Donnerstag, 5. Juli 2012

Rezension zu Kerstin Hamann - Innere Werte

Um dieses Buch habe ich mich bei loveleybooks beworben und gewonnen :D Das Exemplar wurde vom Sutton Verlag zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank. Es gab auf loveleybooks auch eine Leserunde hierzu mit Begleitung der Autorin. Folgende Fragen habe ich Frau Hamann gestellt und beantwortet bekommen (vom Inhalt wird dabei nicht zu viel verraten):


Hallo Frau Hamann,

haben Sie für die Recherche des Buchs eine Kläranlagenführung mitgemacht? Oder war gerade der Besuch einer Kläranlage der Auslöser für die Idee zu diesem Fall?


Antwort: Hallo,
nachdem ich die Idee mit der Kläranlage hatte, habe ich bei zwei Kläranlagen (u.a. in Wiesbaden) angefragt, ob ich mir die Anlagen ansehen kann. Von beiden wurde ich zu einer interessanten Führung eingeladen und bekam jede Menge Informationen.
Gruß
Kerstin Hamann


Hallo Frau Hamann,

Sie beschreiben ja alles sehr detailiert, was mir sehr gut gefällt.. Sind sie die Strecke Lindenweg - Rudolf-Vogt-Str. auch selbst mal abgefahren - in 22 Minuten ;-)

Ist die "Weihnachtsleiche" (S. 171) eine Fiktion oder (leider) Realität?

LG Ingrid


Hallo Ingrid,
Die Strecke bin ich abgefahren, aber nicht in 22 Minuten. Wäre tagsüber unter Missachtung der Geschwindigkeitsbeschränkungen und sonstiger Regeln ziemlich gefährlich gewesen. Ich habe, um auf diese Zeit zu kommen, die Strecke in einzelne Fahrabschnitte geteilt. Für jeden Abschnitt habe ich durch eine mögliche, angenommene Geschwindigkeit die Zeit berechnet und alle am Ende zusammengezählt. Dabei habe ich mich bei einem Rennprofi erkundigt, wie schnell man z. B. Kurven mit dem Motorrad bei Nacht fahren kann.

Und die Weihnachtsleiche gibt's leider tatsächlich!
LG Kerstin Hamann


Danke für die Antworten Kerstin!

Titel: Innere Werte - Ein Wiesbaden-Krimi
Autorin: Kerstin Hamann
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Sutton Verlag
ISBN: 9783866809772
Preis: 12,00 Euro





Der Krimi „Innere Werte“ der Autorin Kerstin Hamann mit dem Untertitel „Ein Wiesbaden-Krimi“ ist im Sutton Verlag erschienen und umfasst 443 Seiten mit 86 Kapiteln, Danksagung und einem Abkürzungsverzeichnis. Das Cover mit dem rot eingefärbten Röntgenbild einer Wirbelsäule fällt durch seine Farbgebung auf. Der Titel nimmt Bezug auf den Fall, den das Team rund um den Kriminalhauptkommissar Martin Sandor zu klären hat. Dies ist bereits der zweite Fall für das Team. Für einen problemlosen Einstieg muss man den ersten Band nicht gelesen haben. Als angenehm habe ich es auch empfunden, dass der Verlag den Klappentext als Leseanregung formuliert hat, aber nicht zu viel vorwegnimmt. Die Ermittlungen spielen in Wiesbaden und die Autorin stellt nebenbei einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. das berühmte Spielcasino vor.
Während der Nachtschicht in der Wiesbadener Zentralkläranlage werden Leichenteile gefunden, so dass sich die Fragen stellen: Wer ist der oder die Tote und wie ist er/sie hierher gelangt? Es ist schnell ermittelt, dass die Leiche in einen Kanalschacht geworfen wurde. Aber wo? Das Schneckenpumpwerk wurde von einem künstlichen Hüftgelenk aus Titan blockiert. Anhand dieses Merkmals und einer Vermisstenanzeige, die inzwischen aufgegeben wurde kann die Identität des Toten festgestellt werden. Durch eine entsprechende Geruchsprobe findet einer der Hunde der Hundestaffel eine Spur an einem der vielen Kanaldeckel. Die Ermittlungen gehen zügig voran. Bald wird klar, dass der arbeitslose Tote das Drachenfliegen zum Hobby hatte. Er benötigte Geld für eine neue, teure Anschaffung. Besteht hier eine Verbindung zu seinem Tod? Ich möchte hierzu nicht zu viel verraten. Die Richtung ergibt sich aber im ersten Viertel des Krimis.
Kerstin Hamann schafft mit den vier Ermittlern um Martin Sandor herum ein Team mit unverwechselbaren Charakteren und Eigenleben. Sandor ist in dritter Ehe glücklich verheiratet und verlässt sich gerne bei den Ermittlungen auf seine Gefühle, was ihm von seinem Vorgesetzten Milster zum Vorwurf gemacht wird. Zum Team gehört Dieter Hinz. Er ist Mitte Fünfzig, eher der ruhige Typ und er verfügt über ein sehr breites Allgemein- und Spezialwissen. Des Weiteren gehört Michael Pichlbauer dazu, 41 Jahre, ein fröhlicher Sonnyboy, alleinstehend und ständig an schönen Frauen interessiert. Und außerdem noch Paul Fischer, der mit seinen 28 Jahren erst seit zweieinhalb Jahren beim Morddezernat ist. Er wirkt während des Falls gereizt auf seine Kollegen und verliert sich noch in einigen Befragungsfehlern. Neben diesen sympathischen Protagonisten schafft Kerstin Hamann eine Reihe weiterer Figuren auf Nebenschauplätzen die den Leser und das Team im Rahmen der Ermittlungen von der richtigen Fährte ablenken. Es sind genügend Personen die den Leser um den Mörder ins Grübeln bringen, aber eine überschaubare Anzahl. Die Autorin schafft es, den Leser zu fesseln und den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Kaum denkt man der Aufklärung des Falles wieder einen Schritt näher gekommen zu sein, schon passiert wieder etwas Unvorhergesehenes. Dabei trumpft die Autorin mit hervorragend recherchierten Detailkenntnissen auf verschiedensten Gebieten. Ich habe die ganze Zeit mitgerätselt und die Darstellung der Ermittlung als sehr realistisch empfunden. Ich empfehle diesen Krimi jedem Leser des Genres gerne weiter.

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