Donnerstag, 14. Februar 2013

Rezension zu Gerd Ruebenstrunk - Der letzte Zauberlehrling



 

 ~ Inhalt ~


Humbert ist seit acht Jahren Zauberlehrling bei Gordius, einem Zauberer Fünfter Klasse. Eines Tages teilt ihm Gordius jedoch mit, dass er ihm alles beigebracht habe, was er weiß. Nun soll Humbert vom Land in die Großstadt Paris fahren, um dort auf dem jährlich stattfindenden Ball der Zauberer einen neuen Meister zu finden. Am Bahnhof trifft er auf die Zwillinge Ignatius und Agneta, die schlechte Neuigkeiten für ihn haben: Alle Zauberer haben dem Unternehmer Pompignac ihre Zaubersprüche verkauft, und von nun an gibt es keine Meister mehr. Humbert gibt jedoch nicht auf. Zufällig trifft er auf Promotheus, den letzten Zauberer erster Klasse, der seine Zaubersprüche nicht verkauft hat und bereit ist, ihn als Lehrling aufzunehmen. Während Humberts Ausbildung voranschreitet, zeigt sich allmählich, dass Pompignac mit dem Ankauf aller Zauberer einen gefährlichen Plan verfolgt. Werden Humbert und seine Freunde ihn aufhalten können?

~ Meinung ~


Der Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen. Langsam wird der Leser an die Welt der Zauberer herangeführt. Das diese kurz vor dem Aus steht scheint in der französischen Provinz noch niemand zu ahnen. Mit Humberts Fahrt nach Paris und der Erkenntnis, dass er der letzte Zauberlehrling ist, der bei einem mächtigen Zauberer lernen darf, nimmt das Tempo der Erzählung zu. Humberts Versuche, den Anforderungen seines Meisters gerecht zu werden, sich in der Großstadt zurechtzufinden und neue Freunde zu gewinnen, sind unterhaltsam beschrieben. Immer stärker tritt schließlich die Bedrohung durch Pompignac und seine Helfer in den Vordergrund und sorgt für eine spannende zweite Buchhälfte, in der die Ereignisse immer turbulenter werden.

Im Zentrum der Handlung steht eine überschaubare Anzahl an Personen, die facettenreich gestaltet sind und mich mit ihrem Verhalten überraschen konnten. Jeder von ihnen durchläuft während der Geschichte eine authentische Entwicklung. Neben Humbert und seinem Lehrmeister spielt das Werhörnchen Lothar eine zentrale Rolle und war für mich die faszinierendste Figur des Buches. Er ist stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht und versteht es, mit großer Listigkeit die Charaktere in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken. Dieses Verhalten macht es nicht nur den Charakteren im Buch, sondern auch dem Leser schwer, ihn einzuschätzen. Da einige Kapitel jedoch aus seiner Perspektive geschrieben sind und Lothars Sicht auf die Menschen und Zauberer zynisch und herrlich amüsant ist, konnte ich nicht umhin, diese tragisch-komische Figur zu mögen.

„Der letzte Zauberlehrling“ ist ein fantasiereicher Roman in dem es neben dem Zaubern um Freundschaft, Gerechtigkeit und dem Kampf gegen dunkle Machenschaften geht. Die starken Zufälle, welche die Handlung immer wieder in die richtige Bahn gelenkt haben und die Namen der Protagonisten, welche ich nicht unbedingt im Frankreich des 19. Jahrhunderts vermutet hätte, bleiben meine einzigen Kritikpunkte. Ich kann dieses Buch an Jugendliche weiterempfehlen, aber auch ältere Leser wird diese Geschichte unterhalten können.

Die Rezension von Girdie zum gleichen Buch findet ihr hier: "Der letzte Zauberlehrling" aus Giedies Sicht

Weitere Informationen zum Buch


Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: Juli 2012
Verlag: arsEdition
Link zur Buchseite des Verlags

Kommentare:

  1. Schöne Rezension :-)
    Ich mochte Lothar auch sehr gerne :-)
    Im März erscheint ja schon der neue Ruebenstrunk "Assassino" - da freu ich mich schon drauf, obwohl (oder gerade weil) ich die Geschichte schon kenne. Sehr spannend!

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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    1. Wow, schon ein neues Buch? Danke für den Hinweis! :-) Das scheint ja auch wieder ein Einzelband zu sein, super. Ich habe schon so viele Serien angefangen... ;-)

      Liebe Grüße, Nabura

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