Mittwoch, 14. August 2013

[Rezension] Joelle Charonneau - Die Auslese: Nur die Besten überleben

Titel: Die Auslese - Nur die Besten überleben
Autorin: Joelle Charonneau
Übersetzerin: Marianne Schmidt
Erscheinungsdatum: 26.08.2013
Verlag: Penhaligon Verlag (eigene Webseite für das Buch vom Verlag !!!)
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783764531177
Preis: 16,99 Euro




Die Dystopie „Die Auslese – Nur die Besten überleben“ von Joelle Charbonneau ist als Hardcover mit Schutzumschlag im Penhaligon Verlag erschienen und umfasst 416 Seiten mit 22 Kapiteln. Sowohl Titel wie auch Cover stehen in Bezug zum Roman. „Die Auslese“ verweist auf ein Auswahlverfahren dem die Bewohner der Kolonien Nordamerikas nach einem Krieg, der Teile der Welt zerstört hat, unterliegen. Unter den 16-jährigen werden jedes Jahr die Besten ausgesucht, die als Führungskräfte der Kolonien in Frage kommen könnten und diese werden nach Tosu-Stadt, der Hauptstadt der Kolonien, zu Auswahltests verbracht. Schneiden sie bei den Tests als Beste ab, dürfen sie ein Studium aufnehmen. Der Untertitel „Nur die Besten überleben“ deutet bereits an, dass diese Tests von ungewöhnlicher Härte sind. Die auf dem Foto abgebildete junge Frau entspricht meiner Vorstellung der Protagonistin während einer Momentaufnahme bei der Testauswahl.


Nachdem die Welt durch Entscheidungen der Mächtigen teilweise zerstört beziehungsweise die Böden verseucht und die Gewässer vergiftet wurden, sucht man nun nach Führungskräften, die so klug und vernünftig sein sollen, die vergangenen Fehler nie mehr zu wiederholen, sondern zukünftige Entscheidungen nur noch zum Wohl der Menschheit zu treffen. Die Five-Lakes-Kolonie, in der Malencia Vale, genannt Cia wohnt, ist recht klein und seit Jahren wurde niemand mehr für ein mögliches Studium in Tosu-Stadt ausgewählt. Doch gerade in diesem Jahr entscheidet man sich für vier mögliche Studenten zu denen auch Cia gehört. Den über 100 Kandidaten stehen lediglich 20 Studienplätze zur Verfügung. Beim Auswahlverfahren werden Aufgaben gestellt, die nicht nur Wissen abprüfen, sondern auch das Entscheidungsverhalten der zu Prüfenden in Ausnahmesituationen, Konkurrenzverhalten und Teambereitschaft. Dann stirbt eine der Kandidatinnen, weil sie der Prüfungssituation nicht gewachsen ist und Cia begreift langsam, um was es hier eigentlich geht. Niemandem außer sich selbst ist zu trauen, doch manchmal benötigt man Hilfe. Wird sie es schaffen zu den Auserlesenen zu gehören? Und dann stellt sich außerdem die Frage, ob sie überhaupt dazu gehören möchte. Doch ein Zurück in ihre Heimat gibt es nicht, denn beim Verlassen der Kolonie ist ihre Familie für die nun zukünftig fehlende Arbeitskraft entschädigt worden. Es scheint nur den Weg nach vorne zum Sieg zu geben.


Die All-Age-Fantasy „Die Auslese“ wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt. Dadurch bleibt der Leser stets an ihrer Seite und es bringt den Vorteil, an ihrer Gedankenwelt, ihren Gefühlen und Eindrücken, teilnehmen zu können. Die Charaktere sind interessant gestaltet und allein schon aufgrund des Testverfahrens, weiß der Leser genauso wenig wie Cia, wem er trauen kann. Denn eine sympathische Person kann hier schnell zum Angreifer auf Leben und Tod werden. Und auch die über eine Freundschaft hinausgehende Beziehung zu einem weiteren Kandidaten könnten für sie gefährlich sein. Der Schreibstil ist flüssig, wohl auch dank einer guten Übersetzung und spannend. Zunächst wird die Welt vorgestellt, in der Cia lebt. Als die Tests beginnen stellte sich bei mir eine Lesesogwirkung ein und ich fieberte mit, ob sie diese bestehen wird. Im ersten Teil des Tests, der im Fach Geschichte stattfindet, erfährt der Leser wichtige Details aus der Vergangenheit. So wird die Handlung für mich rund, da ich beim Lesen immer versuche auch die Hintergründe zu verstehen. Allerdings muss man auch das jugendliche Alter von Cia berücksichtigen. Eventuell ist der in der Schule gelernte Stoff auch für die Schüler aufbereitet und dient den derzeitigen Machthabern zur Rechtfertigung ihrer Politik. Wenn die Geschichte fortgesetzt wird, könnte hier noch Erzählpotential vorliegen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und daher empfehle ich es gerne allen Lesern von Dystopien weiter.
Die Rezension von Nabura zum gleichen Buch findet ihr hier: "Die Auslese 1" aus Naburas Sicht


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