Sonntag, 27. Januar 2013

Rezension zu Mia Morgowski - Dicke Hose




~ Inhalt ~


Alex wohnt in Hamburg und arbeitet für ein Maklerbüro. Leider hat er seit mehreren Monaten keine Wohnung mehr verkauft. Dass dies an seiner flapsigen Art und einem Problem mit Frauen liegt, möchte er sich allerdings nicht eingestehen. Gegenüber seinen Freunden und seiner neuen Freundin macht er daher einen auf dicke Hose. Und so wird er von seinem Kumpel Flo um den Gefallen gebeten, für eine Weile in seinem Geschäft für ihn einzuspringen – wenn er so erfolgreich ist, kann er doch sicherlich alles verkaufen! Kein Problem, denkt sich auch Alex – doch dann stellt er fest, dass in besagtem Geschäft vor allem Handtaschen und Unterwäsche für Frauen verkauft werden. Angekündigt als ehemaliger Prada-Verkäufer beginnt Alex an seinem ersten Arbeitstag gleich wieder mit der Hochstapelei – und die Dinge nehmen ihren Lauf…

~ Meinung ~


Die Aufmachung des Buches gefällt mir gut. Auf den ersten Blick ist klar, dass es sich hier um ein humorvolles Gute-Laune-Buch handelt. Auch das Daumenkino im inneren des Buches ist eine schöne Idee. Schade finde ich allerdings, dass die rosa/pinke Farbe männliche Leser eher nicht ansprechen wird, denn die Geschichte ist in meinem Augen für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet.

Über Alex‘ Charakter musste ich von der ersten Seite an den Kopf schütteln. Ihm gelingt es zielsicher, von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten. Darüber hinweg täuscht er durch ein von ihm errichteten Lügengebilde, das mit jeder Seite größer, aber auch wackliger wird. Mit jeder neuen Lüge habe ich mich gefragt, wann es wohl zusammenbrechen wird. Eins muss man Alex aber lassen: Trotz aller Lügen hat er einen charmanten und lieben Kern, sodass ich häufig nur grinsend den Kopf über ihn schütteln musste. In einigen Situationen legt er allerdings auch eine unglaubliche Naivität an den Tag, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte und durch die zum Beispiel Missverständnisse lange nicht aufgeklärt wurden. Diese sind gegenüber den zahlreichen humorvollen Szenen, die mich gut unterhalten konnten, aber in der Minderheit.

Am sympathischsten war mir in der Geschichte Victoria, welche während Florians Abwesenheit die Verantwortung für das Geschäft übernommen hat. Sie behält inmitten all des Chaos stets den Überblick und versucht, den Betrieb trotz Mitarbeiterausfällen aufrecht zu erhalten und Alex in den Modeverkauf einzuführen. Dies resultiert jedoch meist darin, dass sie das Schlamassel, das Alex angerichtet hat, wieder beseitigen muss. Ihr Verhalten und ihre Gefühle konnte ich von allen Charakteren in diesem Buch am besten nachvollziehen.

~ Fazit ~


„Dicke Hose“ ist humorvoll und kurzweilig. Das Lügengespinst des Hauptcharakters Alex ist so abenteuerlich, dass zahlreiche ausweglose Situationen zustande kommen, welche er eher schlecht als recht meistert. Gelegentlich war mir sein Verhalten zu naiv, meist aber einfach nur amüsant. Das Buch empfehle ich als humorvolle Lektüre für zwischendurch gerne an Leserinnen weiter (und möchte auch die männlichen Leser ermuntern, sich nicht von der Coverfarbe abschrecken zu lassen).


Die Rezension von Girdie zum gleichen Buch findet ihr hier: "Der letzte Zauberlehrling" aus Girdies Sicht

 

Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 352 Seiten
Preis: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: Dezember 2012
Verlag: rororo
Link zur Buchseite des Verlags

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