Mittwoch, 18. Juli 2012

Rezension zu E. L. James - Shades of Grey


Titel: Shades of Grey - Geheimes Verlangen
Autorin: E. L. James
Erscheinungsdatum: 30.06.2012
Buchausgabe: Klappenbroschur
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 9783442478958
Preis: 12,99 Euro

Dieses Buch von dem im Moment ganz Deutschland spricht, musste ich mir einfach kaufen aus dem einfachen Grund „mitreden können“. Allein die Aufmachung des Buchs ist ein Hingucker und nicht nur das: die Blüte mit Fruchtstempel, der fühlbar im Cover eingeprägt ist, die Oberflächenbeschichtung des Covers sowie der runde Ausschnitt sprechen vor allem den Leser haptisch an. Über die Bedeutung der Symbole die mir hierzu einfällt, möchte ich jedoch nicht näher eingehen ;-)
Die Geschichte dreht sich um die 21 jährige Anastasia, kurz Ana genannt, die im Rahmen eine Interviews für eine Studentenzeitung, bei der sie ihre Freundin vertritt, den sehr reichen, aber auch sehr attraktiven Christian Grey kennenlernt. Dieser ist fasziniert von ihr und setzt alles daran sie näher kennenzulernen. Ana ist hingerissen von seiner Erscheinung und seinem Auftreten, wird jedoch jäh aus ihren Träumen gerissen als sie von der geheimen Leidenschaft des von ihr bewunderten Mannes hört. Dessen Hang zum BDSM wird geregelt von Verträgen mit Verschwiegenheitsklausel. Die weitere Erzählung dreht sich nun hauptsächlich um das Aushandeln des Vertrags, der zwar juristisch sinnlos ist, aber ohne den Christian glaubt, seine Obsession nicht ausleben zu können.
Ich will mich gar nicht weiter zum Hergang äußern, da ansonsten die gesamte Geschichte schon verraten wäre, denn sehr viel mehr Handlung gibt es nicht. Die erotischen Szenen sind anschaulich beschrieben, doch wer hier härteren SM erwartet hätte, wird enttäuscht, grundsätzlich bleibt es mehr oder weniger beim „Blümchensex“ um die Protagonisten zu zitieren, da Ana Bedenken hat sich Christian bedenkenlos hinzugeben. Es wundert keinen, denn Christian ist ihr erster Freund mit dem sie schläft. Der Roman ist anscheinend aus einer Fanfiction zu Twilight entstanden und die Hauptcharaktere Ana und Christian sollen ursprünglich Bella und Edward gewesen sein. Da ich die Bücher nicht gelesen, sondern nur den 1. Film gesehen habe (den ich gut fand), weiß ich nicht inwieweit hier erotische Szenen beschrieben wurden. Vielleicht haben diese den Fans gefehlt, wodurch die Fanfiction entstand und darauf auch der Erfolg des Buches beruht? Die Geschichte „Shades of Grey“ lässt sich sehr leicht und mühelos lesen, aber irgendwann beginnen einige Dinge zu nerven. Ana kaut ständig auf ihrer Unterlippe, Ana verdreht ständig ihre Augen, Ana wird ständig rot vor Scham und bei Ana ist ständig alles „Wow“. In Dingen der Beziehung macht das Paar keine Fortschritte nachdem klar ist, dass der Vertrag über SM ausgehandelt werden muss. Ana grübelt und grübelt über ihre Bedenken, wohingegen Christian sich auf seichteres als von ihm gewünschtes Niveau herablässt. Aber Ana scheint dies nicht weiter aufzufallen und grübelt weiter. Verbal kann sie ihre Gefühl schlecht äußern, aber mittels E-Mail geht das besser. Die E-Mail-Einschübe fand ich eine gute Idee der Autorin.
Abgesehen von den ständigen Wiederholungen hat das Buch mich gut unterhalten, aber auch irgendwie mit fortschreitender Geschichte enttäuscht. Ich denke, dass ich die nächsten Bände eher nicht lesen werde, hoffe aber, dass im Zuge der Verlagskonkurrenz noch bessere erotische Geschichten auf dem Lesemarkt erscheinen werden. Daher gibt es von mir für dieses Buch ein: war o.k. 3 Sterne.

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