Donnerstag, 3. Januar 2013

Rezension zu Fitzek und Tsokos - Abgeschnitten

Titel: Abgeschnitten
Autoren: Fitzek, Sebastian und Tsokos, Michael
Erscheinungsdatum: 26.09.2013
Verlag: Droemer Verlag
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783426199268
Preis: 19,99 Euro


Der Thrillerautor Sebastian Fitzek und der Rechtsmediziner Michael Tsokos haben mit „Abgeschnitten“ gemeinsam einen Thriller geschrieben. Der Titel lässt sich dennoch weniger als medizinischer Begriff auffassen, sondern bezieht sich eher darauf, dass ein großer Teil des Romans auf der durch einen Orkan abgeschnittenen Insel Helgoland spielt. Das Cover ist recht schlicht gestaltet, die Namen der Autoren sprechen für sich. Eine Rasierklinge schneidet scheinbar etwas schräg auf. Zwar wird im Thriller keine Rasierklinge benutzt, dennoch steht sie symbolisch in Bezug auf den Inhalt. Fast unsichtbar Ton in Ton mit dem Hintergrund, aber erhaben gedruckt befindet sich rechts unten auf der Vorderseite des Schutzumschlags eine Schrift mit einer Telefonnummer, die man auch tatsächlich anrufen kann und die ein Goodie beinhaltet mit der Vorgeschichte zu einem der Erzählstränge. 


Im Prolog des Buches begegnet der Leser der 11-Jährigen Fiona, die für einen Bekannten eine blutige Gefälligkeit erledigt. Die Verknüpfung zum weiteren Geschehen erfolgt aber erst kurz zum Ende. Der eigentliche Thriller setzt ein auf Helgoland, das von einem gewaltigen Sturm vom Festland abgeschnitten ist. Dorf befindet sich die Comiczeichnerin Linda. Hier hat sie sich vor ihrem Ex-Freund versteckt, der sie weiterhin stalkt. Ihr Bruder hat ihr Versprochen eine Lösung für dieses Problem zu finden, aber trotz allem fühlt sie sich sogar hier noch beobachtet, was auch weitere Hinweise belegen. Unterdessen obduziert in Berlin der Rechtsmediziner Paul Herzfeld eine weibliche Leiche in deren Mundhöhle er eine Kapsel findet, die auf einem Stück Papier eine Telefonnummer enthält. Ein Anruf dieser Nummer bringt ihn in höchste Besorgnis, denn seine Tochter ist in Gefahr. Linda findet derweil am Ufer der weiter sturmumtosten Insel eine Leiche neben der eine Herrenhandtasche liegt, die nur einen einzigen Gegenstand enthält: ein Handy. Als sie die Nummer der eingegangenen Anrufe wählt, nimmt Herzfeld am anderen Ende ab! 


Linda wird zum verlängerten Arm des Rechtsmediziners, der sich auf eine atemlose Jagd gegen die Zeit zur Rettung seiner Tochter begibt. Die beiden Erzählstränge der Handlungsorte Helgoland und Berlin werden unterbrochen von Schilderungen über einen Vergewaltiger und seines Opfers. Unklar bleibt sehr lange, ob es sich dabei um Herzfelds Tochter handelt. „Abgeschnitten“ ist ein durchgehend spannender Thriller, bei dem es zum Ende hin noch eine unerwartete Begegnung mit einem längst Totgeglaubten gibt. Dadurch, dass Tsokos Rechtsmediziner ist, gehe ich davon aus, dass die geschilderten medizinischen Vorgänge so auch real sein könnten. Die Erzählung ist an einigen Stellen blutig schockierend und dennoch oder gerade deswegen habe ich fasziniert weiter gelesen.  Die Protagonisten und die Helfer an ihrer Seite sind ganz besondere Charaktere, die man sich nach der Beschreibung gut vorstellen kann. Einige Nebenfiguren bleiben jedoch etwas blass, was der Story aber nicht schadet. Wie die beiden unterschiedlichen Geschichten  miteinander verknüpft werden ist meisterhaft, der Zeitfaktor bringt Dramatik ins Geschehen.  Mir hat es sehr gut gefallen und ich empfehle das Buch gerne weiter.

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