Sonntag, 8. Dezember 2013

[Rezension] Zoë Beck - Brixton Hill

Titel: Brixton Hill
Autorin: Zoë Beck
Erscheinungsdatum: 09.12.2013
Verlag: Heyne Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783453410428
Preis: 8,99 Euro
Handlungsort: London/England
Handlungszeit: Frühjahr 2013



Der Thriller „Brixton Hill“ von Zoe Beck ist als Taschenbuch im Heyne Verlag erschienen und umfasst 382 Seiten mit 46 Kapiteln. Der Roman spielt in der Zeit von Ende März bis zum ersten Maitag dieses Jahres, der Beginn eines neuen Tags wird mit Datum zwischen den Kapiteln angekündigt. Das Cover ist recht schlicht gehalten mit den Giebeln alter Häuser, die als schwarz-weiß Fotografie auf der Titelseite am oberen und unteren Rand zu erkennen sind. Solche alten Häuser stehen beispielsweise in Brixton Hill, einer Straße in London, die dem Buch den Titel gegeben hat und in welcher ein Teil der Geschichte spielt. In erhabener grüner glänzender Schrift hebt sich der Name der Autorin deutlich vom Untergrund ab und fängt den Blick des Betrachters ein. 

Em Vine, 33 Jahre alt, selbständige Eventmanagerin und aus betuchtem Haus abstammend, ist in einer Besprechung mit einer inzwischen zur Freundin gewordenen Geschäftspartnerin, als Rauch in die Flure des Hochhauses eindringt in dem das Büro der Agentur liegt. Panisch springt Ems Freundin aus dem Fenster im 15. Stock des Gebäudes. 

Em bleibt bei allem bemerkenswert ruhig, wird aber wütend als sie bei der anschließenden Befragung der Bewohner durch die Polizei verhaftet wird aufgrund des Verdachts, dass sich ihr Telefon in das WLAN des Gebäudes eingewählt hat um dann angeblich die Technik zu manipulieren. Vor kurzem erst hat sie jemanden kennengelernt, der sich auch als Hacker betätigt, doch diese Beziehung hat nicht im Guten geendet. Mittels Twitter und Email empfängt sie seitdem lästige Nachrichten und fühlt sich beobachtet. Ihr Argwohn richtet sich nun auf diese Person und sie stellt ihn zur Rede. Seine seltsamen Äußerungen scheinen ihre Vermutung zu bestätigen. Und dann geschieht etwas von dem sie glaubt, dass sie nun nichts mehr zu befürchten hat. Doch es ist noch lange nicht zu Ende.

Zoe Beck liefert mit dem Thriller „Brixton Hill“ einen hervorragend konstruierten Krimi ab. Und nicht nur das, denn er bietet auch eine Auseinandersetzung mit dem Bild der jetzigen Londoner Gesellschaft, unter dem Aspekt der Umstrukturierung einzelner Stadtteile aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Die Geschichte läuft in der Kulisse realen politischen Geschehens ab. 

Im Mittelpunkt steht Em, eine interessante Persönlichkeit, die ihre Mutter schon früh verloren und diesen Verlust auf ihre Weise verarbeitet hat. Doch dies ist wieder eine der Geschichten, von denen die Autorin uns im Laufe der Erzählung am Rande einige erzählt. So erhält der Leser in Rückblicken Kenntnis über die Beweggründe zum Handeln einzelner Charaktere und glaubt manchmal schon kurz vor der Lösung des Falls zu stehen. Diese kleinen Einschübe verleihen dem Thriller einen ganz eigenen Stil und halten den Spannungsbogen von Beginn bis Ende aufrecht. 

Der Leser sollte sich nie ganz sicher sein, dass sympathisch wirkende Personen nicht zu den Übeltätern im Hintergrund zählen. Bemerkenswert ist auch die Weise wie die Nutzung heutiger Kommunikationskanäle dazu beitragen kann, Angst und Hilflosigkeit hervorzurufen. Von mir gibt es für diesen Thriller eine klare Leseempfehlung.

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