Freitag, 6. Juli 2012

Rezension zu Marion Feldhausen - Himmelskinder

Für die Fortsetzung der Reihe um Kommissar Alvermann hat Frau Feldhausen mich gefragt, ob ich den nächsten Titel "Friedensengel", der zur Zeit in Vorbereitung ist und voraussichtlich im Frühjahr 2013 erscheinen wird, testlesen möchte. Ja, klar gerne :D

Nachtrag: inzwischen habe ich das Skript zu "Friedensengel" gelesen. Es ist noch besser wie "Himmelskinder"!

"Himmelskinder" von Marion Feldhausen habe ich bei lovelybooks gewonnen und an der Leserunde teilgenommen. Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Leserunde wurde von der Autorin begleitet. Hier meine Frage an sie mit Antwort:

Hallo Frau Feldhausen,
hat es einen bestimmten Grund, warum Sie einen fiktiven Ort gewählt haben, ergibt sich daraus eventuell ein Vorteil (z.B. nicht in die Sparte Regionalkrimi geschoben zu werden)?

LG Ingrid

Marion Feldhausen
Hallo, liebe Ingrid,
bin ich ja trotzdem, wie an der Rezension bei WDR II Tatort NRW zu sehen ist:
http://www.wdr2.de/kultur/tatortnrw/himmelskinder100.html.
Zumindest bin ich zuzuordnen. Aber nein, das war nicht der Grund. Ich wollte mich auf keine mir bekannte Stadt einlassen und frei bleiben bei meinen Beschreibungen.
Gruß von Marion Feldhausen






ACHTUNG SPOILER bei der nächsten Frage/Antwort:
Hallo Frau Feldhausen,
weil alle rätseln, aber keiner fragt: liege ich richtig, wenn ich vermute, dass Alvermann nach Holland zu einem Koffieshop fährt oder bedeuten seine "Eskapaden" etwas ganz anderes?
LG Ingrid

Marion Feldhausen
Liebe Ingrid,
Kommissar Alvermann erzählt mir leider auch nicht immer alles. Vielleicht im zweiten Roman? Jetzt habe ich eine Bitte. Wenn Sie mögen, schauen Sie sich doch unter
www.marionfeldhausen.de den Inhalt meines zweiten Romans „Friedensengel“ an, den ich gerade beende. Finden Sie die Thematik spannend? Hätten Sie Lust, sich als Testleserin mit Alvermanns neuem Fall zu befassen? Ich würde mich sehr freuen. Antwort bitte unter    xxx
Herzlichst
Marion Feldhausen


Titel: Himmelskinder
Autorin: Marion Feldhausen
Erscheinungsdatum: 16.01.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Blanvalet Verlag
ISBN: 9783442378364
Preis: 8,99 Preis




Das Buch „Himmelskinder“ der Autorin Marion Feldhausen ist als Taschenbuch bei Blanvalet erschienen. Es umfasst 319 Seiten mit Prolog, 63 bezifferten Kapiteln, Epilog und Danksagung. Der Titel „Himmelskinder“ bezeichnet Kinder, die scheinbar niemand vermisst und um die daher auch niemand bei ihrem Tod trauert.Das Cover zeigt denn solch ein Mädchen – allein, vor einem Getreidefeld, dahinter nur noch Weite. Die Buchstaben des Titels sind vorne und auf der Seite eingeprägt. Grundlage für diesen Krimi war ein realer Fall.
Der Prolog macht den Leser mit dem Thema Kindesmissbrauch bekannt. Doch die Autorin verliert sich nicht in Details, sondern deutet viele Dinge nur an. Dies ist ein typisches Merkmal für den Schreibstil, der sich über den ganzen Krimi hinweg zieht. Dennoch kann der Leser sich ein gutes Bild der jeweiligen Situation machen. Die Handlung beginnt damit, dass ein Toter in einem Hotelzimmer gefunden wird. Er hat einen kurzen Abschiedsbrief hinterlassen. War es Selbstmord? Das Team um Kommissar Alvermann vom Mordkommissariat in der fiktiven Stadt Karlsbach beginnt nach einem Grund für den Selbstmord zu suchen. Währenddessen wird ein Mädchen nackt, leblos und missbraucht in einem Gebüsch im Park gefunden. Alvermann erinnert sich in diesem Zusammenhang wieder an einen Fall der Kinderprostitution, der bereits einige Jahre zurückliegt und bei denen die Ermittlungen, von höchster Ebene der Justiz und Politik beeinflusst, plötzlich beendet wurden. Gibt es einen Zusammenhang? Obwohl es zunächst nicht so aussieht, ergibt sich eine Verbindung zu dem Toten im Hotelzimmer.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und dennoch von einer besonderen Eigenart. Kurze Sätze und Dialoge sind dafür kennzeichnend, ebenso ein gewisser Humor in diesen Dialogen. In den ersten Kapiteln wird eine größere Anzahl Agierender vorgestellt. Durch häufige Perspektivenwechsel ist es aber zunächst schwieriger den Überblick zu behalten, um welche Personen es dann in der nächsten Szene geht. Aber der Personenkreis wird im weiteren Verlauf nicht mehr nennenswert erweitert und so fließt die Geschichte schließlich bei konzentriertem Lesen. Eine Spannung baut sich ebenfalls durch die Wechsel auf, da am Schluss der jeweiligen Kapitel manches Mal noch ein gefundenes Ermittlungsdetail gegeben wird und man doch wissen möchte, wie sich dieses einfügt.
Marion Feldhausen versucht dem Leser Einblick in die Psyche eines Täters durch den Einschub der Schilderung einer hierfür modelmäßigen Kindheit. Diese Erfahrung bringt sie aus ihrem Beruf hier ein. Auch die Ermittler sind je eigene Charaktere, die aber teils nicht richtig greifbar werden. Das schadet dem Krimi jedoch nicht, da sich durch Fantasie bei jedem Leser ein eigenes Kopfkino entwickelt. Teilweise wirken die Ermittler durch ihre Erfahrung und Erkenntnisse bei dem länger zurück liegenden Fall der Kinderprostitution bei den aktuellen Recherchen hilflos und bereit auch zu nicht illegalen Mitteln zu greifen. Durch kursiv gesetzte Gedanken der handelnden Person versucht die Autorin dem Leser die jeweilige Person näher zu bringen.  Das Team um Kommissar Alvermann hat noch einiges an Entwicklungspotential. Zu einem schwierigen Thema hat die Autorin ein überzeugendes Buch geschrieben das mich nachdenklich hat werden lassen.

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