Mittwoch, 31. Juli 2013

[Rezension] Janna Hagedorn - Friesenherz

Titel: Friesenherz
Autorin: Janna Hagedorn
Erscheinungsdatum: 08.07.2013
Verlag: Diana Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Klappbroschur
ISBN: 9783453291294
Preis: 14,99 Euro




Das Buch „Friesenherz“ von Janna Hagedorn, das im Diana Verlag erschienen ist, verzaubert den Leser mit einem sommerlich leicht gestalteten Cover. Eine rote Holzbank direkt am Sandstrand verführt zum Wegträumen und Eintauchen in Urlaubsstimmung. Doch so locker leicht wie das Äußere wirkt, kommt der Inhalt denn doch nicht daher und das ist nicht abwertend gemeint. Die Geschichte spielt auf einer fiktiven nordfriesischen Insel in der Nähe von Föhr, von der Autorin Boldsum benannt. Maike Johannsen ist Lehrerin, verheiratet, eine 16-jährige Tochter. Sie erhält von ihrem Mann Torge leider nicht die gemeinsame Radwanderung an der Moldau zu ihrem 40. Geburtstag, sondern in ihren nächsten Ferien eine Woche Wellness mit Ayurveda auf Boldsum ganz für sich allein. Dort gibt es leider Zimmerprobleme und so muss sie sich ein Zimmer mit der jugendlich wirkenden, leicht versponnenen Performance-Künstlerin Ann teilen. Im ersten Kapitel erlebt der Leser die beiden mitten im Watt bei ansteigender Flut. Über das Verhältnis der beiden Frauen zueinander erfährt man direkt, dass Ann zunächst für Maike zur Freundin wurde, sie sich dann über Ann geärgert hat und sie nun mit ihr als Leidensgenossin auf der Suche nach einem Weg an Land oder wenigstens zu einer Schutzhütte ist. Der Roman erzählt in den nun folgenden Kapiteln über Maikes Aufenthalt auf der Insel, vor allem aber über die Suche von Maike nach sich selbst, hervorgerufen durch ihre Bekanntschaft mit Ann, die wie sich herausstellt, so alt ist wie sie selbst. Diese Suche bleibt nicht oberflächlich, sondern greift tief in das Leben beider Frauen ein.


Janna Hagedorn ist es mit Friesenherz gelungen einen zwar leicht erzählten Roman mit heiteren Anklängen zu schreiben, der es aber auch schafft, den Zwiespalt Maikes als Mutter und Ehefrau zu erfassen. Im Vordergrund stehen die beiden gegensätzlichen, gut ausformulierten Charaktere  Maike und Ann. Der attraktive Wattführer Jan und Maikes langjähriger, ruhiger und einfühlsam wirkender Ehemann Torge bringen die nötige Abwechslung in das Beziehungsgeflecht. Da der Roman aus der Ich-Perspektive Maikes geschrieben ist, kann der Leser sich sehr gut in die Person hineinversetzen und nimmt auch Zwischenmenschliches wahr. In ihrer Mutterpflicht sieht sich Maike von Beginn an veranlasst ihren Urlaub abzubrechen, was jedoch von einem Sturmtief verhindert wird. Die nun folgende Zeit zieht den Leser in einem Sog durch das Buch, stets in der Hoffnung Maike möge einen Weg ans Festland finden, während sie auf der Insel ganz andere Seiten an sich entdeckt. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich empfehle es gerne weiter.
Vielen Dank an den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!

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