Freitag, 8. November 2013

[Rezension] Ka Hancock - Tanz auf Glas

Titel: Tanz auf Glas
Autorin: Ka Hancock
Übersetzerin: Katharina Volk
Erscheinungsdatum: 28.08.2013
Verlag: Knaur Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 97834526653227
Preis: 19,99 Euro



„Tanz auf Glas“ ist der sehr gefühlvoll geschriebene Debütroman der US-amerikanerin Ka Hancock. Die Übersetzung des Originaltitels ins Deutsche „Tanz auf gebrochenem Glas“ gibt noch besser wieder als das, was auch der deutsche Titel bereits auszudrücken versucht. Für beide Protagonisten droht das Leben sozusagen unter ihren Füßen wegzubrechen und sie in den Abgrund zu ziehen bis zur Selbstaufgabe. Dementsprechend hat sich das Pärchen auf dem Cover eng aneinandergeschmiegt, seine Hände halten seine Partnerin umschlungen, in der Hoffnung gemeinsam allen Schicksalsschlägen trotzen zu können.  

Die angehende Lehrerin Lucy hat noch während ihres Studiums  auf einer Party Mickey kennengelernt. Sie hat schon früh ihre Eltern verloren, ihre zwei älteren Schwestern sind ihr Halt im Leben. Mickey gehören zusammen mit einem Geschäftspartner mehrere Clubs und selbst betätigt er sich gerne als Comedian zur Unterhaltung seiner Gäste. Lucy gelingt es bei ihrem ersten Aufeinandertreffen  in seinen Augen einen Blick auf den Mensch hinter dem Künstler und Manager zu werfen und auch Mickey ist von Beginn an fasziniert von ihrer Persönlichkeit. Doch bereits bei ihrer zweiten Begegnung, die in der Cafeteria eines Krankenhauses stattfindet, erzählt Mickey ihr von seiner manisch-depressiven Erkrankung. Bereits seine Mutter hat daran gelitten. Seine Offenbarung macht er zu einem Zeitpunkt, an dem eine von Lucys Schwestern aufgrund einer Krebserkrankung operiert wird. Auch diese Krankheit scheint in der Familie zu liegen, denn Lucys Mutter ist daran gestorben. Die beiden geben sich gegenseitig Halt und Stärke und heiraten trotz aller Bedenken zwei Jahre später. Das Schicksal hat noch einiges für die Liebenden vorbereitet.

Von Beginn an macht die Autorin dem Leser klar, dass das Buch keinen heiteren Hintergrund aufweist. Bereits auf den ersten Seiten informiert sie über die aktuelle Situation von Mickey und Lucy und blättert so nach und nach die schicksalhaften vergangenen Jahre auf. Obwohl beide mit ihrem Schicksal hadern und dies auch schon Mal von Mickey unwirsch zur Kenntnis gegeben wird, fangen sie die Sympathie des Lesers ein.  Mit dem Paar geht der Leser dann in eine hoffnungsvolle Zukunft, die jedoch auf der breiten Linie nicht immer einen guten Ausgang findet. Der Roman wird aus der Sicht von Mickey und Lucy erzählt. Mickeys Erzählung ist kursiv gedruckt und steht grundsätzlich am Anfang eines jeden Kapitels. Der Leser sollte also nicht ans Ende des Buchs schauen, welche Schrift dort überwiegt, um daraus nicht vorschnell seine Schlüsse zu ziehen. Durch die gewählte Erzählform erfährt der Leser vieles über die inneren Auseinandersetzungen der Protagonisten, nicht nur mit Krankheit, sondern auch im Verständnis untereinander und innerhalb der Familie. 

Der Roman „Tanz auf Glas“ berührt den Leser tief und er sollte sich darauf einstellen, dass diese Geschichte nicht so endet wie er es sich sicher wünschen würde.  Die Intention der Autorin, mit dem Schreiben dieses Buches beim Leser große Gefühle auszulösen, wurde von ihr erfolgreich umgesetzt. 

Kommentare:

  1. Das ist das herzergreifenste Buch, was ich jemals gelesen habe

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  2. Ich habe dieses Buch bereits vor einigen Wochen gelesen, und war danach zutiefst bewegt. Selten ist mir ein Buch so sehr ans Herz gegangen.

    Liebe Grüße
    Mary
    http://decobooks.blogspot.de/

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