Freitag, 1. Juni 2012

Rezension zu Julia Freidank: Die Fälscherin

 

Inhalt


Die junge Blanka erkrankt in Jerusalem am Aussatz und soll daher im dort ansässigen Lazarushospital zurückgelassen werden. Die Überlebenschancen dort sind nicht nur wegen der fast immer tödlichen Erkrankung gering, auch an Hygiene und Medizin mangelt es. Während ihre Familie sich daher vom Hospital fernhält, erhält sie Unterstützung des Bischofs Otto von Freising, dem Lehnsherrn ihres Vaters. Dank seiner Hilfe überlebt Blanka und kann nach Baiern zurückkehren. Sie fühlt sich ihm daher zu ewigem Dank verpflichtet und kommt daher einige Jahre später einer gefährlichen Bitte nach. Doch ihre Loyalität wird auf die Probe gestellt, als sie sich in einen Ritter des Feindes Ottos verliebt.

Meinung


Das Cover macht im Gegensatz zu anderen histrorischen Romanen einiges her und ist durch das blaue Fenster in der Mitte relativ unverwechselbar. So ist mir gestern im Zug – ich befand mich gerade mitten im dramatischen Showdown – direkt aufgefallen, dass die nette Dame auf der anderen Seite des Ganges ganz offensichtlich das gleiche Buch liest. :-)
Nun aber zu meiner inhaltichen Bewertung. Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Die Liebesgeschichte sowie die Geschichte um die Fälschungen sind mitreißend beschrieben und lassen den Leser die Motive der Protagonisten nachvollziehen. Langsam wird es in Bezug auf beide Themen immer brenzliger, sodass die Spannung mit jeder Seite weiter steigt. Durch einen sehr flüssigen Schreibstil ist man nach wenigen Seiten “mittendrin” in der Geschichte.

An einigen Stellen habe ich leider vor Lauter Bischöfen, Rittern und Grafen den Überblick über den geschichtlichen Hintergrund etwas verloren. Hier muss ich der Autorin allerdings zugute halten, dass auf den ersten Seiten ein Personenverzeichnis zu finden ist und die politischen Entwicklungen zu jener Zeit offensichtlich recht turbulent waren. Trotzdem hätte ich mir an einigen Stellen eine übersichtlichere Erläuterung gewünscht. Insgesamt gebe ich dem Roman 5 von 5 Sternen!


Weitere Informationen zum Buch


Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Marion von Schröder

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