Dienstag, 22. Januar 2013

Rezension zu Alex Morell - Survive: Wenn der Schnee mein Herz berührt

Titel: Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt
Autor: Alex Morel
Erscheinungsdatum: 10.01.2013
Verlag: Egmont Ink Verlag
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783863960476
Preis: 14,99 Euro




„Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt“ von Alex Morel ist im Egmont Ink Verlag erschienen und umfasst auf 253 Seiten zwei Teile mit insgesamt 35 Kapitel und einem Epilog. Der erste Teil handelt von den Vorbereitungen zu einem Flug, der zweite Teil beschreibt den Kampf ums Überleben nach einem Flugzeugabsturz in verschneitem Gebirge. Das Buch hat ein wunderschönes Cover im Vintagestil. Sowohl auf dem Schutzumschlag wie auf dem Hardcover ist eine Berglandschaft zu sehen, so wie man sich die Umgebung vorstellen kann in der das Flugzeug mit Jane und Paul, den Protagonisten, abgestürzt ist. Im Vordergrund des Umschlagcovers halten eine paar Frauenhände eine vereiste Rose. Für mich steht dieses Bild symbolisch für das Festhalten am Leben. Der Titel ist treffend zur Erzählung, beim Untertitel fehlt mir allerdings der Bezug zum Roman, da der Schnee nicht zu emotionalen Reaktionen bei Jane und Paul führt, er ist einfach da und ein Hindernis bei dem Versuch zu Überleben.


Jane lebt in einem Heim für selbstmordgefährdete Jugendliche. Nach einem Jahr Aufenthalt darf sie kurz vor Weihnachten zum ersten Mal nach Hause zu ihrer Mutter fliegen. Weihnachten ist für sie immer verbunden mit dem Selbstmord ihres Vaters vor einigen Jahren. Auf ihrem Weg zum Flughafen besorgt sie sich einen Tablettenmix, den sie während ihres Flugs einnehmen möchte und dessen Zusammensetzung tödlich wirken soll. Das Flugzeug stürzt ab bevor sie ihren Vorsatz in die Tat umsetzen kann. Auch Paul Hart, ein junger Mann, der den Platz neben ihr im Flugzeug hatte, hat den Absturz überlebt. Jane rettet zunächst Paul aus seiner misslichen Lage nach dem Absturz gerettet, dann machen die beiden sich auf den Weg eine bessere Stelle im Gebirge zu suchen, an der man sie wahrnehmen und retten kann. Es ist ein Kampf für das Leben.


Der Roman ist in einer einfachen Sprache geschrieben und daher leicht lesbar. Meiner Meinung nach schafft der Autor es, die Handlungen der jugendlichen Jane so einzufangen, wie sie in der Extremsituation nach dem Absturz tatsächlich reagiert haben könnte. So eine Situation hat sie gedanklich sicherlich noch nie durchgespielt. Obwohl sie sich selbst immer in ihren eigenen Mittelpunkt gestellt hat, in Selbstmitleid zerflossen und daher sich nichts mehr wünscht als ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch darüber darf nichts und niemand anderes entscheiden und genau darum geht es nun in dieser scheinbar ausweglosen Situation in den Bergen. Und sie ist nicht allein. Die Rettung von Paul gibt ihr kurzfristig mehr Selbstbewusstsein. Er schafft es, Jane emotional so aufzubauen, dass sie sich auf das Abenteuer Leben wieder einzulassen bereit ist. Von Paul als erfahrenen Sportler hätte ich mir allerdings etwas mehr Umsicht gewünscht. Die Umgebungsbeschreibung bleibt leider etwas ungenau, so dass ich mir die Szenerie schlecht vorstellen konnte. Grundsätzlich ist die Gegend recht unwirtlich, so dass Jane hieraus kaum Hoffnung schöpfen kann. Ich halte das Buch für junge Leser lesenswert, da mit dem Thema „Selbstmord“ ein Problem angesprochen wird, das gerne aus dem Alltag verdrängt wird und auf diese Weise aber einen Denkanstoß dazu liefert, sich damit auseinander zu setzen. In der Beziehung zwischen Paul und Jane geht es um mehr als Liebe, hier stehen Freundschaft und Vertrauen im Vordergrund. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für alle, die auch einmal über eine ernstere Seite des Lebens lesen möchten.

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