Mittwoch, 25. Juli 2012

Rezension zu Jean-Luc Bannalec - Bretonische Verhältnisse: Ein Fall für Kommissar Dupin




Buchreihe: Kommissar Dupin

Band 1: Bretonische Verhältnisse
Band 2: Bretonische Brandung (Rezension)














~ Inhalt ~


Kommissar Dupin, der erst vor wenigen Jahren aus Paris in die Bretagne versetzt wurde, wird an einem Morgen in das kleine Städtchen Pont Aven gerufen. Dort wurde der 91-jährige Hotelbesitzer des traditionsreichen „Hotel Central“ ermordet im Restaurant aufgefunden. Auf den ersten Blick scheint er von allen geschätzt worden zu sein, sein Tod wird rasch zur medienwirksamen Tragödie. Um das Image Pont Avens als erholsamer Ferienort zu wahren, soll Dupin den Fall schnellstmöglich aufklären...

~ Meinung ~


Das Buch besteht aus wenigen, recht langen Kapiteln, welche jeweils einen Tag im Leben des Kommissars beschreiben. Der Leser begleitet Dupin bei jedem seiner Schritte der Ermittlung, seinen Untersuchungen und Verhören. Das Tempo ist dabei recht ruhig, systematisch Befragt Dupin Personen, die etwas zum Fall wissen könnten, was den Großteil des Buches ausmacht. Die Spurensuche, wie man sie aus anderen Kriminalromanen kennt, ist in diesem Buch eher sekundär. Gut gefallen haben mir die Schilderung der Bretagne und der Mentalität der Anwohner, die in Dupin nach drei Jahren immer noch „den Neuen“ sehen und mit wohlgemeinten Ratschlägen unterstützen wollen, allen voran verkörpert von seiner Sekretärin Nolwenn.

Kommissar Dupin ist ein liebenswerter Charakter, den dem Leser mit seinen Ecken und Kanten schnell ans Herz wächst. Sein ständiges Verlangen nach café regt ebenso zum Schmunzeln an wie sein Unvermögen, mit Vorgesetzten zu kommunizieren. In Verhören hingegen brilliert er: Geschickt treibt er sein Gegenüber im Gespräch mit den richtigen Fragen und den entscheidenden Antworten. Etwas schade fand ich, dass er seinen Mitarbeitern im Fall nur die einfachsten Aufgaben überträgt, die kaum etwas ans Licht bringen. Dafür konnte der Leser aus Dupins Perspektive jeden wichtigen Fortschritt unmittelbar erleben.

Insgesamt ist „Bretonische Verhältnisse“ ein geschickt geschriebener Lokalkrimi, der es bis zum Ende schwer macht, den Täter zu erraten. Ein sympathischer Ermittler und die liebevolle Beschreibung von Land und Leuten machen aus der Lektüre ein kurzweiliges Vergnügen. Stellenweise hätte ich mir jedoch mehr Interaktionen Dupins mit seinen Kollegen sowie mehr Ereignisse außerhalb der Verhöre gewünscht. Ich vergebe daher 4 Sterne für diesen unterhaltsamen Kriminalroman.



Interesse an einer zweiten Meinung?
Ingrids Rezension zum gleichen Buch findet ihr hier: KLICK!

Weitere Informationen zum Buch


Broschiert: 304 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: 12. März 2012
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Link zur Buchseite des Verlags
Cover-Bildquelle: http://www.kiwi-verlag.de/das-programm/einzeltitel/?isbn=978-3-462-04406-5&print=1

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