Donnerstag, 6. Dezember 2012

Rezension zu Rachel Joyce - Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry


Titel: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
Autorin: Rachel Joyce
Erscheinungsdatum: 14.05.2012
Verlag: Krüger Verlag
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783810510792
Preis: 18,99 Euro


Rachel Joyce erzählt in ihrem Roman „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von der ungewöhnlichen Durchquerung des Heimatlands eines pensionierten Engländers.  Der im Krüger Verlag als Hardcover mit Schutzumschlag erschienene Roman  378 Seiten mit 32 Kapiten. Hinten im Buch findet sich eine hilfreiche Übersichtskarte von England, auf der die Reiseroute von Harold Fry eingezeichnet ist.

Eines Morgen, während der erst vor einem halben Jahr pensionierte Harold Fry am Frühstückstisch sitzt, trifft Post bei ihm ein. Er erhält einen Brief von seiner früheren Arbeitskollegin Queenie. Sie schreibt ihm aus einem Hospiz, das von Harold’s Wohnsitz aus gesehen, am anderen Ende von England liegt. Queenie ist schwer krank und verabschiedet sich von Harold. Sofort verspürt er das Bedürfnis ihr zu antworten. Danach bringt er den Brief zum Briefkasten, in den er ihn allerdings nicht einwirft. Stattdessen beschließt er den sonnigen Tag zu nutzen und zum nächsten Kasten zu gehen. Dann aber geht er auch dort vorbei zur Post und immer weiter, sehr viel weiter, raus aus der Eintönigkeit seines Alltags. 

Dieses Buch ist keine bloße Reiseerzählung. Rachel Joyce erzählt die Geschichte aus unterschiedlichen  Perspektiven. Einerseits darf der Leser Harold auf seiner Reise per Pedes begleiten, andererseits erfährt er aber auch einiges über Maureen, seiner Frau, die er zu Hause zurück gelassen hat. Beide sind in ihren Traditionen erstarrt. Durch die Trennung voneinander und den Abstand zueinander den sie dadurch gewinnen, beginnt jeder für sich Rückblick zu halten auf die guten und schlechten Tage des Miteinanders im Leben und daraus ganz neue Erkenntnisse zu ziehen. Eine wichtige Rolle spielt auch ihre jeweilige Beziehung zum gemeinsamen Sohn. Doch sie bleiben während der langen Trennung nicht allein, vor allem Harold begegnet auf seinem langen Weg den unterschiedlichsten Personen. Die Reise wird für ihn mit zunehmender Erschöpfung zu einem täglichen  Kampf mit sich selbst. Mit und mit blättert die Autorin Stationen eines Ehelebens auf und zeichnet das Porträt einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Arbeitskollegen. Mich hat mich dieses Buch unterstützt durch die Sprache und Gestaltung sehr berührt. Ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

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