Samstag, 6. April 2013

Rezension zu Aileen P. Roberts - Das Land jenseits der Zeit: Elvancor 1



~ Inhalt ~


Die Zeit nach dem Abitur hatte sich Lena richtig toll vorgestellt: Mit gespartem Geld wollte sie eine Reise durch verschiedene Länder unternehmen. Doch weil sie bei einem Unfall die Schuld für ihren inzwischen ehemaligen Freund übernommen hat, ist sie nun quasi pleite und muss zudem noch Sozialstunden im Altenheim ableisten. Was für ein Horror! Zum Glück gibt es nette Heimbewohnerinnen wie Frau Winter, die Lena am liebsten von ihrer Zeit in Elvancor erzählt – einem magischen Land jenseits der Zeit. Nach Frau Winters Tod erhält Lena von ihr einen Abschiedsbrief. Gemeinsam mit Frau Winters Enkel Ragnar soll sie den Schatz der Tuavinn, eines Volkes in Elvancor, finden, der in dieser Welt versteckt ist. Ragnar und Lena beginnen mit der Suche…

~ Meinung ~


Die Beschreibung des Buches hat mich sehr angesprochen. Die Suche nach einem geheimnisvollen Schatz und ein Land jenseits der Zeit, das klang nach einem spannenden Fantasybuch ganz nach meinem Geschmack. Das Buch startete dann auch vielversprechend: Lena lernt Frau Winter kennen und lauscht ihren Geschichten über Elvancor: Wasserfälle, die in den Himmel ragen; Drachen, die am Himmel kreisen; magische Plätze, die gegen die gefährlichen Rodhakan verteidigt werden mussten… all das machte Lust darauf, an Lenas Seite selbst nach Elvancor zu reisen.

Nach Frau Winters Tod beginnen Ragnar und Lena dann mit ihrer Schatzsuche. Ich erwartete, dass diese einige Seiten in Anspruch nimmt und dann die Reise nach Elvancor stattfindet. Doch leider hielt die Geschichte nach Frau Winters Tod für mich nur noch Enttäuschungen bereit. Die Schatzsuche wird von Ragnar und Lena eher nebenher betrieben, so richtig kommen die beiden einfach nicht voran. Irgendwann ist die Schatzsuche mangels neuer Hinweise gänzlich vergessen, und stattdessen vertiefen die beiden ihre Freundschaft. Ragnar berichtet Lena von seiner Kindheit in Island und unternimmt mit ihr zahlreiche Reitausflüge. Ganz ehrlich? Ich bin kein Pferdenarr, und bald schon musste ich jedes Mal gequält aufstöhnen, wenn die beiden sich schon wieder auf den Pferderücken schwangen und über viele Seiten ihr Reitausflug beschrieben wurde.

Wo blieb das verheißungsvoll angekündigte Elvancor? Bis auf die Begegnung mit gutmütigen keltischen Geistern und rätselhaften Schattenwesen, deren Intention mir nicht so ganz klar wurde, bot das Buch leider wenig fantastische Elemente. Stattdessen fragt sich Lena, ob sie eher im Timo oder in Ragnar verknallt ist und muss sich gegen ihren strohdummen Exfreund behaupten. Warum sie für ihn die Schuld übernommen hat und das nicht mal ihren Eltern gegenüber beichtet, konnte ich nicht nachvollziehen. Während ich über Lenas Verhalten nur den Kopf schütteln konnte, war mir Ragnar recht sympathisch, auch wenn ich von seinen Vorträgen über Naturverbundenheit bald genug hatte.

Das Ende (und damit meine ich die allerletzten 33 Seiten) wurde dann nochmal ein wenig spannend. Endlich geschah das, was schon in der Buchbeschreibung verraten wird. Auf den letzten 6 Seiten erhält der Leser dann auch tatsächlich einen Einblick in Elvancor. Bis dahin hatte mich das Buch leider schon so frustiert, dass mich diese kleine Wiedergutmachung auch nicht mehr überzeugen konnte.

„Elvancor – Das Land jenseits der Zeit“ handelt leider nur von der Suche nach Elvancor – und die gestaltet sich in meinen Augen zäh und wenig spannend. Auch mit den Charakteren konnte ich mich, obwohl sie in meinem Alter waren, nicht so recht identifizieren. Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen. Wer ein großes Herz für Pferde hat und von den bisherigen Büchern von Aileen P. Roberts begeistert war, den wird das Buch vielleicht überzeugen können.


Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 448 Seiten
Preis: 12,99 Euro
Erscheinungsdatum: 18. März 2013
Verlag: Goldmann Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!



Kommentare:

  1. Liebe Nabura,
    ich habe heute Morgen Elvancor ebenfalls zu Ende gelesen. Auch wenn ich kein Pferdenarr bin, war ich doch sehr begeistert von dem Buch. Aber ich gebe dir vollkommen Recht: Dieser 1. Band hat nur sehr wenig Fantasyelemente. Es ist veielmehr ein Jugendbuch mit einigen fantastischen Andeutungen. Der Titel bzw. der Klappentext führt etwas in die Irre, da man von Elvancor kaum etwas erfährt. Nach 100 Seiten war ich auch verwundert und überlegte, wann Lena und Ragnar endlich nach Elvancor "reisen". Nach 250 Seiten war mir dann fast klar, dass die eigentliche Fantasygeschichte wohl erst in Band 2 ins Laufen kommen würde. Nichtsdestotrotz - über einige Schwächen hinweggesehen - war für mich Elvancor ein richtiger Pageturner.
    Werde aber demnächst zur Elbenthal-Saga greifen, ebenfalls ein Contemporary Fantasy-Roman, der aber mit sehr viel mehr Fantastik aufwartet.
    LG aus der schwäbischen Provinz
    und ein schönes Lesewochenende,
    Nadine Leseratte

    AntwortenLöschen
  2. Schade, dass es dir nict so gefallen hat- für mich wäre es glaube ich auch nichts :)
    Ja, mit dem Gewinnspiel ist das so eine Sache. Wenn viele ein ganz bestimmtes Buch wünschen, wäre bestimmt ein Gutschein am besten, andere wollen vielleicht lieber etwas fürs Bücherregal oder so...mal sehen, was die anderen sagen. Wenns losgeht, werdet ihr natürlich benachrichtigt :D

    LG, Fina

    AntwortenLöschen
  3. Hört sich ja eigentlich interessant an, aber sowie du es beschreibst, hört sich das Buch nicht unbedingt gut an ^^
    Übrigends hat das jetzt mit dem Leser werden endlich geklappt ;)

    LG May

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Buch ist definitiv Geschmackssache. Wenn man mit der Pferde- und Geisterthematik etwas anfangen kann, ist es bestimmt schon interessanter, das traf nur leider gar nicht meinen Geschmack und ich hatte aufgrund des Klappentextes viel mehr Fantasy erwartet.

      Freut mich sehr, dass du jetzt unser Leser bist. :)

      LG Nabura

      Löschen