Donnerstag, 29. August 2013

[Rezension] Cornelia Read - Der Junge, den niemand sah


Den zweiten Band der Buchreihe "Es wartet der Tod" gibt es auf unserem Blog noch bis zum 13.09.2013 zu gewinnen. KLICK!



Titel: Der Junge, den niemand sah
Autorin: Cornelia Read
Übersetzerin: Sophie Zeitz
Erscheinungsdatum: 24.07.2013
Verlag: dtv Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783423214582
Preis: 9,95 Euro

Weitere Bände der Serie: 

  • Band 1: Schneeweißchen und Rosentod (ISBN 9783423246682)
  • Band 2: Es wartet der Tod  (9783423247535)





Der Kriminalroman „Der Junge, den niemand sah“ von Cornelia Read ist als Taschenbuch im dtv Verlag erschienen und umfasst 445 Seiten. Der Krimi ist der dritte Teil einer Serie um Madeline Dare als Ermittlerin, die jedoch keine Polizistin ist, sondern eher zufällig in die Kriminalfälle hineingerät. Das Cover mit dem nicht beschrifteten Grabstein führt den Leser auf einen Friedhof. Hier entdeckt die Protagonistin die Leiche eines Kindes. Die Titelbuchstaben auf der Vorderseite sind eingeprägt, Blutflecken auf dem Grabstein und eine der roten Blüten rechts unten sind glänzend, so dass sich insgesamt zwar ein düsterer Gesamteindruck des Bucheinbands ergibt, dieser aber dennoch auffällt. 


Madeline Dare, auch Maddie gerufen, hat bei der Auffindung der Kinderleiche kein Blut vor Ort gefunden, denn das Kind war bereits seit etwa einem halben Jahr tot. Seit einiger Zeit wohnt sie mit ihrem Ehemann Dean in einer gemeinsamen Wohnung mit ihrer Schwester und einer Freundin in Manhattan. Während ihr Mann zunächst Gelegenheitsjobs nachgeht, arbeitet sie für einen Buchversandhandel. Das Einkommen reicht gerade so für Wohnung und Essen. Auf einer Party lernt sie eine entfernt verwandte Cousine kennen. Sie erfährt von deren Engagement einen verwilderten Friedhof, auf dem  Verstorbene der Familie begraben liegen, wieder zugänglich zu machen. Madeline beschließt, sich dieser Freiwilligenaktion anzuschließen und stößt gleich bei ihrem ersten Einsatz im Gestrüpp auf die Leiche. Der Körper weist noch Spuren von Misshandlungen auf. Schnell ist die Herkunft des Kinds geklärt und zwei Tatverdächtige gefasst. Doch irgendwer will verhindern, dass der oder die Täter verurteilt werden und wendet sich gegen Maddie. 


Die Handlung spielt im Jahr 1990, endet jedoch mit einem kurzen Kapitel in 1978, doch hierzu später mehr. Die Autorin verarbeitet in ihren Krimis auch Autobiographisches. Ich denke, es ist gewollt, dass der Nachname „Dare“ ein Anagramm ihres eigenen Nachnamens ist. Aus der Ich-Perspektive heraus kann Cornelia Dare auf diese Weise viele ihrer eigenen Wahrnehmungen hier einfließen lassen. Hauptsächlich geht es in diesem Krimi um die Aufklärung des Verbrechens an dem Kind, das sich als der dreijährige Teddy herausstellt, der von seiner Urgroßmutter als vermisst gemeldet wurde. Auf ihre ganz eigene Art mischt sich Madeline in die Aufklärung des Verbrechens ein. Auch zu Hause erzählt sie von dem Fall und erfährt von ihrer Schwester, dass diese von einem früheren Liebhaber ihrer Mutter bedrängt wurde. Die Erinnerungen von Madeline stehen ihr nun ständig bei den weiteren Ermittlungen vor Augen. Das Schlusskapitel ist nochmals ein kleiner Rückblick auf eine Szene mit Madeline und ihrer Mutter, deren Verhalten sie in Bezug darauf zu verstehen sucht. Diese Nebenhandlung ist beispielsweise so ähnlich im Leben der Autorin geschehen. 

In einem weiteren Handlungsstrang wird erzählt, dass Madeline ihre alte Schulfreundin Astrid, die zur gehobenen Gesellschaftsschicht gehört, wiedertrifft. Astrids Ehemann beschafft Dean einen Job, so dass sich Maddie in gewisser Weise nunmehr nicht nur durch Freundschaft an sie gebunden fühlt. Doch bei mehreren Treffen merkt sie, dass ein Verständnis für die Einstellungen und Verhaltensweisen dieser Gutbetuchten bei ihr nicht aufkommt. 

Das Buch beschreibt nicht nur die Fallermittlungen, sondern hier geht es um mehr. Dieser Krimi ist auch Kritik an unserer Gesellschaft, die in vielen Dingen einfach wegschaut, solange es dem einzelnen gut geht. Als Leser lässt mich die Geschichte nachdenklich zurück und wütend in dem Wissen, dass so ein Verbrechen auch heute noch zur Realität wird.


Mir hat der Krimi trotz oder gerade wegen der vielen neben den Ermittlungen erzählten Handlungsstränge gut gefallen, vor allem wegen der unvergleichlich sarkastisch, witzigen Art der Protagonistin. Daher empfehle ich den Krimi an Leser des Genres gerne weiter. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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