Freitag, 4. Oktober 2013

[Rezension] Jürgen Rath - Im Schatten des Krans

Titel: Im Schatten des Krans
Autor: Jürgen Rath
Erscheinungsdatum: September 2013
Verlag: Sutton Verlag
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783954002207
Preis: 12,00 Euro





„Im Schatten des Krans“ aus der Feder von Jürgen Rath ist ein historischer Kriminalroman, der im Jahr 1845 in Hamburg, der Heimatstadt des Autors, spielt.  Der Titel des Buchs spielt auf eine Begebenheit in der Erzählung an, nämlich den Mord an dem Werftbesitzer Elbrand, der plante, einen hölzernen Kran bauen zu lassen, sehr zum Ärger vieler Kaufleuten. Denn bereits seit  Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in England Krane aus Eisen gebaut, die als moderner anzusehen waren.
Hilfreich zur Einordnung der Handlungsschauplätze sind die beiden Skizzen am Anfang des Buchs. Eine davon gibt eine Übersicht über das innerstädtische Hamburg zur damaligen Zeit, die zweite zeigt ein für diese Zeit typisches Wohnhaus und Kontor eines Handelshauses. Sehr nützlich ist auch das Glossar auf den letzten Seiten, das Orte und Bezeichnungen erklärt, die unter Umständen dem Leser unbekannt sein könnten. 

Im Kontor des Handelshauses Schröder & Westphalen in Hamburg arbeiten im Februar 1845 neben dem Vorsteher Harms die zwei Gesellen Alexander Schröder, der Sohn des Hauses und Roger Stove, ein gebürtiger Engländer. Außerdem wird dort der Lehrjunge Moritz Forck ausgebildet, der aus einer Arbeiterfamilie stammt. Die Schreibarbeit ist daher ungewohnt für ihn. Eines Tages wird der Werftbesitzer Elbrand ermordet aufgefunden und der Verdacht fällt auf Roger. Moritz glaubt an dessen Unschuld und und er überredet seine Eltern und seinen Bruder dazu ihm bei der Suche nach dem Mörder behilflich zu sein. Aber der 15-jährige Moritz hat noch andere Sorgen, denn er beginnt sich zu verlieben und weiß nicht für welches Mädchen er sich entscheiden soll. Er fühlt sich sowohl zu Jette, seiner Freundin aus Kindertagen wie auch zur Tochter des Kontorbesitzers Schröder, der er bei gemeinsamen Schreibübungen näherkommt, hingezogen. 

Jürgen Rath ist mit diesem Buch ein sehr schönes historisches Abbild der damaligen Zeit gelungen. Mit Moritz schafft er einen Charakter der den Leser nicht nur ins Umfeld der Kaufleute bringt, sondern ihn auch am Alltagsleben einer Arbeiterfamilie teilnehmen lässt. Der Autor bringt sehr viele gut recherchierte Details in seine Geschichte ein, so dass ich mich bestens in das historische Hamburg hineindenken konnte. Die Aufklärung des Falls ergibt sich neben den Milieuschilderungen nahezu nebenbei. Auflockernd wirkten die kleinen Streiche von Moritz, die ihm noch einige Sympathie-punkte mehr bei mir einbrachten. Überhaupt wurden die Charaktere und deren Handlungsweisen glaubwürdig beschrieben. Mich hat das Buch gut unterhalten und ich empfehle es gerne an die Freunde des historischen Romans weiter. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen