Montag, 20. August 2012

Rezension zu Sebastian Fitzek - Der Augensammler

 

Das älteste Spiel der Welt




Inhalt

Die Berliner Polizei jagt einen Täter, der mit seinen Opfern ein grausames Versteckspiel spielt: Zunächst tötet er die Mutter der Familie, dann entführt er das Kind und gibt dem Vater und den Ermittlern 45 Stunden Zeit, um es wiederzufinden. Bisher konnten die Kinder nach Ablauf der Zeit nur tot und mit nur noch einem Auge geborgen werden. Der Ex-Polizist und Journalist Alexander Zorbach berichtet regelmäßig über den Stand der Ermittlungen. Als der Augensammler seine vierte Spielrunde beginnt, wird Zorbach selbst zum Teil des Spiels: Offenbar spielt der Täter ihm exklusives Wissen zu, das ihn selbst zum Verdächtigen macht. Gemeinsam mit der blinden Physiotherapeutin Alina, welche den Augensammler getroffen haben will, begibt er sich auf die Suche…


Meinung


Das Cover deutet mit dem blutigen Band, auf dem der Titel geschrieben steht, das Genre an, ist ansonsten aber nicht sehr aussagekräftig. Das Cover der Fortsetzung (Der Augenjäger) gefällt mir da schon sehr viel besser! Ein ähnliches Bild hätte ich mir auch auf dem Cover dieses Buches sehr gut vorstellen können.

Fitzeks Schreibstil ist flüssig und fesselnd, sodass mich das Buch schnell in seinen Bann ziehen konnte. Sehr interessant fand ich die Idee, die Seitenzahlen und Kapitel rückwärts laufen zu lassen, das habe ich so bisher noch in keinem Buch erlebt. (Ich schaue beim Lesen immer sehr gerne nach, wie viele Seiten es noch bis zum Schluss sind. Die Arbeit wurde mir damit abgenommen!) Die Bedeutung des Rückwärtslaufes wird jedoch erst zum Schluss verraten. Gemeinsam mit dem Countdown des Versteckspiels hat mich dies sehr motiviert, möglichst schnell weiterzulesen, da ich unbedingt wissen wollte, was mich am Ende erwartet.

Alexander Zorbach konnte mich als unabsichtlich zwischen die Fronten geratener Ex-Polizist weitestgehend überzeugen. Gut konnte ich seine Ungläubigkeit nachvollziehen, als seine ehemaligen Kollegen von der Polizei ihn wegen vermeintlichem Täterwissen als Verdächtigen in Betracht ziehen. In der Folge findet er sich jedoch häufig in einem Dilemma wieder und muss Entscheidungen treffen, bei denen ich mich aus Lesersicht vielleicht anders entschieden hätte.
Die blinde Physiotherapeutin Alina spielt als Zorbachs wichtigste Informationsquelle ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie will den Augensammler in ihrer Praxis getroffen haben und bei einer Berührung mit ihm eine Vision seiner Handlungen erhalten haben. Gut gefallen hat mir die Beschreibung der Welt der Blinden, die dank Fitzeks ausführlicher Recherchearbeiten sehr anschaulich und nachvollziehbar ist. Die Idee von Alinas Visionen, von denen diese selbst fest überzeugt ist, konnte mich leider nicht überzeugen. Dieses Mystery-Element passte irgendwie nicht zum Rest der Handlung, ist aber ein tragendes Element und hat mich daher gestört.

Fazit


„Der Augensammler“ von Sebastian Fitzek ist ein packender und spannend geschriebener Thriller, bei dem der Protagonist ungewollt zwischen die Fronten der Polizei und des Täters gerät. Aufgrund von Mystery-Elementen, die nicht zum Rest der Handlung passen wollten, gibt es einen kleinen Abzug. Ich empfehle diesen Psychothriller jedoch gerne an alle Thrillerfans weiter! 

Weitere Informationen zum Buch

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Knaur TB
ISBN-10: 3426503751
ISBN-13: 978-3426503751

1 Kommentar:

  1. Für mich war es eine Premiere, einen Psychothriller von Sebastian Fitzek zu lesen. Dieser Thriller ist spannend ab der ersten Minute. Der Autor verwirrt den Leser schon von vorn herein, in dem er das Buch mit dem Epilog beginnt und die Kapitel von hinten beginnen. Die einzelnen Kapitel werden jeweils aus der Sicht einer der Figuren im Buch erzählt, so dass man sich in jeden gut hineinversetzen.

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