Donnerstag, 17. Januar 2013

Rezension zu Kai Meyer - Asche und Phönix

Titel: Asche und Phönix
Autor: Kai Meyer
Erscheinungsdatum: November 2012
Verlag: Carlsen Verlag
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
ISBN: 9783551582911
Preis: 19,90 Euro


Der Jugendfantasyroman „Asche und Phönix“ von Kai Meyer ist als Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen im Carlsen Verlag erschienen und umfasst 460 Seiten mit Vor- und Abspann sowie 69 Kapiteln in drei Akten. Dem Buch beinhaltet ist ein ebook des Romans. Der Titel des Buchs ist eine Anspielung auf die Namen der Protagonisten und auf einen auf den Künstler Dali zurückzuführenden Ausspruch, der in etwa besagt, dass ein Künstler immer wieder Neues aus der Asche seiner Werke schaffen soll. Die Bedeutung wird beim Lesen des Buches klar. Das Cover zeigt einen kleinen, im Licht der untergehenden Sonne getauchten Ort an der Meeresküste, der sich an einen Bergrücken schmiegt, so wie es ihn im Süden Frankreichs, einem der Handlungsorte des Romans, geben könnte. Die weitere Farbgebung ist ziemlich düster, an einigen Stellen spielen sich Ranken ins Bild. Ich finde die Gestaltung passend für einen Roman wie diesen, in dem es dämonisch zugeht vor der Hintergrundkulisse der Medienwelt von heute: realistisch und dem Leser ein Traumbild vorgaukelnd. Auf dem Hardcover und dem Umschlagrücken sind Fotos zu sehen, die wie beiläufig auf Mauerwerk geklebt wurden. Hierzu erfährt der Leser mehr im Laufe der Erzählung.


Der Vorspann zeigt dem Leser gleich auf, dass es sich um einen Fantasyroman handelt. Ein Mann kniet in einem trockenen Swimmingpool vor einem brennenden, gezeichneten Smileygesicht. Er selbst steht ebenfalls in Flammen, klettert jedoch aus dem Pool. Die Handlung steht in direkter Verbindung zum Abspann. Sie ist zeitlich vorher angesiedelt und dient dem Leser zum Verständnis der  letzten Szene. Mit Beginn des ersten Akts trifft der Leser auf den Protagonisten Parker Cale. Er ist ein junger Schauspieler und spielt die Hauptrolle in den Filmen zu den „Glamour“-Büchern, einer Romantasy-Trilogie die sein Vater für ihn hat schreiben lassen.  Auf der Pressekonferenz in London zur Präsentation des dritten Films hat er sich von seinem Vater losgesagt und ist nun auf dem vorzeitigen Rückweg zu seinem Hotel. Unterdessen hat Ashley, kurz Ash genannt, die Zeit genutzt um als Zimmermädchen getarnt in sein Zimmer einzudringen. Ash gehört zu einer Gruppe, die überall dort lebt, wo Wohnungen freistehen. Die Informationen dazu werden über ein internes Netz geteilt. Sie lebt von kleinen Diebstählen. Während sie in Parkers Zimmer auf der Suche nach Bargeld ist, trifft dieser dort ein und  erkennt recht schnell die Situation. Doch statt die Polizei zu rufen macht er sich das Wissen von Ash um die Örtlichkeiten im Hotel zunutze, um unerkannt von dort vor seinen Fans und der Presse zu fliehen. Er bittet Ash darum, ihn bei sich aufzunehmen, da er sich vor seiner Assistentin Chimena, die kein Mensch ist, verstecken möchte. Er bleibt jedoch nicht lange unentdeckt und die beiden flüchten zunächst weiter zu einem Freund und Schauspielkollegen von Parker nach Lyon in Frankreich. Ihm und seinem Ruhm auf der Spur ist aber nicht nur sein Vater und seine Assistentin, sondern noch weitere dämonische Wesen, allen voran Libatique mit dem sein Vater noch vor seiner Geburt einen Pakt eingegangen ist. Dieser Pakt und seine Folgen entfalten sich dem Leser erst nach und nach.


Bereits zu Beginn des Buches wird Spannung aufgebaut. Durch unerwartete Wendungen wird der Leser einige Male überrascht und so die Spannung aufrechterhalten. Unterstützt wird das Ganze durch manchen raschen Szenenwechsel. Sowohl Ash wie auch Parker werden von Kai Meyer als  ganz eigene Persönlichkeiten beschrieben. Ash, die eigenwillige, mittellose Diebin und Parker, der berühmte, ruhmsüchtige Schauspieler scheinen eigentlich nicht zusammen zu passen scheinen. Doch trotz ihrer weniger positiven  Eigenschaften sind sie dem Leser von Beginn an sympathisch. Der Autor schreibt leicht lesbar und so, dass man sich die Handlung fast wie in einem Film vorstellen kann. Trotzdem fand ich einige Szenen für ein Jugendbuch doch ziemlich gewaltsam und zu detailliert beschrieben. Sehr interessant fand ich die Einarbeitung des Themas „Ruhm“, dessen Darstellung in der Öffentlichkeit und die Folgen für den Künstler. Trotz des Fantasyhintergrunds lässt einen dies nachdenklich werden. Die Spannung nimmt im Laufe der Geschichte noch einmal weiter zu als Dämonen ins Geschehen eingreifen, deren Hintergrund jedoch vage bleibt trotz einiger eingefügter, in Kursivschrift gesetzter Kapitel, die Libatique in den Fokus nehmen. Es beginnt eine temporeiche Flucht von Ash und Parker, die ihren Verfolgern einige Male knapp entkommen und stets Tod und Verwüstung hinterlassen.


Alles in allem habe ich mich durch dieses Buch sehr gut unterhalten gefüllt und empfehle es den Lesern des Urban Fantasygenres gerne weiter. Ich vergebe 4,5 Sterne, die ich auf 5 aufrunde.
Die Rezension von Nabura zum gleichen Buch findet ihr hier: "Asche und Phönix" aus Naburas Sicht

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