Donnerstag, 14. Juni 2012

Rezension zu Margherita Oggero: Der Duft von Erde und Zitronen



Auch von mir ein Hinweis zu Beginn: Wer sich den Lesegenuss nicht verderben möchte, der sollte nicht den Klappentext lesen!  Dieser verrät, was der Leser erst zum Schluss erfahren soll!

Inhalt

Imma ist in der Wohnung der Extante eingesperrt. Ohne Fernsehen, Radio und mit nur wenigen Büchern bleibt ihr wenig, mit dem sie sich die Zeit vertreiben kann. Schrittweise denkt sie daher an ihre Familie und ihr Schicksal zurück und sucht gleichzeitig nach Wegen, ihre Gefangenschaft erträglicher zu gestalten. So freundet sie sich auch mit der Extante an, deren Schicksal ihrem ähnlicher ist als zunächst angenommen.

Meinung


Das Cover zeigt eine junge Frau, wahrscheinlich Imma, welche dem Betrachter den Rücken zuwendet. Sie scheint in die Ferne zu blicken. Das Thema Gefangenschaft spiegelt sich hierin gut wieder. Mit dem blauen Hintergrund hätte der Verlag sich allerdings etwas mehr Mühe geben können, wer das Cover mit dem italienischen Original vergleicht, sieht deutliche Photoshop-Spuren.

Das Buch erzählt abwechselnd drei Geschichten, die eng miteinander verknüpft sind. In der Gegenwart wird Immas Gefangenschaft aus der Ich-Perspektive erzählt. Im Rückblick wird die Geschichte ihrer Familie sowie die der „Extante“ Rosaria, bei der Imma lebt, beschrieben. Die Rückblicke helfen dem Leser dabei nicht nur, die Handlungen der Personen in der Gegenwart zu verstehen, sondern erzählen auch selbst jeweils eine Familiengeschichte. So harmonieren alle drei Erzählstränge gut miteinander und führen zu einer ganz besonderen Atmosphäre, welche den Leser in den Bann zieht.

Das besondere an der Geschichte ist die schrittweise Enthüllung von Motiven und Beziehungen. Wirken Immas und Rosarias Handlungen zu Beginn auf den Leser höchst befremdlich, begreift er im Verlaufe der Geschichte, wie es zur gegenwärtigen Situation kommen konnte. Dabei können beide Hauptcharaktere die Sympathien der Leser gewinnen, sodass man schließlich mit beiden um eine glückliche Auflösung bangt.

Der Autorin gelingt es, durch einen ruhigen Schreibstil die Magie einzelner Momente einzufangen. Gleichzeitig verliert die Geschichte durch viele teilweise große Zeitsprünge jedoch nicht an Dynamik. Durch die Beschränkung auf wenige Akteure gelingt es dem Leser, den Überblick zu bewahren.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, ich empfehle sie daher auch gern weiter. Da der Klappentext im Buch jedoch die gesamte Spannung stiehlt, vergebe ich nur 4 Sterne für das ansonsten sehr gefühlvolle Buch.


Weitere Informationen zum Buch

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt

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