Dienstag, 17. Dezember 2013

[Rezension] Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks

Titel: Der Ruf des Kuckucks
Autor(in): Robert Galbraith (Pseudonym von Joanne K. Rawling)
Übersetzer: Kristof Kurz, Christoph Göhler und Wulf Bergner
Erscheinungsdatum: 30.11.2013
Verlag: blanvalet Verlag
Buchausgabe: Leseexemplar
ISBN der Hardcoverausgabe: 9783764505103
Preis der Hardcoverausgabe: 22,99 Euro
Handlungsort: London/England
                                                    Handlungszeit: Gegenwart

Im Roman „Der Ruf des Kuckucks“, beschreibt die Autorin Joanne K. Rowling, die dieses Buch unter dem Pseudonym Robert Galbraith geschrieben hat, die Ermittlungen im Fall eines Models, das vom Balkon gestürzt und an den Folgen des Sturzes gestorben ist. Das Cover zeigt unten links die Silhouette eines großen, kräftig gebauten Manns der zu nächtlicher Stunde durch eine Straße eilt. Dieser Mann könnte durchaus der Privatdetektiv Cormoran Strike sein, der beauftragt wurde festzustellen, ob das Model keinen Selbstmord begangen hat, sondern vom Balkon runtergestoßen wurde. Aus dem Spitznamen eines der Bewunderer des Models, der sie liebevoll „cuckoo“ also Kuckuck genannt und sie auch häufig angerufen hat, ergibt sich der Titel des Buchs.

Der Leser des Buchs findet sich gleich zu Beginn in einer schaurigen Szene wieder: der Körper des Models Lulu Laundry liegt, von Zeltplanen vor den Augen der altgegenwärtigen Journalisten abgeschirmt, mitten auf der Straße. Sie ist vom Balkon ihres Appartements im zweiten Stock gefallen. Doch ihr Adoptivbruder John Bristow glaubt auch drei Monate nach diesem Ereignis nicht an Selbstmord und beauftragt den Privatdetektiv Cormoran Strike damit, den Mörder seiner Schwester zu finden. Dieser hat sich gerade von seiner Lebensgefährtin getrennt und steht beruflich vor einem finanziellen Engpass aufgrund fehlender Aufträge. 

Nachdem er seine letzte Aushilfskraft entlassen hat, dachte er, dass er damit auch gleichzeitig den Vertrag mit der Zeitarbeitsagentur, die die Aushilfe entsendet hatte, beendet hätte. Doch montags morgens stürzt die Büroangestellte Robin Ellacott sozusagen in seine Räumlichkeiten. Nach anfänglichem Zögern ist der Detektiv erfreut darüber, die tatkräftige Robin an seiner Seite zu wissen. Akribisch macht er sich an die Arbeit den Fall aufzuklären und kommt der Auflösung Stück für Stück näher. 

Joanne K. Rowling alias Robert Galbraith nimmt den Leser mit in eine bunt schillernde Modewelt, in der viele Individualisten zu finden sind, die sich gerne mit Glanz und Glamour umgeben. Mit diesem Milieu ist auch Cormoran Strike schon in Verbindung gekommen, da er der Sohn eines berühmten Musikers, zu dem er allerdings noch nie näheren Kontakt hatte und eines ebenso bekannten Groupies ist. Zunächst als Militärpolizist, später dann als Ermittler in Zivil war er bis zu seiner schweren Verletzung in Afghanistan tätig. Von dieser Zeit her hat er auch psychische Probleme. Die Autorin hat diese Figur sehr gut ausgearbeitet. 

Robin ist erstaunt darüber, dass Cormoran sich jedes Detail seiner Interviews möglichst genau notiert. Dies kommt in der Erzählung deutlich zum Ausdruck, denn die Autorin beschreibt nicht nur die Umgebung ihrer Szenerie sehr ausführlich, sondern nimmt auch das Aussehen der Personen, die der Detektiv für seine Befragungen aufsucht, deren Gestik und Mimik ins Visier. Einige Beschreibungen hätten gerne etwas kürzer ausfallen können, da sie meiner Meinung nach die Geschichte unnötig in die Länge ziehen und die Spannung dadurch leicht abflaut. 

Joanne K. Rowling ist nicht nur eine sehr gute Beobachterin, die Schauplätze und Personen lebendig werden lässt, sondern versteht es auch die verschiedensten Handlungen ihrer Charaktere sinnvoll zu begründen. Cormoran Strike stellt so viele Fragen, dass er schließlich selbst in Gefahr gerät, was die Spannung zum Schluss nochmals deutlich ansteigen lässt. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich empfehle es an alle Leser weiter, die gerne Krimis mögen, bei denen die Ermittler in ein privates Umfeld eingebunden sind und bei denen auf klassische Art ermittelt wird. 

Kommentare:

  1. Früher oder später werde ich das Buch wohl doch mal lesen müssen...
    Auf jeden Fall hast du mich sehr neugierig gemacht ;)

    Liebe Grüße
    Lulu

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  2. Sicher ist es für Frau Rowling schwierig, jenseits von Harry Potter erfolgreich zu sein. "Der Ruf des Kuckucks" beschreibt solide Ermittlungsarbeit durch einen Privatdetektiv. Lesenswert, aber geraffter wäre es noch einen Tick besser gewesen.
    LG Ingrid

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  3. Hallo Ingrid! :-)

    Ich bin Mitglied einer erst kürzlich gegründeten Seite ( https://bloggervernetzt.wordpress.com/about/ ), dort sammeln wir alle möglichen Rezensionen von den verschiedensten Buchblogs. Natürlich stehen wir noch ganz am Anfang, aber jeder hat ja mal klein begonnen.^^ Jedenfalls soll dieser Blog eines Tages ein ganz großes "Buchblog-Rezensionen-Netzwerk" werden. Und jedem Blogger, der dazu beiträgt, sind wir sehr dankbar! :) Deswegen jetzt meine Frage an dich: Darf ich deine Rezension hier zu "Der Ruf des Kuckucks" dort verlinken? (Bzw. darf ich in Zukunft generell Rezensionen von dir/euch dort verlinken?)

    Ganz herzliche Grüße ♥,
    Janine

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