Mittwoch, 5. Juni 2013

Rezension zu Marc Levy - Die zwei Leben der Alice Pendelbury




 ~ Inhalt ~


Dezember 1950: Alice Pendelbury lebt in London und entwirft dort Parfümkreationen. Kurz vor Weihnachten fährt sie mit ihren Freunden auf den Jahrmarkt nach Brighton. Dort kommen sie auch am Wagen einer Wahrsagerin vorbei. Alice hält nicht das Geringste von der Wahrsagerei und macht sich darüber lustig. Weil sie jedoch von ihren Freunden herausgefordert wird, lässt sie sich schließlich von der Wahrsagerin ihre Zukunft vorhersagen: Der Mann, der der wichtigste in ihrem Leben sein wird, sei vor kurzem genau hinter ihr vorbeigegangen. Vorher müsse sie jedoch sechs andere Personen treffen. Alice lässt die Prophezeiung nicht mehr los. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Daldry begibt sie sich auf die Suche, die sie schließlich bis nach Istanbul führen.

~ Meinung ~


Die Tatsache, dass das Buch auf der Prophezeiung einer Wahrsagerin aufbaut, hat mich zunächst skeptisch gemacht. Diese Skepsis hat sich jedoch innerhalb weniger Seiten zerschlagen. Alice Pendelbury hält nämlich eigentlich wie ich auch überhaupt nichts von Wahrsagern, sondern wird von ihren Freunden zu einem Besuch angestiftet. Ihre weitere Suche wird dann von ihrem Nachbarn vorangetrieben, der das Erbe seines ungeliebten Vaters ausgeben und in Alice Abwesenheit unter dem Glasdach ihrer Wohnung malen möchte. Insgesamt fand ich diese Entwicklung skurril, aber nachvollziehbar – unter diesen Bedingungen hätte ich mich wohl wie Alice auch im Flugzeug nach Istanbul wiedergefunden.

Der Roman spielt in der Nachkriegszeit. Die Einflüsse dieser Zeit spiegeln sich authentisch in den Gedanken, den Einstellungen und dem Verhalten der Charaktere wieder. Dabei konnte mich Alice jedoch mit ihrer erfrischenden Art und Daldry mit seiner liebenswerten Kratzbürstigkeit überzeugen. Beide habe ich schnell ins Herz geschlossen. Auch die Nebencharaktere sind facettenreich und durch die Bahn weg sympathisch. Da der Roman eine Spurensuche beschreibt, kommt er ganz ohne Antagonisten aus, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.

Alices Spurensuche ist abwechslungsreich gestaltet und führt sie zu den verschiedensten Orten und Personen. Während Alices Versuchen, das nächste Puzzlestück zu finden, konnten mich ihre Gespräche mit Daldry und Nebencharakteren wie dem Fremdenführer Can unterhalten. Bei vor Sarkasmus triefenden Gesprächen habe ich mich köstlich amüsiert, andere ernste Gespräche über die Vergangenheit und Zukunft haben mich nachdenklich gestimmt. Etwa die Hälfte des Romans spielt in Istanbul und bringt einen Hauch Exotik mit in die Geschichte. Durch Alice Suche nach der perfekten Parfümkreation „Istanbul“ konnte ich die Stadt beim Lesen förmlich riechen.

„Die zwei Leben der Alice Pendelbury“ konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Marc Levy hat seine Charaktere und die Handlung fest im Griff, sodass ein ganz hervorragendes Buch entstanden ist. In ruhigen Tönen, aber angenehmem Tempo wird Alices Suche nach der Vergangenheit und Zukunft zugleich beschrieben, die für den Leser so einige Überraschungen bereithält. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter.


Die Rezension von Girdie zum gleichen Buch findet ihr hier: "Die zwei Leben der Alice Pendelbury" aus Girdies Sicht

Weitere Informationen zum Buch


Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Preis: 19,99 Euro
Erscheinungsdatum: 28. Mai 2013
Verlag: Blanvalet Verlag
Link zur Buchseite des Verlags





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