Montag, 5. November 2012

Rezension zu Laura Brodie - Stimmen in der Nacht

Titel: Stimmen in der Nacht
Autorin: Laura Brodie
Erscheinungsdatum: 01.06.2012
Buchausgabe: Klappenbroschur
Verlag: dtv (Deutscher Taschenbuchverlag) premium
ISBN: 9783423249126
Preis: 14,90 Euro




Der Roman „Stimmen in der Nacht“ von Laura Brodie ist als Klappenbroschur als dtv premium Ausgabe im Deutschen Taschenbuchverlag erschienen. Es umfasst 333 Seiten inklusive Prolog und 26 Kapiteln. Das Cover ist im unteren Teil in türkis-grün gehalten, die obere Hälfte nimmt die Gesichtshälfte eines Mädchens ein, die ihren Kopf im Klee gebettet hat und den Leser mit großen blauen Augen zurückhaltend anschaut. Dieses Mädchen möchte sich scheinbar verbergen vor den Ereignissen, die es mit angesehen und die Gestaltung ist daher passend zur Erzählung dieses Romans, der sich um ein Familiendrama dreht.
Emma unterrichtet englische Literatur am amerikanischen Holford College. Als ihr Mann eines Abends nicht zu Hause ist und sie sich von lauten Stimmen beim zu Bett bringen ihrer Tochter Maggie, 5 Jahre, gestört fühlt, geht sie in Konfrontation mit den verursachenden drei Studenten. Und dann ändert sich durch einen Übergriff einer der Studenten nicht nur ihr Leben, sondern das aller Beteiligten. Maggie hat, in ihrer Schlafzimmertür stehend, alles mitangesehen. Wie wird sie diese Situation verarbeiten?
Stimmen in der Nacht sind es, die Maggie aufwachen und an den Geschehnissen teilhaben lassen. Jedoch nicht nur aus deren Perspektive, sondern auch noch aus der Sicht der Mutter von Maggie und aus der einer der Studenten, betrachtet die Autorin was sich ereignet hat. Jeder hat seine Beweggründe unmittelbar nach der Tat so zu reagieren, wie Laura Brodie es erzählt. Aber jeder Charakter entwickelt sich über die Jahre weiter und arbeitet die Ereignisse auf seine eigene Art auf. Das bringt den Leser dazu sich selbst mit Schuld oder Unschuld der handelnden Personen auseinanderzusetzen. Die eindeutige Klärung der Schuldfrage sucht der Leser jedoch vergebens und eine eigene Positionierung zu diesem Thema ist für ihn schwierig. Laura Brodie erzählt flüssig, weicht aber einige Male vom Thema ab, in dem sie die Geschichte von Randfiguren sehr weit ausführt. Die Darstellung der unterschiedlichen Perspektiven ist interessant und die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Erst zum Ende des Buches hin klärt sich was damals wirklich geschehen ist und ob Maggie die Erlebnisse von damals aufarbeiten konnte, denn um nichts anderes geht hier. Daher empfehle ich dieses Buch an Leser weiter, die gerne Familiengeschichten lesen und sich nicht scheuen sich mit einem Drama auseinander zu setzen. 

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