Dienstag, 15. Oktober 2013

[Rezension] Liselotte Roll - Bittere Sünde

Titel: Bittere Sünde
Autorin: Liselotte Roll
Übersetzerin:Ulrike Brauns
Erscheinungsdatum: 17.10.2013
Verlag Egmont Lyx Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783802592256
Preis: 9,99 Euro



„Bittere Sünde“ von Liselotte Roll ist der Debütroman der schwedischen Autorin. Aus dem Cover und dem Titel erschließt sich mir ein Bezug zu einem jungen Mädchen, das eventuell ein Opfer in diesem Thriller sein könnte und eine spätere Vergeltung mit drastischen Mitteln. So ist es denn auch und der Fall wird zu einer richtig harten Nuss für den Ermittler Magnus Kalo und seinen Kollegen.
Erik Berggren, der allein in einer Gartenlaube lebt und eine leichte geistige Behinderung hat, wird auf einem Tisch gebunden und mit Verbrennungen am Unterleib in eben diesem Häuschen aufgefunden.

Als Kommissar Magnus Kalo zu Vernehmungen ins Pflegeheim fährt, in dem die Mutter des Opfers wohnt, findet er sie in ihrem Zimmer mit ähnlichen Verbrennungen vor. Es scheint so, als ob er eine weitere Ausführung der Tat, die sicher zum Tode geführt hätte, gerade noch verhindern konnte. Eventuell ist der Täter beim Verlassen des Heims sogar gesehen worden. Dieser scheint genau zu wissen, wer ihm auf der Spur ist, denn plötzlich geraten Magnus und seine Familie in dessen Visier. Beim Nachforschen in der Familiengeschichte der Berggrens führt eine Spur über Eriks Vater Gösta nach Argentinien. Mit Hilfe der dortigen Kriminalpolizei finden die Ermittler schnell heraus, dass Gösta in jungen Jahren dort ein Mädchen vergewaltigt haben soll. Ist das der Ursprung des Verbrechens? Ist das Mädchen nach all den Jahren auf der Suche nach Vergeltung? 

„Bittere Sünde“ ist ein spannender Thriller, der sich nicht nur mit den direkten Fallermittlungen beschäftigt, sondern auch viele Szenen aus dem Privatleben der Kollegen des Kommissariats, allen voran Magnus Kalo erzählt. Das ergibt sich vor allem daraus, dass Magnus mit der Therapeutin Linn verheiratet ist, die ein Interesse am Fall entwickelt und aus ihrer Sicht versucht die psychologisch motivierten Hintergründe der Tat zu erschließen. Dabei handelt sie impulsiv und manchmal auch eigenmächtig, was sie in manch verzwickte Situation bringt. Die Charaktere sind gut ausgebaut und die Ermittler werden dem Leser schnell sympathisch, gerade weil man viel zu den jeweiligen Lebensgeschichten erfährt. Lieselotte Roll versucht die Handlungsweisen ihrer Charaktere stets gut zu begründen. Mich hat es allerdings etwas gestört, das trotz der Gefahrensituation und zahlreicher Ermahnungen gerade am Ende sich einige Personen dennoch allein auf den Weg machten, aber sonst hätte die Geschichte sicher an Spannung verloren.

Die Autorin hat den Täter in ihrer Erzählung gut versteckt. Obwohl Magnus bereits einen Blick auf ihn werfen durfte, hat er beinahe bis zum Schluss benötigt, um ihn der von ihm ausgeführten Taten zu überführen. Anhand einiger Anmerkungen hat mich Lieselotte Roll zwischenzeitlich auch mal auf eine falsche Fährte geführt. Verblüfft war ich schließlich über die Ahnungslosigkeit einer gewissen Person die dem Täter nahe stand. Das Buch macht Lust auf weitere Fälle für Magnus Kalo und ich gebe gerne eine Leseempfehlung an Fans des Genres Thriller.

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