zukunft des Camps steht auf dem Spiel…

Donnerstag, 28. Juni 2012

Rezension zu Sabine Martin: Die Henkerin

Eine Kaufmannstochter im Gewand des Henkers 


   

Inhalt


Melisande Wilhelmis ist die Tochter einer reichen Kaufmannsfamilie. Aufgrund einer Fehde mit dem Grafen Ottmar de Bruce wird ihr gesamte Familie in einem Hinterhalt von seinen Männern ermordet, nur Melisande kann entkommen. Da de Bruce nach ihr sucht, muss sie sich verstecken – und erhält dabei Hilfe von Raimund Magnus, dem Henker der Stadt Esslingen. Dieser gibt sie als seinen stummen Neffen aus und lehrt sie sein Handwerk. Doch Melisande gibt den Gedanken an Rache nicht auf…

Dienstag, 26. Juni 2012

Rezension zu Monika Peetz - Sieben Tage ohne



Titel: Sieben Tage ohne
Autorin: Monika Peetz
Erscheinungsdatum: 14.05.2012
Buchausgabe: Taschenbuch:
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 9783462044102
Preis: 9,99 Euro






Das Buch „Sieben Tag ohne“der Autorin Monika Peetz ist als Taschenbuch im Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) erschienen und umfasst 331 Seiten mit 72 Kapiteln. Es ist die Fortsetzung des Buchs „Die Dienstagsfrauen“. Das Cover ist schlicht, ohne Glanz oder erhabene Buchstaben. Dennoch ist es auffallend mit den kräftigen, unterschiedlichen Farben der fünf dargestellten Fruchtsäfte auf blassem Hintergrund.
Die Autorin Monika Peetz versteht es in das Umfeld der fünf Protagonistinnen so einzuführen, dass man für einen problemlosen Einstieg den ersten Band nicht gelesen haben muss. Längst hat der Alltag die fünf Frauen nach ihrer Pilgerreise nach Lourdes wieder eingeholt. Das Treffen am ersten Dienstag im Monat im französischen Restaurant haben sie natürlich, wie seit 16 Jahren, beibehalten. Und dann kommt der Abend, an dem Judith am reservierten Tisch sitzt und keine der Freundinnen Zeit hat, das Treffen einzuhalten. Eva hat sich schon immer gewünscht endlich zu erfahren, wer ihr Vater ist. Nun nutzt sie den Krankenhausaufenthalt ihrer Mutter um unbeobachtet in deren Haus, dass bereits den Großeltern gehört hat, nach Papieren zu stöbern. Sie findet einen Umschlag mit drei Fotos und einer Karte. Der Fund verweist auf Burg Achenkirch, wo ihre Mutter ihre Ausbildung begonnen hat bevor sie dann schwanger wurde. Da kommt Eva die Idee: sie will ihre Freundinnen zum jährlichen gemeinsamen Urlaub an genau diesen Ort bringen. Dort gibt es die Möglichkeit zum Heilfasten, das wäre doch für alle etwas und sie könnte ganz nebenbei und unbemerkt ihren Vater finden …
Im Folgenden werden nun die Erlebnisse der Fastenwoche beschrieben. Neben Eva hat auch jede der anderen Frauen ihre kleineren oder größeren Probleme und Geheimnisse. Schön beschrieben ist die gegenseitige Unterstützung, welche die Freundinnen sich geben. Man erlebt Gespräche in den verschiedensten Kombinationen der Frauen. Das Buch ist in heiterem Ton geschrieben und leicht lesbar. Es empfiehlt sich als locker-leichte Sommerlektüre ohne großen Tiefgang für Frauen.

Montag, 25. Juni 2012

Rezension zu Andrea Tillmanns: Tod im Wasser


Ein Toter im Geldbrunnen Aachens

 



Inhalt


Silka Ehrenpreis arbeitet als Privatdetektivin in Aachen und sucht vor allem entlaufene Hunde, Katzen und Vögel. Als sie jedoch einen Toten im Geldbrunnen Aachens findet, glaubt sie an einen Mord und sucht auf eigene Faust nach Indizien, um die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Hilfe erhält sie dabei nicht nur vom Hauptkommissar, sondern auch von der Nachbarin und einer ehemaligen Klientin.

Meinung


Das Cover zeigt einen Ausschnitt des Geldbrunnens. Da sich der ganze Roman um den Toten in ebendiesem Brunnen dreht, ist das Motiv gut gewählt. Auch macht es Kenner des Geldbrunnens darauf aufmerksam, dass es sich um einen Lokalkrimi handelt.

Das Buch unterteilt sich bei 190 Seiten in 13 Kapitel, welche die einzelnen Ermittlungsschritte Silkas beschreiben. Nach jedem Kapitel folgte meist ein Zeitsprung mit Szenenwechsel, wodurch der Leser den Überblick über Silkas Vorgehen gut im Auge behalten konnte. Durch den flüssigen Schreibstil ließ sich das Buch schnell lesen. Der Fokus ist dabei vor allem auf die Ermittlungsarbeit gelegt, das Tempo eher ruhig, ohne aber an Spannung einzubüßen.

Die Beschreibung Aachens war sehr anschaulich. Ich selbst wohne in der Innenstadt, in der auch der Großteil des Buches spielt, und konnte Silkas Wege durch die Stadt gut nachvollziehen. Ortsunkundige mögen ihren Weg durch einzelne Straßen vielleicht nicht nachvollziehen können, durch die Beschreibung der Orte und Geschäfte, die Silka besucht, können aber auch sie eine gute Vorstellung vom Flair Aachens erhalten.

Silka Ehrenpreis ist ein durch und durch sympathischer Charakter. Im Buch werden ihre ersten Versuche beschrieben, Ermittlungen außerhalb des Tierreiches durchzuführen. So fiebert man mit ihr mit, dass sie Hinweise findet, welche die Polizei bisher übersehen hat. Dabei zeichnet sie sich durch Logik und Hartnäckigkeit aus, zeigt aber auch ihre Schwächen. Ihr oft trockener Humor hat mich manchmal zum Schmunzeln gebracht.

Die verschiedenen Nebenfiguren treten recht stereotyp auf, besitzen hierdurch aber auch einen großen Unterhaltungswert. Frau Maurer als schrullige alte Dame mit Hund, die vom Ermittlungsgeschick Silkas überzeugt ist, wollte ich zum Ende nicht mehr missen.

Fazit


Andrea Tillmanns hat mit „Tod im Wasser“ einen spannenden Lokalkrimi geschrieben, der mir als Aachenerin sehr gut gefallen hat. Das Buch konnte mich bis zum Ende fesseln. Ich empfehle den Krimi daher nicht nur an alle Aachener, sondern auch Fans von guten Kriminalromanen weiter! 


Weitere Informationen zum Buch

Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Wartberg
ISBN-10: 3831320489
ISBN-13: 978-3831320486
Link zu meiner Rezension auf Amazon


Sonntag, 24. Juni 2012

Rezension zu Kerstin Schweighöfer - Auf Heineiken könn wir uns eineken

"Auf Heineken könn wir uns eineken" ist wieder eines der Bücher, das ich auf lovelybooks gewonnen habe. Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wer aber eine bloße Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem Niederländer erwartet, liegt falsch. Das Buch ist autobiographisch und punktet mit sehr viel informativem Wissen über die Niederlande und deren Bewohner.

Titel: Auf Heineken könn wir uns eineken
Autorin: Kerstin Schweighöfer
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
Buchausgabe: Taschenbuch:
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 9783492272926
Preis: 9,99 Euro




Das Buch „Auf Heineken könn wir uns eineken“ von Kerstin Schweighöfer ist als Taschenbuch im Piper Verlag erschienen. Das Buch umfasst 352 Seiten mit Einleitung, 32 Kapiteln, Nachspann und Ausblick. Der Titel erscheint in blauer Schrift auf hellgrünem Grund, der Autorinnenname in Rot. Daneben gibt es noch für die Niederlande typische Gegenstände wie z.B. Tulpen, Käse, Wohnwagen als glänzender Aufdruck. Der Titel bezieht sich auf eine der bekanntesten Biersorten der Niederlande und lässt auf eine heitere Erzählung schließen.

Die Geschichte, die die Autorin erzählt, ist autobiographisch und umfasst den Zeitraum ab 1988, dem Jahr in dem sie sich im Urlaub in Spanien in einen Niederländer verliebt, bis ungefähr Mitte 2005. Aber Frau Schweighöfer erzählt nicht nur ihre Geschichte, sondern auch Wissenswertes über die Niederlande, in die sie als gebürtige und dort immer noch wohnende Bayerin im Jahr 1990 der Liebe halber gezogen ist. Als Journalistin hatte sie sich eigentlich eine Zukunft in Frankreich vorgestellt. Dieses Land hatte sie während ihres Studiums in einem längeren Auslandaufenthalt kennengelernt. Mit offenem Blick lässt sie sich nun nicht nur auf das Land Niederlande sondern auch auf dessen Bewohner ein. Sie beobachtet, hinterfragt und vergleicht. Man folgt ihr bei ihren ersten Aufenthalten in Leiden (Niederlande) bei denen sie erfährt, dass nicht alle Niederländer Holländer sind und dass das Land sich in einen überwiegend kalvinistischen Nordteil und einen hauptsächlich katholischen Südteil unterteilt.
Des Weiteren setzt Frau Schweighöfer sich mit der Geschichte der Niederlande, dem Verhalten der Bewohner miteinander sowie mit deren Sprache auseinander. Auch die kulinarische Seite kommt nicht zu kurz. Themen, über die die Autorin charmant-amüsant erzählt, sind das Gesundheitssystem, Studienplatzvergabe und Mietwohnrecht. Sie behandelt ebenfalls so sehr ernste Themen wie z.B. Drogenpolitik, Desaster von Srebrenica und Sterbehilfe in den Niederlanden und schildert sie informativ. Sie setzt sich auseinander mit den gängigen Klischees der Niederländer über die Deutschen und dem Verhalten der Deutschen in den Niederlanden. Insgesamt gesehen ist das Buch all denen zu empfehlen, die nicht nur eine kurzweile Biografie lesen möchten, sondern nebenbei Wissen über Land und Leute der Niederlande erwerben wollen.

Samstag, 23. Juni 2012

Rezension zu Corina Bomann: Die Schmetterlingsinsel

 

Geheimnisse auf der Schmetterlingsinsel



Inhalt

Diana wird von ihrer Großtante Emmely auf deren Sterbebett gebeten, das gut gehütete Geheimnis ihrer Familie zu lüften. Hierzu hat Emmely Hinweise hinterlassen, die Diana auf eine Reise und die Suche nach ihren eigenen Wurzeln schicken. Mit der Hilfe des Butlers Mr Green und ihrem Bekannten Jonathan kann sie schon bald erste Puzzlestücke zusammenfügen...

Donnerstag, 21. Juni 2012

Rezension zu Melanie Lahmer - Knochenfinder

Das Buch "Knochenfinder" habe ich beim Fragefreitag mit der Autorin bei lovelybooks gewonnen. Meine Fragen und die Antwort von Melanie:
Hallo Frau Lahmer, von Geocoaching habe ich schon mehrfach gelesen.Sie haben es sicher bereits ausprobiert. Könnten Sie vielleicht ein paar Tipps geben? Also z.B. gibt es bestimmte Webseiten auf denen ich Koordinatenangaben finde wo jemand etwas gecacht hat oder gibt es Gruppierungen in Form von Vereinen an die an sich wenden sollte? Und noch etwas ganz anderes: wie haben Sie die Vor- und Zunamen Ihrer Darsteller gefunden? Also beim Vornamen zeitmäßig Martin/Katharina für "reifere" Personen, Jannik für einen jüngeren Charakter oder im Bezug auf real existierende Personen (Walburg/Krüger) oder haben Sie gerade deswegen Namen vermieden? Haben Sie die Namensvergabe an den Anfang des Schreibens am Buch gesetzt oder ans Ende? Danke schön, dass Sie sich die Mühe machen, alle Fragen zu beantworten.
Auf www.geocaching.com und auf www.opencaching.de kann man sich einfach anmelden und sofort nach Caches suchen - am einfachsten wohl in Heimatnähe.
Wenn man dann die Koordinaten in sein GPS-Gerät eingibt, kann man umgehend mit der Suche anfangen!
Viel Spaß dabei! ;)
Im Netz gibt es verschiedene Seiten mit Vornamenshitlisten jedes Jahrgangs. Da schaue ich oft nach und entscheide dann nach Gefühl, welchen Vornamen eine Person bekommen soll. Allerdings sind die nicht von Anfang an fix - wenn sich eine Figur entwickelt, merke ich oft, dass der ursprüngliche Name doch nicht so gut passt. Dann gibt es eine Umbenennung!
Nachnamen zu finden ist weniger organisiert, das passiert tatsächlich oft nach Gefühl. Es hängt meist mit der Anzahl und dem Klang der Silben zu tun.
Viele Grüße,
Melanie

Titel: Knochenfinder
Autorin: Melanie Lahmer
Erscheinungsdatum: 2. Aufl. 16.05.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9783404166695
Preis: 8,99 Euro




Der Krimi „Knochenfinder“ ist das Debüt der Autorin Melanie Lahmer. Die Intention von Frau Lahmer war es, einen Krimi zu einem unverbrauchten Thema zu schreiben. Dies ist ihr auch gelungen, allerdings hat die Geschichte zwei Jahre bis zur Veröffentlichung benötigt und daher ist ein anderes Buch aus einem anderen Verlag zum gleichen Thema etwas früher erschienen. Das Buch umfasst 463 Seiten mit Prolog, 69 Kapitel, Epilog und Nachbemerkung. Das Cover zeigt in der unteren Hälfte ein Stück verwitterndes Holz. Die Ränder des Holzstücks sind durch erhabenen Druck für den Interessenten fühlbar. Auf dem Holzstück sitzt ein roter Käfer, ebenfalls auffallend durch Glanzdruck.
Im Prolog lernen wir einen Mann kennen, der an Händen und Füßen gefesselt und zusätzlich geknebelt wurde. Er wird an einem düsteren Ort gefangen gehalten. Die Handlung beginnt damit, dass eine Familie bei ihrem Hobby, dem Geocachen, im Versteck einen Stück verderbendes Stück Fleisch findet, von dem sich später herausstellt, dass es ein menschlicher Finger ist. Natürlich landet dieser Fall bei der örtlichen Kriminalpolizei. Gleichzeitig befasst diese sich auch mit dem Verschwinden eines 18-Jährigen Schülers. Ein weiteres „Stück Fleisch“ wird von Geocachern gefunden. Gibt es einen Zusammenhang? Die junge Kommissarin Natascha Krüger sowie der erfahrenere Kollege Jörg Lorenz nehmen gemeinsam mit ihrem Chef Hannes Winterberg die Ermittlungen in beiden Fällen auf.
Bereits von Beginn an, gelingt es der Autorin die Leser miträtseln zu lassen. Wer ist der Mann im Versteck? Wer versteckt solche ekligen Funde? Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei den Funden um menschliche Finger handelt. Wem gehören sie? Langsam entblättert sich für den Leser das ganze Ausmaß der Taten und diese haben vorerst noch kein Ende. In Einschüben blendet die Autorin immer wieder auf das Opfer und den Täter ohne jedoch dessen Identität bekannt zu geben. Mit den drei Ermittlern hat Frau Lahmer Charaktere mit Privatleben geschaffen, die für weitere Krimis genügend Entwicklungspotential mitbringen. Sie schafft gleichzeitig genügend Nebenhandlungen mit Agierenden, die als Täter in Frage kommen, so dass die Spannung durchgehend erhalten bleibt. Zeitweilig sieht es sogar so aus, als ob der Sohn von Kriminalhauptkommissar Winterberg in den Fall involviert wäre. Frau Lahmer erzählt fundiert über das Geocachen aus eigener Erfahrung und baut auch ihre Fähigkeit der Synästhesie in diese Geschichte ein. Wer wissen möchte, ob diese Fähigkeit zur Lösung des Falls beiträgt, sollte das Buch lesen! Ich fand die Story spannend, den Schreibstil flüssig und leicht lesbar. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Samstag, 16. Juni 2012

Rezension zu Bettina Haskamp: Jetzt ist gut, Knut

Inhalt

Lilli Karg ist mit ihrem Leben unzufrieden. Ihr Mann interessiert sich mehr seine Affen als für sie, ihre Tochter schaut nur selten vorbei und im Job wird sie von ihrer Chefin schikaniert. Wenn sie ihr Leben nicht mehr aushält, verwandelt sie sich daher in Lillian Reich. In der Innenstadt Hamburgs erzählt sie bevorzugt Touristen die abenteuerlichsten Lebensgeschichten. Bis ein Lottogewinn und zwei neue Bekanntschaften ihr eigenes Leben durcheinanderwirbeln…

Meinung


Das Cover lehnt sich an eine Phantasie Lillis im Buch an und passt damit zur Geschichte. Die Personen auf dem Cover wirken allerdings schon älter, als ich mir Lilli und Knut mit Ende 40 vorgestellt hätte. Im Geschäft hätte mich als 20jährige so ein Cover wahrscheinlich vom Kauf abgehalten, da ich eine andere Geschichte erwartet hätte.

Im Verlauf der Erzählung kann vor allem den Charakter Lilli Karg, aus deren Perspektive die gesamte Geschichte geschrieben ist, die Sympathien des Lesers gewinnen. Ich konnte gut nachzuvollziehen, warum Lilli sich von ihrer Umgebung nicht verstanden fühlt und sich regelmäßig in Lillian Reich verwandelt. Auch ihre Freundschaft zu Marie-Anne passt gut ins Bild. Die Entwicklung dieser Beziehung hat mich positiv überrascht, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Im Verlauf der Geschichte durchläuft insgesamt Lilli eine große Wandlung, die mich als Leser unterhalten konnte.

Die Autorin schreibt flüssig und unterhaltsam. Durch große Zeitsprünge begleitet man Lilli bei den entscheidenden Szenen in ihrer Geschichte, sodass keine Langeweile aufkommt. Sehr unterhaltsam fand ich auch Lillis Tagebucheinträge, in welchem sie nach wichtigen Szenen das Erlebte aus ihrer Sicht nochmals zusammenfasst. Gerne hätte ich noch mehr über Lillian Reichs Erlebnisse in der Innenstadt und ihre Geschichten erfahren.

Insgesamt ist das Buch eine schöne Erzählung über die Suche nach dem eigenen Selbst und dem Verwirklichen von Träumen. Ich vergebe 4 / 5 Sternen. Gerne empfehle ich das Buch an andere Leser weiter.

Weitere Informationen zum Buch

Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Marion von Schröder

Donnerstag, 14. Juni 2012

Rezension zu Margherita Oggero: Der Duft von Erde und Zitronen



Auch von mir ein Hinweis zu Beginn: Wer sich den Lesegenuss nicht verderben möchte, der sollte nicht den Klappentext lesen!  Dieser verrät, was der Leser erst zum Schluss erfahren soll!

Inhalt

Imma ist in der Wohnung der Extante eingesperrt. Ohne Fernsehen, Radio und mit nur wenigen Büchern bleibt ihr wenig, mit dem sie sich die Zeit vertreiben kann. Schrittweise denkt sie daher an ihre Familie und ihr Schicksal zurück und sucht gleichzeitig nach Wegen, ihre Gefangenschaft erträglicher zu gestalten. So freundet sie sich auch mit der Extante an, deren Schicksal ihrem ähnlicher ist als zunächst angenommen.

Meinung


Das Cover zeigt eine junge Frau, wahrscheinlich Imma, welche dem Betrachter den Rücken zuwendet. Sie scheint in die Ferne zu blicken. Das Thema Gefangenschaft spiegelt sich hierin gut wieder. Mit dem blauen Hintergrund hätte der Verlag sich allerdings etwas mehr Mühe geben können, wer das Cover mit dem italienischen Original vergleicht, sieht deutliche Photoshop-Spuren.

Das Buch erzählt abwechselnd drei Geschichten, die eng miteinander verknüpft sind. In der Gegenwart wird Immas Gefangenschaft aus der Ich-Perspektive erzählt. Im Rückblick wird die Geschichte ihrer Familie sowie die der „Extante“ Rosaria, bei der Imma lebt, beschrieben. Die Rückblicke helfen dem Leser dabei nicht nur, die Handlungen der Personen in der Gegenwart zu verstehen, sondern erzählen auch selbst jeweils eine Familiengeschichte. So harmonieren alle drei Erzählstränge gut miteinander und führen zu einer ganz besonderen Atmosphäre, welche den Leser in den Bann zieht.

Das besondere an der Geschichte ist die schrittweise Enthüllung von Motiven und Beziehungen. Wirken Immas und Rosarias Handlungen zu Beginn auf den Leser höchst befremdlich, begreift er im Verlaufe der Geschichte, wie es zur gegenwärtigen Situation kommen konnte. Dabei können beide Hauptcharaktere die Sympathien der Leser gewinnen, sodass man schließlich mit beiden um eine glückliche Auflösung bangt.

Der Autorin gelingt es, durch einen ruhigen Schreibstil die Magie einzelner Momente einzufangen. Gleichzeitig verliert die Geschichte durch viele teilweise große Zeitsprünge jedoch nicht an Dynamik. Durch die Beschränkung auf wenige Akteure gelingt es dem Leser, den Überblick zu bewahren.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, ich empfehle sie daher auch gern weiter. Da der Klappentext im Buch jedoch die gesamte Spannung stiehlt, vergebe ich nur 4 Sterne für das ansonsten sehr gefühlvolle Buch.


Weitere Informationen zum Buch

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt

Samstag, 9. Juni 2012

Rezension zu Bettina Haskamp - Jetzt ist gut, Knut

Auch dieses Buch habe ich bei vorablesen.de gewonnen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, es trifft genau die Art Humor die ich mag, danke an den Verlag Marion von Schröder.

Titel: Jetzt ist gut, Knut
Autorin: Bettina Haskamp
Erscheinungsdatum: 08.06.2012
Buchausgabe: Klappenbroschur
Verlag: Marion von Schröder
ISBN: 9783547711813
Preis: 14,99 Euro




Das Buch „Jetzt ist gut, Knut“ von Bettina Haskamp ist im Verlag Marion von Schröder erschienen und umfasst 283 Seiten mit Prolog, 17 Kapiteln und Epilog. Die Covergestaltung ist den beiden anderen im gleichen Verlag erschienen Büchern der Autorin angepasst unter Verwendung einer Fantasie der Protagonisten des Romans, die ihren Mann einmal mit einem Bison (soll stehen für stumm und stur) verglichen hat, mit einem Speer im Rücken (S. 106).
Lilian, 46 Jahre, ist Redaktionssekretärin beim Fernsehen in Hamburg und mit Knut einem Tierpfleger verheiratet, der seine Arbeit (vielleicht zu sehr) liebt. Hinzu kommt eine bereits erwachsene Tochter, die sich mehr für ihre Karriere wie für ihre Eltern interessiert. Lilian hat der Alltag längst eingeholt und sie findet den Trott auf Dauer zu langweilig. Aber Lilian hat ein Hobby: mittels Perücke und Hosenanzug schlüpft sie unter anderem in die Rolle einer Ärztin und erzählt gerne allen von fantastischen Erlebnissen in der ganzen Welt. Davon weiß allerdings nur die beste Freundin, die sie für verrückt erklärt und sich aufgrund ihrer Lügereien von ihr fernhält. Auch in ihrer Ehe kriselt es. Lilian badet in Selbstmitleid und begibt sich auf die Suche nach neuen Bekanntschaften, denen sie ihre Geschichten erzählen kann. So wird sie leicht empfänglich für jede Art freundliche Aufmerksamkeit die sie erhalten kann, ohne diese zu hinterfragen. Der beste Nährboden für Verwicklungen. Und dann gewinnt sie auch noch im Lotto …
Jetzt ist gut, Knut ist eine Komödie mit stellenweisem Tiefgang. Nach all den Jahren im Trott zwischen Haushalt, Familie und Beruf will Lilian der Frage entgehen „hat das Leben nicht mehr zu bieten?“. Bettina Haskamps Charaktere sind liebenswert gewiss überzeichnet. Jedoch konnte ich aus meinem Bekanntenkreis vieles wiedererkennen. Ich fand den Roman herrlich satirisch, ich habe mich köstlich amüsiert, bin aber an entsprechenden Passagen auch ein wenig ins Grübeln geraten. Empfehlen kann ich ihn Lesern die eine locker-leichte Leselektüre suchen.

Freitag, 8. Juni 2012

Rezension zu Margherita Oggero - Der Duft von Erde und Zitronen


Das folgende Buch habe ich bei lovelybooks.de gewonnen. Vielen Dank an die Deutsche Verlagsanstalt (DVA), die auch die Leserunde zu diesem Buch begleitet hat.

Titel: Der Duft von Erde und Zitronen
Autorin: Margherita Oggero
Erscheinungsdatum: 09.05.2012
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Verlag: Deutsche Verlagsanstalt
ISBN: 9783421045539
Preis: 19,99 Euro


Das Buch „Der Duft von Erde und Zitronen“ von Margherita Oggero ist bei der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) erschienen. Das Cover des Umschlags passt zum Beginn des kurzen Textes auf der Rückseite "Ein Mädchen in einem Versteck - ein Fenster in die Welt". Die Umrisse des Fensters sind nicht klar zu erkennen. Die junge Frau auf dem Cover im sommerlichen gelben Shirt richtet ihren Blick nach außen. Der türkisfarbene Grundton des Umschlags wird vom türkisen Hardcover-Einband des Buches übernommen. Das Lesebändchen ist passend zum Titeldruck in orange. Das Buch umfasst 312 Seiten, die zwar in Kapitel eingeteilt sind, die aber keine weiteren Bezeichnungen tragen.
Die Autorin erzählt aus mehreren Perspektiven. Einerseits berichtet Immaculata genannt Imma als Ich-Erzählerin von Ihrem derzeitigen Leben bei einer Tante von ihr im Norden Italiens. Die Erinnerung an den Duft, den ihre Mutter mit sich trug ist titelgebend. Anderseits wird die Familiengeschichte Immas aufgerollt, angefangen bei der Geburt des jüngsten Kindes von Immas Großmutter. Jedoch beginnt nach einigen Seiten ein weiterer Erzählstrang mit der Geschichte der Tante Rosaria, mit der Imma nur entfernt, im 4. Grad verwandt ist und bei der sie nun lebt. Sowohl Imma wie auch Rosaria streben danach, unabhängig zu sein. Das Leben beider wird beeinflusst durch die Gesellschaft in der sie leben. Beide wachsen in der Nähe von Neapel auf, wo die Clans der Camorra das Zusammenleben bis in die Dörfer hinein beeinflussen. Immas Oma ist stolz darauf, dass ihre Familie bisher noch nicht in die Machenschaften hineingezogen wurde. Vor allem die Mädchen müssen vor den Söhnen und Handlangern des Clanchefs geschützt werden. Aber bereits Immas Mutter sucht so wie Imma diesen Schutz der auch einengt zu durchbrechen. Bis ein Verbrechen geschieht und Imma als Folge zu ihrer Tante gebracht wird undsozusagen eingesperrt wird. Doch auch hier sucht sie sich einen Weg …
Auch Rosaria strebt nach Unabhängigkeit. Sie war das einzige Mädchen unter fünf Geschwistern und ihre Mutter starb früh. Um nicht nur der Familie als Haushaltshilfe zu dienen stimmt sie erfreut zu, als der Notar vor Ort ihr eine Arbeitsstelle anbietet. Dort lernt sie auch ihren späteren Ehemann kennen. Der Leser begleitet sie auf ihrem Weg. Sie lernt ihren eigenen Willen durchzusetzen. Häppchenweise kann der Leser die Geschichten der verschiedenen Charaktere zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Wer nicht zu viel Informationen vorweg erhalten möchte, sollte auf das Lesen des Klappentextes (innen auf dem Umschlag) verzichten. Das Buch ist flüssig geschrieben und daher leicht zu lesen, aber durch die (leider teilweise sehr kleinen) Erzählstücke der unterschiedlichen Ebenen ohne weiter Betitelung der Kapitel z.B. mit Ort und Zeit ist es mitunter schwierig dem jeweiligen Erzählstrang zu folgen. Letztlich wird der Leser aber auch dadurch aufgefordert sich intensiver mit der Geschichte zu beschäftigen und die wenigen neuen Informationen der kleinen Kapitel halten den Spannungsbogen aufrecht, weil man einfach weiterlesen muss, um mehr zu erfahren. Ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

Rezension zu Monika Peetz: Sieben Tage ohne

 

Inhalt


Eva, Judith, Caroline, Estelle und Kiki – das sind die fünf Dienstagsfrauen, die einmal im Jahr gemeinsam verreisen. In diesem Jahr wählt überraschenderweise Eva das Ziel aus – denn in alten Briefen ihrer Mutter hat sie einen Hinweis auf ihren unbekannten Vater gefunden. Dieser Hinweis führt die Freundinnen nach Altmühltal zum Heilfasten. In sieben Tagen ohne feste Nahrung will nicht nur Eva ihren Vater finden, auch die anderen Dienstagsfrauen müssen wichtige Entscheidungen treffen…

Meinung


Das Cover mit bunten Farben auf weißem Grund sommerlich und leicht daher. Mit den bunten Säften assoziiere ich Sonnenschein, Cocktails und Eisbecher. Zu dumm, dass die Dienstagsfrauen nur Wasser und einen halben Liter Suppe pro Tag trinken dürfen. Trotzdem gefällt es mir gut und macht Lust aufs Lesen.
Meine Unkenntnis des ersten Buches hat das Lesevergnügen nicht beeinträchtigt. Zu Beginn wird jede der Dienstagsfrauen vorgestellt und die Entwicklung im ersten Buch kurz umrissen, ohne dass Leser des ersten Buches gelangweilt werden könnten. Dabei beginnt auch schon der Einstieg in die Geschichte durch Evas Entdeckung und Wahl des Urlaubsortes.

Da das Buch insgesamt sieben Tage auf rund 300 Seiten beschreibt, ist das Tempo des Buches recht hoch und lässt keine Langeweile aufkommen. Flüssig und amüsant beschreibt die Autorin den Kampf gegen Kilos und den eigenen Schweinehund. Dabei herrscht zwischen den Freundinnen eine gute Dynamik, die für viele interessante Gespräche in den unterschiedlichsten Kombinationen sorgt. Evas Vatersuche gerät im Trubel der Ereignisse allerdings zunächst etwas in den Hintergrund und wird für meinen Geschmack erst recht spät konkret in Angriff genommen.

Insgesamt konnte mich das Buch gut unterhalten und war sehr schnell ausgelesen. Als kurzweilige Lektüre für den Sommer würde ich es Frauen weiterempfehlen. Da man jedoch meiner Meinung nach aus der Vatersuche mehr hätte machen können, erhält das Buch einen kleinen Abzug und daher von mir 4 von 5 Sternen.


Weitere Informationen zum Buch

Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Mittwoch, 6. Juni 2012

Rezension zu Edgar Rai: wenn nicht, dann jetzt

Inhalt

15 Jahre nach seiner gescheiterten Beziehung beschließt Jan, seine Ex-Frau Sergeja zurückgewinnen zu wollen. Zu dumm, dass sie in 2 Wochen Einar heiraten will. Und eigentlich ist Jan auch mit Stefanie zusammen, die mit fast siebenunddreißig ihre biologische Uhr ticken hört. Daher diagnostiziert Jan sich selbst eine Midlife-Crisis und schmiedet einen Plan, damit Sergeja zu ihm zurückkehrt. Dieser führt über seine Tochter Mia, und so geht der jährliche Vater-Tochter-Urlaub in eine ungewöhnliche Neuauflage – an den Strand von Riccione, Italien. Dort muss Jan feststellen, dass sein Plan einige Schwachstellen besitzt…

Meinung


Das Cover wirkt sommerlich und zeigt einen italienischen Imbisswagen am Strand. Die ruhige Idylle, die dargestellt ist, passt jedoch nicht ganz zu Jans Erlebnissen in Riccione. Trotzdem gefällt mir das Cover und verspricht eine leichte Sommerlektüre.
Diese Erwartung wurde nicht enttäuscht. Der Autor versteht es, den Leser durch einen humorvollen und flüssigen Schreibstil zu fesseln. Die Erzählung startet in einem langsamen Tempo, nimmt in ihrem Verlauf dann aber Fahrt auf, bis sich die Ereignisse schließlich überschlagen. Die meisten Charaktere sind dabei recht stereotyp, harmonieren aber vielleicht gerade deshalb sehr gut miteinander. Neben Jan, der sich erst im Verlauf der Geschichte Sympathiepunkte bei mir erarbeiten konnte, gefiel mir vor allem Mia, Jans Tochter. Sie durchlebt wohl den größten Wandel und sorgt dabei vor allem in der Interaktion mit Jan für viele humorvolle Szenen.

Insgesamt wurde ich durch das Buch gut unterhalten und vergebe daher 5 Sterne an eine humorvolle Sommergeschichte, die mich an so mancher Stelle zum Schmunzeln gebracht hat.


Weitere Informationen zum Buch

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Rütten & Loening

Dienstag, 5. Juni 2012

Rezension zu Rona Jaffe - Das Beste von allem

Dieses Buch habe ich bei vorablesen.de gewonnen und vom Ullsteinverlag zum Rezensieren zugeschickt bekommen. Vielen Dank.

Titel: Das Beste von allem
Autorin: Rona Jaffe
Erscheinungsdatum: (Neuauflage) 11.05.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 9783548284750
Preis: 9,99 Euro

Der Roman, der bereits 2005 verstorbenen Autorin Rona Jaffe„Das Beste von allem“ ist die Neuauflage eines Buches das erstmals 1959 unter dem Titel „Alle meine Träume“ in Deutschland erschienen ist in einer neuen deutschen Übersetzung. Die Autorin möchte mit dem Titel verdeutlichen, dass all die jungen Frauen in New York, die sich morgens auf den Weg zu ihrer Arbeit machen, für ihre Zukunft „das Beste“ verdienen. Auf dem Cover und auf der Rückseite sind die Beine einer Frau zu sehen, die lässig auf einem Balkongeländer vor der Kulisse von New York liegen. Der Grundton des Covers ist ein pastelliges grün, der in beige übergeht, was wohl auch die Dunstwolke über New York darstellen soll. Ein kleiner Aufkleber auf der Vorderseite verweist darauf, dass das Buch in der Serie „Mad Men“ von einem der Hauptcharaktere gelesen wurde, so fühlt sich gleich eine bestimmte Leserschaft angesprochen. Das Buch fällt durch die Aufdrucke einerseits eines Ausschnitts der Brooklyn Bridge am unteren Buchschnitt und andererseits Cocktailgläser sowie Gadgets im Stil der 1950er am unteren Seitenschnitt auf. Das Taschenbuch aus dem Ullstein Verlag umfasst 649 Seiten, die in 32 Kapitel unterteilt sind, und zusätzlich gibt es ein Nachwort der Autorin aus dem Jahr 2005.
Die Handlung spielt in den frühen 1950er Jahren, in denen die meisten Frauen noch ihrer traditionelle Geschlechterrolle gerecht wurden, dass sie statt Karriere zu machen besser einen Mann heiraten und fortan nur noch für die Familie da sein sollten. So wurde ja auch in Deutschland bis 1977 die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau gesetzlich vorgeschrieben, nach der die Frau nur berufstätig sein sollte, wenn sie dies mit der Familie vereinbaren konnte. Im New York der 1950er treffen fünf Frauen mit unterschiedlichen Vorstellungen für ihre Zukunft aufeinander, die alle beim Verlag Fabian Publications als Schreibkräfte beginnen. Da ist zunächst Caroline, sie hat einen College-Abschluss, wurde von ihrem Verlobten wegen einer anderen sitzengelassen wurde und nimmt sich einfach den nächstbesten Job um nur ja nicht über ihre Lage zum Nachdenken kommen zu können. Als weiteres trifft der Leser auf April, die vom Land kommt und gerne eine Karriere als Schauspielerin am Broadway machen würde. Mary Agnes ist die dritte junge Frau. Sie trifft sich Mittags zum gemeinsamen Lunch stets mit ihrem Verlobten und spart für Ihre Heirat im kommenden Jahr. Barbara wohnt im gleichen Haus wie April, sie ist ebenfalls zunächst Sekretärin bei Fabian, aber in einer anderen Abteilung. Mit ihren 20 Jahren ist sie bereits geschieden, sorgt für ihr kleines Kind und ihre Mutter mit denen sie zusammen wohnt. Gregg ist Schauspielerin, verdient damit aber zunächst nicht genug Geld, so dass sie beim Verlag als Zeitarbeiterin arbeitet. Sie hat Angst vor der Einsamkeit in ihrer Wohnung.
Rona Jaffe schafft mit diesem Roman ein treffendes Bild der jungen Frauen der 1950er für die der „Big Apple“ für einen Raum steht, der ihnen alle Möglichkeiten zur Verwirklichung ihrer Träume gibt. Es scheint, als ob Rona Jaffe Geschichten aus ihrem eigenen Umfeld erzählt, denn sie selbst hat als Schreibkraft bei einem New Yorker Verlag ihre Karriere begonnen. Bei fast jedem Kapitel beschreibt die Autorin zunächst Handlungsort und –zeit und wendet einer oder mehreren der Freundinnen in dieser Zeit und diesem Ort zu. Auch ohne heutige Computer, Handys, Sozialen Netzwerken und der „ Pille“, ergibt sich ein aktuelles Bild für solche Probleme wie Mobbing am Arbeitsplatz, Affairen, Abtreibung und Alkoholmißbrauch. Ein Kompliment möchte ich der Übersetzerin machen, die einen flüssig lesbaren deutschen Text geschrieben hat. Es hat mich trotz einiger Längen vor allem zum Schluss hin, gut unterhalten.

Montag, 4. Juni 2012

Rezension zu Noemi Jorden: Tal der Tausend Nebel

 

Inhalt

Elisa wandert im Jahre 1983 mit ihrer Mutter aus Hamburg nach Kauai aus, da ihr verstorbener Vater dort mit ihrem Onkel eine Plantage besitzt. Jeder erwartet von Elisa eine rasche Heirat mit einem weißen Auswanderer. Doch gleich bei ihrer Ankunft geschieht ein Unfall, durch den sie entstellt wird und zudem den Einheimischen Kelii kennen lernt. Der Plan einer schnellen Heirat droht zu scheitern…
Im Jahr 2010 wird die Deutsche Maja nach einer Begegnung mit dem Hawaiianer Keanu ein Teil von Elisas Geschichte. Danach lassen sie Elisas Schicksal, aber auch der schöne Hawaiianer nicht mehr los…

Meinung


Das Cover ist in zarten Rosa- und Lilatönen gehalten, welche durch Hibiskusblüten ergänzt werden. Im unteren Teil des Buches ist eine kleine Insel im Meer zu sehen. Insgesamt stimmt das Buch damit gelungen auf eine Hawaii-Geschichte ein. Zudem wirkt das Cover sehr weiblich, was gut passt, da die Geschichte aus der Sicht von zwei Frauen beschrieben wird.
Der flüssige Schreibstil und eine wunderschöne Geschichte haben dazu geführt, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen habe. Durch viele Zeitsprünge ist die Geschichte abwechslungsreich. Die einzelnen Szenen werden jedoch in ruhigem Tempo und intensiv beschrieben, sodass der Leser sich mitten im Geschehen fühlt. Dabei wird auch die Umgebung Hawaiis anschaulich und lebendig beschrieben, wodurch ich mir die Insel Kauai gut vorstellen konnte. Die Verbindung zwischen Elisa und Maja hat mir sehr gefallen, da sie vor allem Maja in ihrem Handeln sehr beeinflusst hat. Der Leser konnte Maja dabei begleiten konnte, noch mehr über Elisa in Erfahrung zu bringen, was auch in Elisas Geschichte noch nicht erzählt wurde.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und Lust auf Hawaii gemacht. Dabei erfährt man auch einige Details über die Entwicklung Hawaiis um 1900. Sowohl Elisas als auch Majas Geschichte war in sich stimmig und hat bei mir keine Fragen offen gelassen. Ich vergebe daher 5 von 5 Sternen für einen tollen Hawaii-Liebesroman.

 

Weitere Informationen zum Buch

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch

Freitag, 1. Juni 2012

Rezension zu Stephan M. Rother: Ich bin der Herr deiner Angst


Inhalt

Ein Kriminalpolizist wird im Rotlichtviertel Hamburgs brutal ermordet. Die Kommissare Jörg Albrecht und Kollegin Hannah Friedrichs, beide Kollegen des Ermordeten, beginnen daraufhin mit den Ermittlungen. Doch bevor sie einen nennbaren Durchbruch verzeichnen können, wird eine weitere Kollegin aus ihrem Team tot aufgefunden. Der Mörder ist offenbar ein Verwandlungskünstler, doch neben seinem Aussehen bleibt auch das Motiv weiter im Dunkeln. Als weitere Tote folgen, stellen Albrecht und Friedrichs Verbindungen zu einem alten Fall des Teams her, dessen Täter sich aber schon lange in Sicherheitsverwahrung befindet. Sie können nur auf seine Hilfe hoffen…

Meinung


Das Cover des Buches strahlt aus, was der Inhalt mit sich bringt: Einen düsteren Thriller, der einen über Stunden an sich fesseln kann. Die schlichte Gestaltung gefällt mir dabei sehr gut.
Der Geschichte gelingt es mühelos, eine beständige Spannung aufrechtzuerhalten. Indem die Handlung abwechselnd aus Jörg Albrechts und Hannah Friedrichs‘ Perspektive geschildert wird, ist der Leser immer am Ort des aktuellen Geschehens. Gut gefallen hat mir dabei auch, dass man viel über die Geschichten der beiden und ihr Privatleben erfährt, was sich in Hannahs Fall auch gefährlich mit den Ermittlungen vermischt. In kurzen Zwischenspielen erhält man einen Einblick in die dunklen Gedanken des unbekannten Mörders, was den Nervenkitzel zusätzlich steigert.

Insgesamt ließ sich das Buch durch seinen flüssigen, fesselnden Sprachstil gut und schnell lesen. Meine Erwartungen an einen Thriller wurden dabei voll erfüllt: Unheimliche Morde, verzwickte Ermittlungen und ein spektakulärer Showdown. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und vergebe daher fünf von fünf Sternen.


Weitere Informationen zum Buch

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: rororo