Sonntag, 9. Juni 2013

Rezension zu Tahereh H. Mafi - Ich fürchte mich nicht



~ Inhalt ~


Seit 264 Tagen ist Juliette eingesperrt, denn sie hat mit ihrer Berührung, die ihrem Gegenüber die Lebenskraft entzieht, versehentlich einen Menschen getötet. Schon immer fürchten sich die Menschen vor ihr. Inzwischen hat sie gelernt, mit der völlig Isolation umzugehen, träumt jedoch mehr denn je davon, berührt zu werden. Als Juliette schließlich einen Zellengenossen bekommt und in ihm einen alten Bekannten erkennt, stürzt sie das in völliges Gefühlchaos. Doch Adam ist als Soldat und Spion zu ihr gekommen. Der Oberbefehlshaber Warner möchte Juliette für seine Pläne gewinnen. Wird sich Juliette Warners Einfluss entziehen können?7

~ Meinung ~


Der Anfang des Buches war aufwühlend und verwirrend. Es beschreibt Juliettes Leben in Einzelhaft und die Gedanken, die ihr währenddessen durch den Kopf gehen. Dabei viele Gedanken sind auch durchgestrichen, sie scheinen verboten, Juliette will sie selbst nicht zulassen. An dieses Stilelement musste ich mich jedoch erst gewöhnen, bevor ich mich auf die ungewöhnliche Sprache des Buches einlassen konnte, die mich im Verlaufe der Geschichte überzeugen konnte.

Juliette hat mir als Charakter sehr gefallen. Als Mensch, der niemanden berühren kann, obwohl er es zu gerne wöllte, fällt sie aus dem Schema der üblichen Protagonisten und ihrer Probleme heraus. Ihre Gedankenwelt ist durch ihre Gabe und Isolation ungewöhnlich und faszinierend. Seit ihrer Begegnung mit Adam kreisen ihre Gedanken immer häufiger um ihn. In der Schule war er der einzige, der sich für sie eingesetzt hat, sodass er auf sie eine große Anziehungskraft auswirkt. Vor der Lektüre sollte man sich bewusst sein, dass die sich allmählich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden einen großen Teil der Handlung einnimmt. Trotzdem kommen aber auch die dystopischen Elemente nicht zu kurz. Juliette erlebt eine dramatische Odyssee vor der Kulisse einer völlig zerstörten Welt, die vom Reestablishment mit eiserner Faust regiert wird.

„Ich fürchte mich nicht“ ist ein Buch, das man einfach selbst gelesen haben sollte, um sich seine Meinung zu bilden. Mich konnte Juliettes ungewöhnliche Gabe faszinieren, und auch die romantische Liebesgeschichte zwischen Juliette und Adam hat mir gefallen. Obwohl diese einen großen Raum einnimmt, war die Handlung spannend und bot einige Actionszenen. Tahereh Mafi hat einen sprachgewaltigen und überzeugenden Roman geschaffen. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil, „Rette mich vor dir“, der im September 2013 erscheint.



Weitere Informationen zum Buch


Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2012
Verlag: Goldmann Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

1 Kommentar:

  1. Mir hatte der Auftakt um die Geschichte von Juliette ebenfalls gut gefallen. Auch wenn es noch einige Kleinigkeiten gab, fand ich das Debüt sehr gelungen. Ich bin auf die Fortsetzung schon sehr gespannt. Besonders fasziniert hatte mich der Schreibstil, die durchgestrichenen Sätze etc. die ich bisher noch aus keinem anderen Buch kannte. Außerdem wird eine Kurgeschichte im E-Book Format ebenfalls noch dieses Jahr erscheinen.

    Liebe Grüße,
    Patricia

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