Samstag, 22. Juni 2013

Rezension zu Liz Jensen - Die da kommen

Titel: Die da kommen
Autorin: Liz Jensen
Übersetzerin: Susanne Goga-Klinkenberg
Erscheinungsdatum: 01.06.2013
Verlag: dtv Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Klappbroschur
ISBN: 9783423249607
Preis: 14,90 Euro 



Schon das Cover des Thrillers aus dem dtv-Verlag „Die da kommen“ von Liz Jensen weckt beim Betrachter ein merkwürdiges Gefühl. Zu sehen ist ein Mädchen, im unschuldigen Weiß gekleidet, das ein großes, scharfes Messer in seiner Hand hinter dem Rücken hält. Die Frage stellt sich, was es denn damit bezweckt. Der Titel verweist auf die Ankunft einer bis dahin unbenannten Spezies und lässt von vornerein auf eine gewisse Spannung entstehen. Zunächst aber geschehen in der Gegenwart seltsame Verbrechen. Einerseits attackieren Kinder erwachsene Verwandte und Bekannte auf brutale Weise und das jeweilige Opfer kommt häufig dabei zu Tode. Andererseits sabotieren Angestellte und Arbeiter Industriebetriebe in denen sie arbeiten, ohne dass sie sich später erinnern können, den Betrug ausgeführt zu haben. 


Der Engländer Hesketh Lock ist Anthropologe und wird von dem Unternehmen, für das er tätig ist dazu eingesetzt, Muster und Zusammenhänge der einzelnen Taten zu erkennen. Er hat das Asperger-Syndrom und ist dadurch wenig emotional. Doch er versteht es mit diesen Symptomen umzugehen. Durch seine Distanziertheit ist es ihm zum Beispiel möglich, Gespräche mit Hilfe von Venn-Diagrammen auf Gemeinsamkeiten zu untersuchen ohne das seine subjektive Wahrnehmung die Auswertung beeinflussen würde. Irgendwann fällt ihm auf, dass die Saboteure in allen Teilen der Welt in ihrer jeweiligen Sprache von kleinen Wesen sprechen, die sie zu ihrer Handlung veranlasst haben. Lock beginnt über einen Zusammenhang mit den Überfällen der Kinder nachzudenken, noch bevor diese anfangen sich weiter zu häufen. Dann greift der Sohn aus einer beendeten Beziehung, der ihm jedoch ans Herz gewachsen ist, seine Mutter an und plötzlich steht Hesketh nicht mehr nur als neutraler Beobachter außen vor.


„Die da kommen“ ist aus der Ich-Perspektive von Hesketh Lock erzählt. Aufgrund des Asperger-Syndroms wirkt daher die Sprache eher nüchtern erzählend und informativ. Es gibt dem ganzen Roman aber eine kluge Note. Sicher trägt auch die sehr gute Übersetzung dazu bei, dass der Text trotz der manchmal wissenschaftlichen Ausdrücke verständlich ist und leicht lesbar. Vor allem der Charakter des Hesketh ist etwas Besonderes und zwar nicht nur sein eher kühles Wesen. Während des ganzen Handlungsablaufs versucht er sich selbst immer wieder zu beruhigen, in dem er in Gedanken Origamifiguren faltet, das fand ich sehr beeindruckend. Und auch seine Einstellung zur Liebe lernt der Leser kennen. Interessant finde ich es immer wieder, wenn eine Autorin aus männlicher Sicht, so wie hier, die Dinge wiedergibt und ich meine, es ist ihr sehr gut gelungen. Auch sei hier das leichte Schauergefühl noch erwähnt, das einem beim Lesen der Taten überkommt. Einige Ereignisse im Weltgeschehen glaubte ich manchmal bereits irgendwo gehört zu haben und geriet dadurch ins Nachdenken, ob sich eine solche Geschichte tatsächlich ereignen könnte. Schnell merkt man als Leser jedoch, dass der Hintergrund eine mystische Variante aufweist. Insgesamt ist der Thriller sehr spannend, der Schluss lässt einiges offen für eigene Vorstellungen wie die Menschheit in die Zukunft gehen wird. Wer Endzeitromane mag, dem empfehle ich dieses Buch gerne weiter. Ich gebe dem Buch 4,5 Sterne, die ich zu 5 Sternen aufrunde.


Ganz herzlichen Dank an den dtv Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Kommentare:

  1. Hallo Girdie,
    das Buch werde ich auch nächste Woche lesen. Nach deiner Rezi bin ich jetzt noch neugieriger auf den Thriller geworden.
    LG Isabel

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Isabel,

    ich wünsch' dir wohlige Schauer beim Lesen dieses Thrillers ;-)
    LG Ingrid

    AntwortenLöschen