Sonntag, 13. Januar 2013

Rezension zu Monika Felten - Die Saga von Thale 1: Elfenfeuer

Titel: Die Saga von Thale 1: Elfenfeuer
-Deutscher Phantastikpreis 2002-
Autorin: Monika Felten
Erscheinungsdatum: Juni 2003, 5. Aufl. 2005
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 9783492265010
Preis: 9,90 Euro


„Elfenfeuer“ von Monika Felten ist der erste Teil der „Saga von Thale“ und als Taschenbuch im Piper Verlag erschienen. Das Buch umfasst 476 Seiten inklusive Prolog, drei Buchteilen mit nummerierten Kapitelunterteilungen und Epilog. Vorne im Buch befindet sich eine Übersichtkarte über die von der Autorin geschaffene, mystische Welt von „Thale“, die ich sehr nützlich finde. Dieser erste Teil der Saga erhielt im Jahr 2002 den „Deutschen Phantastik Preis“ als bester deutschsprachiger Roman. Der Buchtitel leitet sich ab von dem erfundenen Naturereignis des Elfenfeuers , das nur einmal in hundert Sommern der Fantasywelt Thale über dem dortigen Ylmazur-Gebirge stattfindet. Das Buchcover ist recht düster gehalten, steht aber wohl symbolisch für die Herrschaft des finsteren An-Ruckhbars, einem Wesen aus einer anderen Dimension, über Thale. So könnte das abgebildete Tor in übertragener Weise als Tor zu einer anderen Welt gesehen werden.


Der Prolog erzählt von der noch jungen Nebelelfe Shari, einer Schwester von Naemy, die eine tragende Rolle in der Saga spielt. Shari ist von ihrer Heimat in den Sümpfen Numarks aus weit in den Norden von Thale an der Grenze zur Finstermark gekommen, um dort Heilkräuter zu sammeln. Eines Abends beobachtet sie, wie der Himmel aufzureißen scheint. Sie weiß es nicht, aber dies ist der Moment an dem An-Rukhbar aus einer anderen Dimension nach Thale kommt um die Gütige Göttin zu verbannen, die Nebelelfen und Druiden auszulöschen und sich die Menschen untertan zu machen. Der Druide Anthork prophezeit vor seinem Tod aber die Ankunft eines Retters nach zehn Sommern. Daraufhin verhängt An-Rukhbar im siebten Jahr unter den Menschen das Verbot Kinder zu bekommen. Jeder Verstoß wird gnadenlos verfolgt. Ilahja gelingt es jedoch in diesem zehnten Sommer mit der Hilfe von Freunden unbemerkt, das ihr durch die Botin der Gütigen Göttin verheißene Mädchen mit Namen Sunnivah zur Welt zu bringen. Sie stirbt bei der Geburt und Sunnivah wird von der Nebelelfe Naemy zu den Priesterinnen nach In-Gwana-Thse gebracht, wo sie heranwächst und an ihrem 16. Geburtstag davon erfährt, dass sie als Schwertpriesterin auserwählt wurde, die Gütige Göttin zu befreien. Zunächst will sie es nicht glauben, doch sie trägt das Mal der Auserwählten. Nur sie kann für sich entscheiden, ob sie ihr Schicksal annehmen will und es dadurch Hoffnung auf Freiheit  für Thale geben wird.


Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, wenn man den Prolog hinzunimmt, sogar auf drei. Einerseits wird von der Mutter der von der Gütigen Göttin zu ihrer Befreiung ausgesuchten Sunnivah erzählt und von ihren Schwierigkeiten unter den gegebenen Bedingungen überhaupt ein Kind zur Welt zu bringen. Bereits auf dieser Ebene lernt der Leser eigens für die Saga von der Autorin erdachte Geschöpfe kennen, durch die es auch zu einigen Wendungen in der Erzählung kommt. Andererseits verfolgt der Leser in der Zeit als Sunnivah herangewachsen ist, deren Ringen damit die Auserwählte zu sein und ihre Aufgaben zu erfüllen.  Insgesamt ist Thale in einer Welt angesiedelt, die waffentechnisch, mit Ausnahmen von Kriegsgerät aus einer anderen Dimension, und auch dem Setting nach mit dem Mittelalter vergleichbar ist. Sowohl Sunnivah wie auch ihre Mutter sind starke Frauen mit eigenem Willen, die so in die Geschichte ihres Volks eingreifen. Zeitgleich hat die Erzählung mit dem obersten Kriegsherrn Tarek und seinem aufmüpfigen Sohn Vaith männliche Pendants, wobei gerade Vaith auch einen freien Geist zeigt und sich nicht einfach den Befehlen des An-Rukhbar unterwirft wie sein Vater. Eine weitere wichtige Figur der Story ist, wie bereits erwähnt, Naemy, die Nebelelfe. Die Nebelelfen verfügen nach der Fantasie der Autorin über ganz besondere Eigenschaften wie die Reise durch die Dimensionswelt mittels Pentagrammen, das Gedankenlesen und ein besonders langes Leben.

Monika Felten weiß mit ihrem Schreibstil den Leser zu fesseln. Sie achtet auf viele Details, so dass die Szene dem Leser vor Augen lebendig wird. Spannung wird zu Beginn dadurch aufgebaut, ob es gelingen wird, ein Kind unbemerkt zur Welt zu bringen. Später wird die Spannung aufrechterhalten durch die Erzählung über die Entscheidung und den weiteren Weg  Sunnivahs. Insgesamt ist Elfenfeuer ein flüssiges geschriebenes und leicht  lesbares Buch und ich empfehle es den Lesern des Fantasygenres gerne weiter.

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