Montag, 10. Juni 2013

Rezension zu Sven Stricker - Schlecht aufgelegt

Titel: Schlecht aufgelegt
Autor: Sven Stricker
Erscheinungsdatum: 01.06.2013
Verlag: Rowohl Polaris (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 978349925676
Preis: 13,99 Euro



Der Roman „Schlecht aufgelegt“ von Sven Stricker, der im Rowohlt Verlag erschienen ist, basiert auf dem erfolgreichen Hörspiel „Böses Ende“, das der Autor ebenfalls geschrieben und produziert hat. Der Titel des Buchs steht nicht nur in Verbindung mit der Stimmungslage einer Person. Wenn zwar faktisch nicht möglich, so steht die Buchbezeichnung symbolisch wohl auch für einen Telefonhörer, der nach einem Gespräch nicht richtig auf der Gabel einrastet, so dass bei der nächsten Telefonnummernwahl nicht der gewünschte Gesprächspartner am Telefon ist, so wie es in der Geschichte in anderer Form passiert.  Die auf dem Cover gezeigten Piktogramme stehen in Bezug zur Erzählung. Die Pistole in der oberen rechten Ecke gibt zum Beispiel den Hinweis auf eine Kriminalhandlung, das Brandenburger Tor am unteren Bildrand lässt darauf schließen, dass die Story in Berlin spielt. Denn dort ist das quirlige Call Center mit ungefähr einhundert Mitarbeitern angesiedelt in dem Paul Uhlenbrock arbeitet.


Paul hat nach etlichen Semestern sein Studium abgebrochen. Seine Tochter aus einer gescheiterten Beziehung lebt mit der Mutter in Barcelona und er vermisst sie sehr. Inzwischen lebt er danach, zuerst immer an sich selbst zu denken. Eines Tages bekommt er einen neuen Kollegen, Ulrich Kulenkampff kurz Kuli genannt, den er einzuarbeiten hat. Kuli steht so wie Paul ebenfalls nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Er war bisher beim Militär und ist gerade erst  als unabhängiger Single aus dem Ruhrgebiet nach Berlin gezogen um dort sein Glück zu suchen. Bisher sitzt er jedoch allein in einer karg eingerichteten Wohnung inmitten seiner Vinylplattensammlung und ist zuerst mal froh einen Job ergattert zu haben. Während Paul ihm einige Abläufe am Arbeitsplatz erklärt, werden die beiden Zeugen eines Anrufs, der eigentlich nicht der Telefonvermittlung sondern der Polizei gegolten hat. Eine Frau streitet sich mit einem Mann bis die Verbindung abrupt abbricht. Anhand der Nummer besorgt Paul sich die Adresse dieser Frau, die in nächster Nähe wohnt. Bei einem Besuch finden sie die Wohnung verwüstet und die Frau verletzt vor. Sie werden jedoch von ihr rausgeschmissen. Am nächsten Tag erfahren Paul und Kuli, dass die Frau verstorben ist. Obwohl die Polizei bei ihren Ermittlungen den Besuchern schon auf der  Spur ist, beschließen die beiden auf eigene Faust zu ermitteln.


Sven Stricker bedient mit seiner Story alle möglichen Klischees, vom sich aufspielenden Vorgesetzten mit wundem Punkt über die zum bösen Spiel lächelnden Politikergattin, die selbst ein Geheimnis hütet, bis hin zum kauzigen, verschreckten Nerd. Eigenwillig sind auch die Protagonisten des Buchs. Obwohl Paul sich gerne schlecht gelaunt gibt und da wo es möglich ist seine Mitmenschen gerne ausnutzt, weil diese das ja auch so mit ihm machen, wird er dem Leser sympathisch genauso wie Kurt, der warmherzige und um Freundschaft bemühte Neuling in Berlin. Die Geschichte selbst ist skurill, aber nicht gänzlich überdreht und es gibt immer wieder neue unerwartete Wendungen. Der Schreibstil liest sich flüssig. Vor allem die Dialoge bringen den Humor in die Geschichte, die ansonsten auch einige Szenen zum Nachdenken bringt, gerade wenn Paul und Kuli über das bisher in ihrem Leben erreichte sinnieren. Neben Humor und der Aufklärung eines Mords gibt es in dieser Lektüre auch noch ein wenig Liebe. Der Roman hat mich sehr gut unterhalten und daher empfehle ich ihn gerne weiter.
 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, lieber Rowohlt Verlag!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen