Freitag, 1. Juni 2012

Rezension zu Ella Kingsley: Dancing Queen

 

Inhalt

Maddies Eltern, ein aus dem 80er Jahren bekanntes Popduo, fahren auf große Europa-Comeback-Tournee und überlassen für diese Zeit ihrer Tochter ihre Karaokebar. Weil diese nicht gerade erfolgreich läuft, soll Maddie, die Singen im Allgemeinen und Karaoke im Speziellen nicht besonders zugetan ist, die Bar für diese Zeit über Wasser halten. Da sie das Personal der Bar aber sehr mag und ihre Eltern überraschen will, meldet sie die Bar für eine Realityshow an, die öffentliche Aufmerksamkeit sowie genügend Geld für eine Renovierung verspricht. Doch eine Realityshow braucht Spannung, und daher läuft dank Produzent Evan bald alles anders als von Maddie geplant.

Meinung


Eins ist klar: Das Buch fällt auf. In giftgrünem Cover mit pinker Schrift und pinkem Vorsatzblatt ist es farblich wirklich nicht zu übersehen. Hinzu kommt ein kleiner Hamster, der den Leser nicht nur vom Cover, sondern auch in aufgedruckter Form von der Seite anblickt. Schließlich findet man auf der Unterseite des Buches noch ein paar rosa Herzchen.
Als ich angefangen habe zu Lesen fand ich die ganze Aufmachung noch irgendwie süß. Spätestens beim Lesen im Bus wurde es dann aber peinlich – ich bin zwar immerhin weiblich (welcher Mann liest das freiwillig?), wollte aber trotzdem nicht so gern mit diesem giftgrün-pinken Buch erwischt werden.

Das Buch hat seine Stärken und Schwächen. Sehr ans Herz gewachsen sind mir Maddie, Lou und das Barpersonal. Der Autorin gelingt es, liebenswürdige Charaktere zu erschaffen, auf deren Seite man während des Ganzen Buches steht. Jeder hat seine “Macken“, die humorvoll beschrieben werden, zum Beispiel Jaz schriller Kleidungsstil:

„Sie trägt eine knallorangefarbene Leggins, eine ausgefranste Jeansshorts darüber und ein Bikini-Oberteil. Fehlen nur noch ein Samthaarband und ein Paar Doc Martens, und sie könnte in einem MC-Hammer-Video mitspielen.“ (S. 148)

Auch Evan als Bösewicht ist lebendig beschrieben, schon nach wenigen Seiten hat man wie Maddie wirklich genug von ihm. Über das Filmteam und vor allem den Regisseur Nick hätte ich allerdings gerne mehr erfahren. Trotz zentraler Rolle im Gesamtgeschehen ist leider wenig von ihnen zu lesen.

Der Einstieg in die Handlung erfolgt recht schnell, indem Maddie die Bar überlassen wird. Dann folgen jedoch einige Längen, die sich mit überschlagender Handlung abwechseln. Beispielsweise sucht Maddie lange nach einer Lösung für ihre Bar, der Einstieg in die Show ist dann aber recht fix abgehandelt. Von der Realityshow, welche die Rahmenhandlung darstellt, hört man dann nicht sehr viel. Einzelne Ereignisse werden erwähnt, welche dann ein ziemliches Beziehungschaos auslösen, was den Rest der Zeit ausdiskutiert werden muss. Das Buch endet schließlich mit einem gelungenen Showdown.

Alles in allem konnte mich das Buch unterhalten. Dabei haben die lustigen Charaktere die Längen des Buches teilweise ausgleichen können. Der Titel „Dancing Queen“ ist allerdings völlig unpassend. Die deutsche Übersetzung des Originaltitels hätte mir da schon besser gefallen. Insgesamt vergebe ich daher 3 von 5 Sternen.


Weitere Informationen zum Buch

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch

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