Samstag, 9. März 2013

Rezension zu Karl Olsberg - Die achte Offenbarung



~ Inhalt ~


Paulus Brenner arbeitet am Institut für mittelalterliche Geschichte an der Universität in Hamburg. Spezialisiert hat er sich auf Kryptologie, und so staunt er nicht schlecht, als ihm eines Tages ein uraltes verschlüsseltes Manuskript überreicht wird. Es stammt aus dem Besitz seiner Großmutter, welche es im Krieg einem Freund zur Aufbewahrung gab. Nun möchte dessen Nachfahre es Paulus zurückgeben. Paulus macht gleich an die Entschlüsselung des Manuskripts. Dabei muss er feststellen, dass im Manuskript Ereignisse, die erst Jahrzehnte und Jahrhunderte nach seiner Entstehung geschahen, vorhergesagt wurden. Insgesamt acht Offenbarungen enthält das Buch, das Paulus Fähigkeiten alles abverlangt. Wird die achte Offenbarung die Zukunft prophezeien? Die Zeit arbeitet gegen Paulus, denn Unbekannte wollen die Entschlüsselung verhindern…

~ Meinung ~


Die Idee des Buches hat mich von Beginn an begeistern können. Wie geht man mit einem Buch um, das in der Zukunft liegende Ereignisse vorhergesagt hat? Hier sucht der Autor auf wissenschaftlicher Basis nach Erklärungen, und die Erläuterungen zu Wurmlöchern und Paralleluniversen mögen zwar unglaublich klingen, konnten mir aber verständlich gemacht werden. Auch der Frage, wie man mit unglaublichen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit treten soll, ohne als Verrückter abgetan zu werden, wurde auf den Grund gegangen. Hier waren sich die Charaktere sehr uneinig, und ich habe mich gefragt, für welchen Weg ich mich wohl entschieden hätte.

Ebenfalls sehr gefallen hat mir, dass der Leser an der Entschlüsselung des Manuskripts teilhaben konnte. Verschiedene Codiervarianten wurden erläutert und auch stellenweise „Originale“ des Codes abgedruckt, sodass der Leser sich auch selbst als Kryptologe versuchen und miträtseln konnte. Auch bei der Suche nach den passenden Codewörtern, die mit Rätseln beschrieben wurden, habe ich mitgeraten.

Die Umsetzung der Idee weist kleine Schwächen auf. Der Großteil des Buches widmet sich der Entschlüsselung des Manuskripts und der Flucht vor den Verfolgern. Die Suche nach dem passenden Codewort gestaltete sich für meinen Geschmack gelegentlich etwas langwierig. Vor allem Dirk, der Paulus bei der Entschlüsselung helfen wollte, nervte mich ziemlich, und Paulus Vertrauen in ihn war für mich nicht nachvollziehbar.

In wenigen Kapiteln des Buches wird von weiteren Ereignissen berichtet, die mit dem Manuskript in Verbindung stehen. Diese Nebenhandlungen sind wirklich kurz gehalten, ermöglichten aber ein besseres Verständnis der Ereignisse rund um die Manuskriptentschlüsselung und haben dem Buch zusätzliche Spannung verliehen.

„Die achte Offenbarung“ ist ein Thriller mit einer brillanten Idee, die in der Umsetzung kleine Schwächen aufweist. Die Handlung vermittelt neben Spannung auch historisches Wissen und Kenntnisse über die Entschlüsselung von Codes, die den Leser zum Mitdenken anregen. Wer gerne rätselt und etwas über modernen Terrorismus lesen möchte, dem kann ich „Die achte Offenbarung“ empfehlen.


Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 464 Seiten
Preis: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 6. März 2013
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Link zur Buchseite des Verlags

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


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