Montag, 24. Juni 2013

Rezension zu Nika Lubitsch - Der 7. Tag

Titel: Der 7. Tag
Autorin: Nika Lubitsch
Erscheinungsdatum: 07.12.2012
Verlag: Print!t (UvR GmbH Unternehmensberatung + Verlag)
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783868824476
Preis: 8,99 Euro



Nun, ist hatte Skepsis dieses Buch zu lesen. Denn es ist bereits 1999 von Nika Lubitsch erdacht und geschrieben worden, aber sie hat keinen Verleger gefunden. Aber was soll man nun davon halten, wenn dieses Buch im selfpublishing die ebook-Bestsellerliste bis an die Spitze erobert und dort auch wochenlang zu finden ist? Dieser Fakt hat mich stark gereizt das Buch zu lesen und um es gleich vorweg zu nehmen: ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Doch dazu später mehr.


Das Cover ist für einen Kriminalroman passend gestaltet. Zu sehen ist der obere Teil eines blutverschmierten Messers, das die Tatwaffe hätte sein könnten. Aggressives Rot auf unschuldig wirkendem weißem Grund sind überhaupt die vorherrschenden Farben. Der Titel bezieht sich auf den siebenten und letzten Tag im Prozess, der Sibille Thalmann aufgrund des Mordvorwurfs an ihrem Ehemann gemacht wird. An diesem Tag entdeckt sie einen Zusammenhang, der für sie endlich die Aufklärung des Verbrechens bringt.


Im Prolog schreibt Sibille aus der JVA in der sie seit einem halben Jahr einsitzt und auf ihre Verurteilung wartet. Die Tatwaffe ist bereits ermittelt, der Tathergang genau konstruiert und es geht nur noch um die Unterscheidung ob es vorsätzlicher Mord oder Tötung im Affekt war sowie die Festsetzung des Strafmaßes. Doch obwohl Sibille die Tat seit einiger Zeit genauso geplant hat, kann sie sich nicht daran erinnern sie auch ausgeführt zu haben. 


Die 185 Seiten des Buchs sind unterteilt in zwei Bücher und einem abschließenden Epilog. Im ersten Buch begleitet der Leser die Protagonistin beim Prozess. Während des Vortrags der Fakten und den Zeugenaussagen schweifen Billes Gedanken immer wieder zurück auf ihr Leben mit ihrem Ehemann, dahin wie sie sich kennengelernt haben und wie glücklich sie miteinander waren bis zu dem Tag als ihr Mann Michael plötzlich verschwunden ist. Am siebenten Tag kommt ihr eine tiefgreifende Erkenntnis. Am Ende jeden Kapitels steht ein Zeitungsartikel mit einer Zusammenfassung des jeweiligen Prozesstags. Das zweite Buch ist wie das erste aus der Ich-Perspektive geschrieben, doch diesmal als Magazinartikel in denen Sibille ihre Geschichte den Lesern einer Zeitschrift nach ihrer Verurteilung aufschreibt. Weitere Details ihres bisherigen Lebens an der Seite von Michael, aber vor allem die Suche nach ihm nach seinem Verschwinden thematisiert sie hier. Der letzte Teil der von ihr aufgeschriebenen Geschichte fließt schließlich über in Artikel, den Mitarbeiter der Zeitschrift geschrieben haben. Aber warum dies so ist und weshalb es ein überraschendes Ende gibt, wird hier nicht verraten. 


Ich mag das Buch vor allem, weil es nicht auf einer Ebene geschrieben ist, sondern wie erwähnt durch den Wechsel des Schreibstils einige Brüche aufweist. Aus der Sichtweise der Hauptcharaktere heraus lassen sich auch deren Gedanken und Gefühle beschreiben und vermitteln, das Mitfiebern wird dadurch intensiver. Die Autorin enthält dem Leser die finale Klärung der Tat durch einige geschickte Wendungen sehr lange vor, so dass die Spannung bis zum Schluss anhält. Das Sibille am siebenten Tag etwas aufgefallen ist, ahnt man an der entsprechenden Stelle und das Ganze lässt einen sehr schnell weiterlesen. Die Personen handeln ganz natürlich und glaubhaft. Die Handlung ist logisch aufgebaut. Für mich ist dieser Krimi absolut stimmig und ich empfehle ihn sehr gerne weiter.

Herzlichen Dank an buchcontact für die Vermittlung des Buchs und an die Autorin, die das Buch im Eigenverlag verlegt, für das zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplars!

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