Freitag, 5. Juli 2013

Rezension zu Hubertus Rufledt und Helge Vogt - Alisik: Herbst



☆ Inhalt ☆


Als Alisik auf einem Friedhof erwacht und sich inmitten von Untoten wiederfindet, hält sie es zunächst für einen schlechten Traum. Doch als sie die Augen wieder öffnet, sind die fünf Gestalten noch immer da! Sie erklären Alisik, dass sie tot und nun eine von ihnen ist. Die Postmortalen müssen auf dem Friedhof ausharren, bis Herr Todt entschieden hat, ob sie in die Lichtwelt dürfen oder ins Dunkelreich müssen. Doch so nett ihre neuen Freunde auch sind, Alisik fühlt sich einsam. Da taucht der blinde Ruben auf – und kann sie im Gegensatz zu anderen Menschen hören! Alisik weiß gleich, dass sie zusammengehören. Doch können die zwei eine Zukunft haben?

☆ Meinung ☆


Der Comic startet gleich mit Alisiks Erwachen und der Begrüßung durch die fünf anderen Postmortalen Frings, Hitzkopf, General, Spitzhut und Ottie. Weil sich Alisik gar nicht mehr daran erinnert, gestorben zu sein, ist ihr Entsetzen zunächst groß und sie will ihre Situation nicht wahrhaben. Gut konnte ich ihren Unglauben nachvollziehen. Zum Glück hat sie ihre neuen Freunde, die ihr dabei helfen, allmählich mit der Situation zurechtzukommen. Sie sorgen mit ihren Versuchen, Alisik aufzuheitern, für viele unterhaltsame Szenen.

Die Szenen auf dem Friedhof spielen sich nachts ab und sind in dunklen Grau- und Blautönen gehalten, die eine geheimnisvolle und mysteriöse Atmosphäre schaffen. Im Kontrast dazu stehen die Szenen, die sich am Tag zum Beispiel in einem Club abspielen – hier wird der Leser von kräftigen und hellen Farben überrascht. Die einzelnen Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und verfügen allesamt über herausstechende Merkmale, die in Erinnerung bleiben, zum Beispiel Frings hohen Zylinder, Hitzkopfs Flamme oder das Loch im Bauch des Generals. Mein ganz persönlicher Favorit unter den Postmortalen war Ottie – die alte Dame, die Alisik gleich als ihre Enkelin adoptiert, konnte mich mit ihrer sanften und verständnisvollen Art überzeugen und mit ihrer persönlichen Geschichte berühren.

Nachdem Alisik und auch ich mich in der Welt der Postmortalen zurechtgefunden haben, findet endlich die Begegnung statt, auf die man seit der Ankündigung im Prolog gewartet hat – Alisik trifft auf Ruben! Die beiden lernen sich kennen und fassen allmählich Vertrauen zueinander. Beide harmonieren sehr toll miteinander und ich hoffe sehr darauf, dass die Geschichte der beiden im Folgeband noch mehr ins Zentrum rückt. Ruben weiß außerdem um Pläne, welche den Zufluchtsort der Postmortalen gefährden. Dieser Handlungsstrang wird sicherlich Spannung in die Fortsetzung bringen!

„Alisik: Herbst“ ist der Auftakt einer vierteiligen Comicreihe rund um die Postmortale Alisik, die sich in den blinden Ruben verliebt. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und die graphische Gestaltung hat mir sehr gut gefallen. Inhaltlich erzählt der erste Teil vor allem von Alisiks erster Orientierung in der Welt der Postmortalen und ihren ersten Begegnungen mit Ruben. Es werden außerdem Grundsteine für spannende Entwicklungen in den Folgebänden gelegt. Ich empfehle diesen Comic sehr gerne weiter!


Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 94 Seiten
Preis: 7,99 Euro
Erscheinungsdatum: Juli 2013
Verlag: Carlsen
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