Donnerstag, 17. Oktober 2013

[Rezension] Tief durchatmen, die Familie kommt - Andrea Sawatzki

Titel: Tief durchatmen, die Familie kommt
Autorin: Andrea Sawatzki
Erscheinungsdatum: 15.10.2013
Verlag: Piper Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
ISBN: 9783492056366
Preis: 17,99 Euro




Mit „Tief durchatmen, die Familie kommt“ ist nun der zweite Roman aus der Feder von Andrea Sawatzki erschienen. Diesmal ist es aber kein Krimi, sondern eine Weihnachtskomödie. Bereits die Darstellung auf dem Cover deutet auf einen witzigen Roman hin. Und so wie die Frau im Arbeitskittel sich als Fuß einer Stehlampe betätigt, so würde wohl auch die Protagonistin des Buchs Gundula Bundschuh am Heiligabend am liebsten aus dem Blickfeld ihrer Lieben verschwinden und weiteren Ärgernissen aus dem Weg gehen. Denn das Fest läuft so gar nicht in ihrem Sinne ab.

Die sich als „Nur“-Hausfrau betitelnde Gundula, Mutter von drei Kindern, erwartet wie seit einigen Jahren ihre ganze Familie zum Weihnachtsfest für mehrere Tage.  Bereits Ende Oktober kauft sie sich jede Menge Informationen in Form von Koch- und Dekozeitschriften. Doch die eigentliche Planung des Fests beginnt sie zwei Tage vor Eintreffen ihrer Gäste am ersten Urlaubstag ihres Ehemanns, mit dem sie bereits seit 27 Jahren verheiratet ist. Dieser ist jedoch nicht Willens sich an der Ausführung der nötigen Vorbereitungen zu beteiligen. Viel lieber taucht er in die Welt des Hörens von Schlagern ab. Auch die Kinder scheinen wie vom Erdboden verschwunden, wenn Gundula sie nötig hat und so muss sie sogar meistens selbst mit den beiden Hunden Gassi gehen. Bereits in der Vergangenheit ist es zu Spannungen zwischen den einzelnen Familienangehörigen bei solchen Treffen gekommen, doch Gundula ist zuversichtlich, dass diesmal alles, Dank guter Vorarbeit, harmonisch ablaufen wird. Irgendwie verliert sie dann jedoch den Überblick und als zunächst ihr ständig unter Geldnot leidender, schriftstellender Bruder mit seiner Frau, die kilomäßig seit dem letzten Besuch einiges zugelegt hat, darauf folgend ihre rechthaberische Mutter mit ihrem dementen Vater und schließlich ihre aufreizende Schwiegermutter Susanne eintreffen, ist die schöne Bescherung, im ironischen Sinne, vorprogrammiert. 

Frau Sawatzki ist mit diesem Buch eine Erzählung gelungen, die einfach Spaß macht. Doch trotz des kurzweiligen, oft trockenen Humors, der sich vor allem aus den Dialogen der Familienmitglieder ergibt, blitzt hin und wieder ein Stück Melancholie auf, wenn Gundula über ihr Leben nachdenkt. Die Protagonistin war mir von Beginn an sympathisch, vielleicht auch deshalb, weil ich ein Stück ihrer manchmal in Sachen Organisation unbeholfenen Art in mir selbst entdecken konnte. Trotz der durchgehenden Überzeichnung der handelnden Personen werden viele Leser Szenen des Heiligen Abend bei sich zu Hause wiederentdecken. Die Autorin hat ein Gespür dafür, ihren Finger auf besonders kritische Punkte zu legen und diese zu persiflieren. Und es ist auch ihr Ansinnen, den Lesern einen Spiegel vor Augen zu halten, wenn sie hin und wieder fragt „Kennen Sie das?“ Sicher hat Frau Sawatzki hier auch das ein oder andere eigene Erlebnis verarbeitet. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich kann es als locker-leichte Leselektüre empfehlen. Es lässt auf eine Fortsetzung hoffen, die sich am Ende des Buchs bereits andeutet.

1 Kommentar:

  1. Ja, sowas ist eine richtig tolle Weihnachtslektüre, genauso wie der Film "Single Bless" Den könnte ich mir x-mal anschauen!!!!
    Liebe Grüße
    Martina

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