Dienstag, 25. September 2012

Rezension zu Manfred Böckl - Der Bayerische Hiasl: Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr

Mein Dank geht an den Sutton Verlag für das zur Verfügung stellen dieses historischen Romans!

Titel: Der Bayerische Hiasl- Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr
Autor: Manfred Böckl
Erscheinungsdatum: 16.08.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Sutton Verlag
ISBN: 9783954000364
Preis: 12,00 Euro

Der historische Roman „Der Bayerische Hiasl“ von Manfred Böckl ist als Taschenbuch im
Sutton Verlag erschienen und umfasst 347 Seiten inklusive Prolog, 25 Kapiteln, Epilog und Glossar. Der Autor erzählt entsprechend dem Untertitel „Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr“, kurz Hiasl oder auch nach seinem Elternhaus „Brentan-Hiasl“ genannt. So teilt sich der Roman einerseits in die Beschreibung des Kindes und Jugendlichen als Sohn eines Gemeindehirten und andererseits in die Erzählung wie Hiasl zum Wildschützen und Vogelfreien wurde. Auf dem Cover ist der Protagonisten mit seinem Hund abgebildet, basierend auf einem zeitgenössischen Kupferstich. Im Glossar findet sich eine ganze Anzahl Erklärungen zu speziell im bayrischen benutzten sowie altertümlichen Bezeichnungen. Das Verzeichnis hätte aber noch ausführlicher sein können.
Matthäus Klostermayr, der „Hiasl“ wurde 1736 in Kissing (Bayern) geboren. Sein Vater war Gemeindehirte und half im Herbst und Winter einem befreundeten Herrschaftsjäger, der in Diensten der Jesuiten der Hofmark Kissing stand, bei der Jagd. Bereits als Kind erfuhr der Hiasl so, dass die Jagd sehr nützlich sein kann, denn auch der Jäger erhält in der Regel ein Stück der Beute für sich. Für seine Hilfe im Elternhaus erlaubt ihm der Vater ihn und seinen Freund zu begleiten. Er hat Talent und wird schnell durch seine präzisen Schüsse und seine Jagdmethoden bekannt, so dass er aufgrund der Fürsprache des Herrschaftsjägers mit 16 Jahren zum Klosterjäger und Gutsknecht vom Schlossgut Mergenthau wird. Dort wird er aber aufgrund eines groben Scherzes, den er sich mit einem Pater erlaubt nach zweieinhalb Jahren entlassen und die Jagd wird ihm untersagt. Er findet eine Anstellung als Knecht bei einem Großbauern mit dem er aber in Streit gerät nachdem er mit dessen einziger Tochter und Gutserbin ein Verhältnis begonnen und sie schließlich geschwängert hat. Von Werbern des bayrischen Kurfürsten wird er durch einen Trick zur Armee verpflichtet, kann jedoch nach kurzer Zeit bereits fliehen. So beginnt das Leben als Vogelfreier und die Verfolgung des Matthäus Klostermayr. Immer wieder entzieht sich Hiasl seinen Häschern, oft sogar sehr knapp. In einer Wildererbande, der er sich zunächst anschließt, kommt es zum Streit mit dem Anführer. Doch nach einiger Zeit, die er alleine jagend verbringt, beschließt er eine eigene Bande aufzubauen, der sich immer mehr Wilderer anschließen. Doch es bleibt nicht bei der Wilderei, sondern die Bande verfolgt auch jede Verleumdung gegen eines der Mitglieder, bis dass es schließlich zum Mord kommt. Da es sich um die Darstellung einer historisch verbürgten Person handelt, ist das Ende unabänderlich.
Manfred Böckl hat mit dieser Geschichte einen historischen Hintergrund mit seiner Fantasie sehr schön ausgeschmückt. Die ans Moderne angepasste, manchmal deftige Sprache liest sich flüssig. Den Hiasl als Kind stellt der Autor aufgeschlossen, aber als richtigen Lausbub dar. Obwohl er im Laufe der Zeit sich einiger Vergehen schuldig macht, wird er ausschließlich als Opfer der Obrigkeit dargestellt. Adel und Staatsverwalter, vor allem aber den Klerus dagegen stellt der Autor nahezu ohne Ausnahme im negativen Licht dar. Dies ist der dichterischen Freiheit geschuldet. Dadurch bleibt der Protagonist dem Leser auch stets sympathisch. Tatsächlich war der Hiasl auch zu seiner Zeit beliebt, vor allem bei den Bauern, denen er auf Wunsch dabei half, Wildtiere wie zum Beispiel Wildschweine, die die Felder verwüsteten, zu jagen, die die Obrigkeiten gern als schmackhaften Braten auf ihrem Teller sahen. Insgesamt lässt der Autor ein buntes Bild der damaligen Zeit unter Schilderung der Lebensumstände der einfachen Bevölkerung entstehen. 

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