Donnerstag, 14. März 2013

Rezension zu Brigitte Riebe - Die schöne Philippine Welserin

Titel: Die schöne Philippine Welserin
Autorin: Brigitte Riebe
Erscheinungsdatum: 04.03.2013
Verlag: Gmeiner Verlag (Link zur Verlagsseite des Buchs)
Buchausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 9783839213513
Preis: 14,99 Euro


„Die schöne Philippine Welserin“ von Brigitte Riebe ist im Gmeiner Verlag erschienen und umfasst 337 Seiten. Auf dem Cover dieses historischen Kriminalromans ist das Porträts einer jungen Frau zu sehen, dass die Protagonistin darstellt. So gewinnt jeder Leser einen Eindruck davon, warum die Schönheit von Pippa, wie sie manchmal genannt wird, gerühmt wurde. Auch die weitere Covergestaltung in rosa mit violettem Rankenmuster und grünen Randstrichen gefällt mir sehr gut.


Das Buch beschreibt Szenen des Lebens der Philippine Welser, die von 1527 bis 1580 lebte. Jedes Kapitel ist mit einem Heilkraut betitelt, das auf der übernächsten Seite abgebildet und mit Vor- und Nachteilen benannt ist. Das Besondere macht es aus, dass jede Pflanze eine Rolle im nachfolgenden Kapitel spielt. Der Leser begegnet Philippine zum ersten Mal im Prolog am Ende ihres Lebens. Sie hat bereits ihr Tagebuch bereitgelegt, um es ihrer Vertrauten zur sicheren Aufbewahrung nach ihrem Tod zu geben. Philippine wächst in Augsburg in einer betuchten Kaufmannsfamilie auf. Obwohl der Vater nach Ravensburg gezogen ist, wohnt sie dort mit ihrer heilkundigen Mutter in der Nähe des Onkels, der die Familiengeschäfte an seinen Sohn weitergegeben hat, aber gern den beiden auch in finanzieller Not behilflich ist. Die Schwester ihrer Mutter wohnt auf Schloss Bresnitz in Böhmen. Bei einem Besuch hat sie dort Ferdinand II. kennengelernt, den Sohn des Kaisers, zu dem sie in scheinbar hoffnungsloser Liebe entbrennt. Trotzdem beginnt sie nach ihrer Heimkehr ein Techtelmechtel mit einem dorfansässigen Zimmermann. Als dieser sich für eine andere entscheidet und sich die Gelegenheit bietet, reist sie wieder zu ihrer Tante, die es einfädelt, dass Friedrich sie besucht. Das ist der Auslöser für eine romantische Liebesbeziehung zwischen den beiden.


Die Autorin spielt in diesem Buch mit den realen Fakten und ihrer Fantasie, die sie gekonnt miteinander vermischt. Daraus ist eine sehr schöne Liebesgeschichte entstanden, die sich flüssig und schnell lesen lässt und gleichzeitig auch spannend ist. Denn da die Heirat zwischen Philippine und Friedrich geheim gehalten werden musste, galt sie bei vielen natürlich nur als Liebschaft des Kaisersohns. Sie hatte Neider, die ihr und ihren Nachkommen nach dem Leben trachteten. Die Nummer Eins bei der Wahl der Mordwaffe war Gift. Ermittlungen, wie wir sie heute kennen, fanden damals nicht statt und waren vielleicht auch im Umkreis eines Sohns des Kaisers nicht erwünscht. Die kriminellen Taten wurden eventuell auch von der damals als Erklärung gern hinzugezogenen Mystik vertuscht. 


Brigitte Riebe versteht es auch in ihrem neuen Roman mit Leichtigkeit den Figuren Form zu geben, so dass der Lesen sie in ihrer Welt erleben kann. So beschreibt sie Philippine als eine für ihre Zeit über das Übliche hinaus gebildete Person, die von ihrem Onkel den kaufmännischen Umgang mit Zahlen gelernt hat. Von ihrer Mutter hat sie das Interesse und das Wissen über die Wirkweise von Kräutern erworben. Mehrere Schicksalsschläge und die ständige Angst ermordet zu werden auf der einen Seite und andererseits ihr Wunsch eine gute Mutter und Gattin zu sein führen zu einer inneren Zerrissenheit. Sie gibt sich gerne leiblichen Genüssen hin, die mit zunehmendem Alter Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben. Durch den Wechsel der Perspektive innerhalb der Kapitel in die Ich-Erzählung der Philippine kommt der Leser der Gefühlswelt der Protagonistin nah. Aber auch die übrigen Charaktere wie beispielsweise  ihren Onkel, ihre Tante in Böhmen und ihre Schwägerin Eva, die eine wichtige Rolle im Leben von Pippa spielen, gestaltet die Autorin liebevoll treffend. Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich gebe gerne eine Leseempfehlung an die Leser historischer Liebesromane.


Ein Dankeschön an vorablesen.de für den Gewinn des Buches und den Gmeiner Verlag für das Zuschicken des Rezensionsexemplars!

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