Montag, 1. Juli 2013

Rezension zu Astrid Fritz - Das Aschenkreuz

Titel: Das Aschenkreuz
Autorin: Astrid Fritz
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2013
Verlag: Rowohlt Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783499266492
Preis: 9,99 Euro 




Der historische Roman „Das Aschenkreuz“  von Astrid Fritz ist als Taschenbuch im Rowohlt Verlag erschienen und umfasst 287 Seiten inklusive einem Prolog, 30 Kapiteln und einem ausführlichen Glossar. Bei historischen Romanen findet man oft einen Ausschnitt aus einem historischen Portrait als Cover, doch hier wurde ein aktuelles Foto einer jungen Frau in Kleidung des 15. Jahrhunderts vor dem Freiburger Münster im Hintergrund gewählt. Der Titel wurde in goldener Schrift aufgedruckt. Der Name der Autorin befindet sich interessanterweise vertikal gedruckt am rechten Rand in einer Leiste, die sich matt von dem hochglänzenden Teil des Drucks abhebt. Das Genre des Romans lässt sich eingrenzen auf einen historischen Kriminalroman. Schon der Titel nimmt Bezug auf zwei Morde bei denen den Toten jeweils ein Aschenkreuz als Zeichen der Schuld auf die Stirn gezeichnet wurde. 


Serafina ist 30 Jahre und hat beschlossen ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Daher sucht sie Aufnahme in der Schwesternschaft im Haus Zum Christoffel in Freiburg. Hier hofft sie auf die Empfehlung einer Freundin aus Kindheitstagen, die dort bereits wohnt, doch diese ist leider inzwischen verstorben. Dennoch darf sie zunächst für eine Probezeit von drei Monaten bleiben und fortan ein gottgefälliges Leben unter den fünf Mitschwestern führen. Auf einem frühen morgendlichen Ausgang begegnet sie dem kleinwüchsigen Barnabas, der als Bettelzwerg vor den Toren der Stadt wohnt. Er zerrt sie mit zu einer Scheune. Am Querbalken des offenen Tors hat sich der Sohn eines Freiburger Kaufmanns offensichtlich selbst erhängt. Doch wieso hat er eine Wunde am Hinterkopf und wie kommt das Aschenkreuz auf seine Stirn. Serafinas Gerechtigkeitssinn lässt ihr keine Ruhe und sie macht sich daran den Vorfall zu hinterfragen, sehr zum Missfallen einiger hoher Herren der Stadt und der Kirche. Außerdem begegnet sie dem neuen Stadtarzt, der ihre Vergangenheit kennt. Wenn er sie verrät, darf sie nicht mehr in der Schwesterngemeinschaft bleiben. Und dann wird ein weiterer Toter gefunden. Serafina zieht daraus ihre eigenen Schlüsse und versucht die Wahrheit ans Licht zu bringen. 


Der Prolog schildert das Verbrechen am Sohn des Freiburger Kaufmanns. Zwar werden dort noch keine Namen genannt, aber nach Auffinden des Gehängten lassen sich hierzu sehr schnell Schlüsse ziehen. Es ist dem Leser also von Anfang an klar, dass hier jemand versucht einen Mord zu vertuschen. Umso spannender ist es, zu verfolgen, ob es Serafina gelingen wird, das Verbrechen aufzuklären. Die Aussage einer ledigen Frau im 15. Jahrhundert hatte kaum Gewicht. Hinzu kommt, dass Beginen Stadt und Kirche ein Dorn im Auge waren. Ihnen wurde gerne Ketzerei vorgeworfen. Serafina ist eine selbstbewusste und beherzte Frau, die sich gern für andere einsetzt. Zur Schwesterngemeinschaft gehören die unterschiedlichsten Frauencharaktere, so dass es Spaß macht über das Zusammenleben zu lesen. Der Alltag zur damaligen Zeit ist authentisch dargestellt, die Alleingänge von Serafina sind für eine Frau allerdings sehr gewagt. Der Schreibstil ist leicht lesbar, vor allem deshalb weil die Sprache zwar stets höflich bleibt, wie es zur damaligen Zeit in geistlichen wie gehobenen weltlichen Kreisen üblich war, aber dennoch nicht der historischen sondern unserer heutigen Ausdrucksweise entspricht. Die Aufklärung zum Schluss kommt rasch und es bleiben noch einige Fragen offen, die Stoff für eine Fortsetzung lassen, vor allem ob Serafina ihrem ehelosen Leben als Begine treu bleiben wird. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung an Leser von historischen Kriminalromanen.
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

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