Montag, 30. Dezember 2013

[Rezension] Mila Roth - Spionin wider Willen: Sammelband I Fall 1-3

Titel: Spionin wider Willen: Sammelband I Fall 1-3
Fall 1: Spionin wider Willen
Fall 2: Von Flöhen und Mäusen
Fall 3: Freifahrtschein
Autorin: Mila Roth aka Petra Schier
Erscheinungsdatum: 19.07.2013
Verlag: Create Space Independent Publishing 
Buchausgabe: ebook für den Kindle
ISBN der gedruckten Ausgabe: 9781490512945
Preis der gedruckten Ausgabe: 12,90 Euro, für das ebook: variierend
Handlungsorte: Bonn und Gut Tomberg (bei Rheinbach)
                                   Handlungszeit: 2011

Im ersten Sammelband zu der „Vorabendserie in Buchform“, wie die Autorin Mila Roth ihre Krimireihe nennt, um die beiden ungleichen Ermittler Markus Neumann und Janna Berg sind die Bände „Spionin wider Willen“, „Von Flöhen und Mäusen“ und „Freifahrtschein“ enthalten. Der Titel spielt jeweils auf den zu ermittelnden Fall an. Das Cover des Sammelbands ist genauso gestaltet wie die einzelnen Bücher und zeigt mittig versammelt alle Gegenstände, die in den jeweiligen Fällen eine wichtige Rolle spielen. Obwohl die Anzahl der handelnden Personen in allen Büchern überschaubar bleibt, findet sich im Anhang eine hilfreiche Übersicht dazu. Außerdem finden sich dort fünf interessante Fragen, die Petra Schier alias Mila Roth zu ihrer schriftstellerischen Arbeit beantwortet hat. 

Janna Berg wohnt im renovierten, früheren Gesindehaus auf dem Gutsgrund, der ihren Eltern gehört, auf dem Land. Sie ist Anfang 30, Mutter von zwei Pflegekindern und betreibt einen kleinen Büroservice von zu Hause aus. Janna fährt zum Flughafen Köln/Bonn um ihre jüngere Schwester von einem Flug abzuholen. Während sie  am Passagierausgang auf ihre Schwester wartet, wird sie von einem Mann in einer Putzuniform angesprochen, der ihr einen braunen Umschlag mit Inhalt aufdrängt mit der Bitte, diesen bei einer ganz bestimmten Person abzuliefern. Nach anfänglichen Bedenken folgt Janna dieser Anweisung und findet sich mitten in einer Geheimaktion wider. Obwohl sie der letzte Ausweg für den Agenten Markus Neumann am Flughafen war und er glaubt, dass er Janna eigentlich nur für diesen einzelnen Dienst benötigt, wird sie mehr in die Agentenaktivitäten hineingezogen wie ihm lieb ist. Und es bleibt nicht nur bei der Mitwirkung an diesem einen Fall, denn schnell wird klar, dass der gut getarnte Geheimdienst ihre Hilfe erneut benötigt. 

Jeder Band beinhaltet einen abgeschlossenen Fall ganz unterschiedlicher Art. Bei den Ermittlungen zum ersten und dritten Band bekommen Janna und Markus es mit dem organisierten Verbrechen zu tun, der zweite Fall behandelt ein Wirtschaftsdelikt.  Die beiden Hauptpersonen werden dem Leser schnell auf ihre je unterschiedliche Art sympathisch. Janna ist eine ganz normale junge Frau, die gerne auf dem Land lebt. Sie ist engagiert als Mutter und in ihrer selbständigen Tätigkeit. Geheimdienste kennt sie nur aus dem Fernsehen und mag sich auch gar nicht in deren Aktivitäten hineinziehen lassen. Markus hat schon früh Bekanntschaft mit Ermittlungen gemacht, wie im Laufe der Erzählung klar wird. Er ist ein Einzelgänger und grundsätzlich gegen die Mitarbeit von Zivilisten bei geheimdienstlichen Arbeiten. Im Laufe der Zeit entwickelt sich zwischen ihm und Janna ein ganz besonderes Verhältnis. Doch Janna ist seit längerer Zeit mit einem örtlich ansässigen Zahnarzt liiert. 

Gleich zu Beginn im ersten Kapitel, in der die Autorin die Übergabe eines braunen Umschlags, der brisante Informationen enthält, von einem weiteren Agenten an Markus schildert wird dem Leser klar, dass das Agentenleben große Gefahren birgt, denn der Übergeber verliert noch während dieser Aktion sein Leben und Markus kann nur knapp entkommen. Ähnlich verfährt die Autorin auch bei den beiden anderen Fällen indem sie kurz eine Situation zu Beginn des Buchs umreißt, die in einer Bedrohung einer bestimmten Person oder auch der Allgemeinheit besteht. So sind die jeweiligen Schilderungen von Beginn an spannend und der Leser fiebert bis zum Ende mit, ob es dem Geheimdienst gelingt, den jeweiligen Fall aufzuklären. Dabei widerstrebt es Janna stets erneut mitzuarbeiten, da sie eine von Grund auf ehrliche Person ist und ihre Tätigkeiten vor ihrer Familie zu verbergen hat. Durch ihre zurückhaltende und unbeholfene Art in Agentendingen und ihre Dauerredefähigkeit entstehen vor allem in Dialogen mit Markus immer wieder heitere Momente. Es wird im Gegensatz dazu aber auch ernsthafter, wenn Janna über das Für und Wider ihrer Agentendienste nachdenkt. Von mir bekommen alle drei hier versammelten Bände eine Leseempfehlung für alle Krimifans.

Sonntag, 29. Dezember 2013

[Rezension] Angelika Schwarzhuber - Liebesschmarrn und Erdbeerblues

Titel: Liebesschmarrn und Erdbeerblues
Autorin: Angelika Schwarzhuber
Erscheinungsdatum: 16.07.2012
Verlag: blanvalet Verlag
Buchausgabe: (Originalausgabe) Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 9783442379552
Handlungsort: Passau
Handlungszeit: Gegenwart (2011)



Gleich das Cover des Buchs „Liebesschmarrn und Erdbeerblues“ von Angelika Schwarzhuber nimmt den Leser mit seinem blauen Grundton und der weißen Titelschrift in erhabenen Buchstaben mit nach Bayern. Dort ist der Roman, der im Verlag blanvalet als Taschenbuch erschienen ist, angesiedelt. Er ist sozusagen eine Liebeserklärung der Autorin an ihre Bayerische Heimat. Ihre Protagonistin Lene, die in der Nähe von Passau lebt, ist auf der Suche nach einem entsprechenden Begriff im bairischen Dialekt für die Phrase „Ich liebe dich“. Von einigen Zeitgenossen wird ihre Suche auch als Liebesschmarrn, also Unsinn in Liebesdingen abgetan. Lene ist eine sehr emotionale junge Frau und so kommt es, dass die Traurigkeit sie plötzlich beim Erdbeerenessen erwischt. Ohne bestimmten Grund meldet sich ein Erdbeerblues. So erklärt sich der Buchtitel.

Lene, die in der Anzeigenannahme einer Zeitung arbeitet, weiß eigentlich selbst nicht genau, was sie veranlasst hat, ihrem Freund Michi spontan den Rücken zu kehren, als dieser ihr im Dialekt sagt, dass er sich in sie verliebt hat. Fortan ist sie überzeugt, dass es kein bairisches Pendant zu der Aussage „Ich liebe dich“ gibt. Ihre Freundin aus der Redaktion greift diesen Gedanken auf und schreibt einen Artikel über sie. Aufgrund der großen Resonanz kommt die Idee, dass Lene einen Beziehungsratgeber zum Thema schreiben soll. Bald schon hat sie in dem Sprachwissenschaftler Karl Huber jemanden gefunden, der ihre Feststellung für Blödsinn hält. Doch nicht nur mit diesem Mann hat sie sich während der Schreibphase auseinanderzusetzen. Auch Michi möchte wieder zu ihr zurückkehren. Der Spanier Ernesto, den sie auf einer Party kennenlernt, gefällt ihr ganz gut und ihr Chef scheint ihr ebenfalls Sympathien entgegenzubringen. Und zu allem Überfluss scheint ihr Vater davon überzeugt, dass sie nun endlich eine feste Liaison eingehen sollte. Lene ist hin und her gerissen.

Die Freude der Autorin am Schreiben des Romans kommt beim Lesen zum Ausdruck. Flink voran geht die Erzählung, auch mal mit deftigem Unterton. Die Grundidee des Romans ist interessant und ich habe schon versucht sie gedanklich auf meine rheinische Heimat zu übertragen. Der Text ist flüssig zu lesen, da nur einige bairische Ausdrücke eingeflochten sind, die in hochdeutscher Übersetzung noch dazu in einem Verzeichnis vorne und hinten in der Klappe des Buchs zu finden sind.  Lene ist auf jeden Fall ein Sympathieträger. Gerne flirtet sie, ist aber ansonsten im Umgang mit Männern zurückhaltend. Die ehrlichen Absichten ihrer Verehrer sind dagegen nicht so leicht zu durchschauen. Lene gerät ist zahlreiche amüsant geschilderte Situationen. Aber an einigen Stellen verharrt sie auch, da sie sich klarwerden muss, was sie letztendlich will. Dadurch lässt sie auch den Leser innehalten. Durch einige unvorhersehbare Wendungen ist der Roman mitreißend bis zum Schluss. Gerne gebe ich für diese leichte Lesekost eine Leseempfehlung.

Samstag, 28. Dezember 2013

[Rezension] Brixton Hill von Zoë Beck



☆ Inhalt ☆


Emma Vine lebt und arbeitet als Eventmanagerin in London. Eines Tages besucht sie ihre Freundin Kimmy, die im fünfzehnten Stock eines Hochhauses arbeitet, um mit ihr auf einen erhaltenen Auftrag anzustoßen. Doch dann quillt Rauch in den Flur und die Notausgänge sind blockiert. In ihrer Panik stürzt sich Kimmy aus dem Fenster. Kurz darauf wird Emma festgenommen: Ihr Smartphone soll der Zünder gewesen sein. Emmas Verdacht fällt schnell auf Alan, einen Hacker, der sie seit geraumer Zeit stalkt. Wird sie ihren Verdacht beweisen können? Doch es ist noch nicht vorbei: Bald gibt es einen zweiten Anschlag…

☆ Meinung ☆


Das Buch startet dramatisch mit dem aus Panik erfolgtem Selbstmord von Emmas Freundin Kimmy und Emmas anschließender Verhaftung. So kam direkt zu Beginn des Buches Höchstspannung auf und fesselte mich an die Seiten. Ein erster Verdacht von Emmas Seite ist schnell da, und ich war neugierig, ob sie ihre Vermutung mit Beweisen untermauern kann. Zoe Becks klarer, nüchterner Schreibstil brachte die Dinge auf den Punkt und zog mich immer tiefer in die Geschichte hinein.

Die Protagonistin Emma ist kein einfacher Charakter. Ihre Vergangenheit lastet noch immer schwer auf ihr: Eine zerbrochene Familie, psychische Probleme und der Druck, nicht den Vorstellungen ihrer einflussreichen Großmutter zu entsprechen machen ihr das Leben nicht einfach. Der Leser erhält immer mehr Einblicke in das, was hinter Emmas tougher Fassade liegt und so lernte ich sie immer besser verstehen.

Emma muss bald feststellen, dass sie mitten in einem Netz voller Lügen und Intrigen steckt. Weitere Anschläge halten die Spannung hoch und setzen Emma auch zeitlich unter Druck. Über die sozialen Medien kontaktiert der Täter Emma immer wieder anonym, sodass Emma bald psychisch an ihre Grenzen stößt. Mit Themen wie Stalking, Hacking und unlautere Geschäftspraktiken werden hochaktuelle Aspekte thematisiert und verknüpft.

„Brixton Hill“ ist temporeich, spannend und hochaktuell. Mitten in London wird Emma Teil einer nervenaufreibenden Jagd, die sich online und offline abspielt. Überraschende Wendungen, interessante Charaktere und eine fesselnde Thematik haben bei mir keine Wünsche offen gelassen. Fans des Thrillers, die Interesse an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen haben, sollten sich dieses Buch nicht entgehen lassen.


Die Rezension von Girdie zum gleichen Buch findet ihr hier: "Brixton Hill" aus Girdies Sicht

Weitere Informationen zum Buch


Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2013
Verlag: Heyne Verlag
Handlungsort: London
Handlungszeit: Gegenwart
Link zur Buchseite des Verlags

Weihnachtliche Neuzugänge

Hallo liebe Leser,

wir sind zurück aus der kurzen Weihnachtspause und möchten euch heute zunächst unsere buchigen Weihnachtsgeschenke zeigen.


Ingrid hat von mir "Ein Kuss unter dem Mistelzweig" geschenkt bekommen. Das Cover glitzert ganz toll und passt wie ich finde sehr zu Weihnachten. Ob der Inhalt das auch tut, wird Ingrid euch bald verraten, sie ist schon mittendrin... ;-)

Von Ingrid habe ich "Erebos" in der Jubiläumsausgabe geschenkt bekommen. Weil ich nach Die Verratenen / Die Verschworenen unbedingt mehr von Ursula Poznanski lesen wollte, hat sie damit genau ins Schwarze getroffen. Ich habe das Buch schon durch, die Rezension folgt bald. Die Eltern meines Freundes haben mit außerdem "Die letzte Praline" geschenkt, einen kulinarischen Krimi, der sogar signiert ist. Weil der in Brügge spielt, gab es außerdem belgische Pralinen dazu - mhh, lecker! Ich freue mich auf köstliche Lesestunden.

Von Moni von Süchtig nach Büchern, dem Literatwo-Fanclub und dem Autor Jando haben uns außerdem weihnachtliche Kartengrüße erreicht. Auf diesem Wege möchten wir uns nochmal herzlich bedanken!

Kennt ihr schon eins der Bücher oder wollt es selbst noch lesen? Welche Bücher lagen bei euch unter dem Weihnachtsbaum?

Viele Grüße
Eure Hanna

Sonntag, 22. Dezember 2013

[Rezension] Die Champagnerkönigin von Petra Durst-Benning



Das Buch ist Teil der Jahrhundertwind-Trilogie:

Band 1: Solang die Welt noch schläft (Rezension)
Band 2: Die Champagnerkönigin
Band 3: ? (erscheint Anfang 2015)






☆ Inhalt ☆


Nach ihrer Hochzeit folgt Isabelle Leon in die Pfalz auf das Weingut seiner Eltern. Doch Isabelles verklärt romantische Vorstellungen von dem Leben in der Pfalz müssen schnell der Realität weichen: Gemeinsam mit Leon bezieht sie ein Zimmer im einfachen Bauernhaus seiner Eltern und wird fortan von seiner Mutter drangsaliert. So kann das nicht weitergehen! Isabelle drängt auf ein eigenes Heim. Dann jedoch wird Leon von einer Erbschaft überrascht: Sein Onkel hinterlässt ihm sein Weingut in der Champagne! Leon und Isabelle brechen in eine ungewisse, verheißungsvolle Zukunft auf: Können Sie sich als champenois behaupten?

☆ Meinung ☆


Der Einstieg in die Geschichte ist mit einer kleinen Überraschung verbunden, den aufmerksame Leser des Vorgängerbandes vielleicht schon vermutet haben: Isabelle, die sich ihre Zukunft mit Leon in den schillerndsten Farben ausgemalt hat, findet sich in einem einfachen Bauernhaus in der Pfalz wieder. Die ganze Situation hält Isabelle nur schwer aus, und ich konnte ihre Unzufriedenheit gut nachvollziehen. Nach nur wenigen Seiten wurde ich jedoch erneut überrascht: Leon und Isabelle ziehen in die Champagne! Damit beginnt ein großes neues Abenteuer für Isabelle.

Die Atmosphäre, die Petra Durst-Benning durch ihre Beschreibungen der Champagne schafft, hat mich schnell gefangen genommen. Gut hat mir Isabelles Wandlung zur durchsetzungsstarken Frau gefallen, die für die Zukunft „ihres“ Weingutes kämpfen will. Doch dessen Zukunft steht auf dem Spiel: Henriette Trubert, Leiterin eines großen benachbarten Weingutes, setzt alles daran, Isabelle und Leon ihren Besitz abzukaufen. Vor allem Leon ist dem Angebot nicht abgeneigt, denn so könnte er sich noch intensiver seiner Radfahrerkarriere widmen. Gemeinsam mit Isabelle hoffte ich, dass die Geschichte des Feininger-Champagners trotz allem eine erfolgreiche wird. Doch Isabelle muss einige Rückschläge hinnehmen, von denen der schwerste Isabelle völlig aus der Bahn wirft und ich ihr Leid nachempfinden konnte.

Wie gut, dass sie Freundinnen wie Clara und Josefine hat, die sie unterstützen! Die beiden spielen in diesem Buch zwar eher eine Nebenrolle, dennoch habe ich mich über ein Wiedersehen mit den beiden sehr gefreut. Mit Isabelles Nachbarn in Hautvillers treten jedoch auch neue, interessante Charaktere auf. Neben hilfsbereiten und liebenswerten Personen wie den Verwalter Claude Bertrand und ihre Nachbarin Micheline lernt man auch Charaktere kennen, die zunächst schwer einzuschätzen sind. Welche Ziele verfolgen der Kellermeister Gustave Grosse oder Daniel Lambert, der als Kind auf ihrem Weingut lebte?

Immer wieder lässt die Autorin mit Beschreibungen des Traubenanbaus und der Champagnerherstellung Fachwissen einfließen. Hierbei steht nicht die vollständige Beschreibung aller Abläufe im Vordergrund, die diesen Roman sicherlich in die Länge gezogen hätte. Stattdessen werden einzelne interessante Schritte und Ereignisse mit der Handlung verknüpft, sodass ich als Leserin einen guten Eindruck vom Leben auf dem Weingut erhalten habe.

Durch immer neue Wendungen in der Geschichte ist es Petra Durst-Benning gelungen, mein Interesse am Buch zu erhalten. Auch wenn einige Aspekte der Geschichte vorhersehbar waren, hat es mir Spaß gemacht, Isabelles charakterliche Wandlung zu verfolgen und um den Erfolg des Feininger-Champagners zu bangen. Das Buch endet schließlich relativ abrupt. Doch zum Glück wird der dritte Teil der Jahrhundertwind-Trilogie Anfang 2015 erscheinen und berichten, wie es mit Isabelle, Josefine und vor allem Clara weitergeht.

„Die Champagnerkönigin“ bietet eine interessante Geschichte rund um den Aufbau eines Weinguts in der Champagne, das durch historische Fakten untermauert wird. In Isabelle konnte ich mich gut hineinversetzen, und auch die weiteren Charaktere der Geschichte sind interessant gestaltet. Wen „Solang die Welt noch schläft“ begeistern konnte, sollte unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, was Isabelle und auch Clara und Josefine erleben. Doch auch ohne Vorkenntnisse wird das Buch historisch interessierte Leserinnen begeistern können.


Die Rezension von Girdie zum gleichen Buch findet ihr hier: "Die Champagnerkönigin" aus Girdies Sicht

Weitere Informationen zum Buch


Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Preis: 19,99 Euro
Erscheinungsdatum: 13. September 2013
Verlag: List Hardcover
Haupthandlungsort: Champagne
Handlungszeit: ab 1898
Link zur Buchseite des Verlags


Freitag, 20. Dezember 2013

[Rezension] Wie Monde so silbern von Marissa Meyer



Das Buch ist Teil der Luna-Chroniken:

Band 1: Wie Monde so silbern
Band 2: Wie Blut so rot (Januar 2014)
Band 3: ? (engl.: Cress)
Band 4: ? (engl.: Winter)








☆ Inhalt ☆


Cinder ist ein Cyborg und arbeitet als Mechanikerin auf dem Markt von Neu-Peking, der Hauptstadt des asiatischen Staatenbundes. Eines Tages steht ausgerechnet Prinz Kai an ihrem Stand und bittet um die Reparatur seiner kaputten Androidin. Warum ist ihm die Reparatur dieses alten Modells so wichtig? Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: Auf dem Markt bricht die Blaue Pest aus und auch jemand, der Cinder nahe steht, infiziert sich mit der tödlichen Krankheit. Gleichzeitig bereitet sich die ganze Stadt auf den großen Ball vor, dessen Besuch Cinders Stiefmutter ihr aber verbietet. Wird sie Prinz Kai trotzdem wiedersehen? Und welche Pläne hat die Königin von Luna, die so plötzlich ihren Besuch ankündigt?


☆ Meinung ☆


Das Buch hat mich von der ersten Seite an faszinieren können. Der Leser lernt Cinder nämlich kennen, während sie sich gerade ihren Cyborg-Fuß abmontiert, der ihr schon seit Jahren nicht mehr passt. Schnell erfährt man, dass Cinder als Cyborg von vielen gemieden wird, was sie selbst sehr verletzt. Warum werden Cyborgs nicht als vollwertige Menschen angesehen? Cinder, die sich als taffe Mechanikerin gibt, aber auch eine sensible Seite hat, war mir so von Beginn an absolut sympathisch.

Nach wenigen Seiten überschlagen sich die Ereignisse bereits zum ersten Mal: Cinder begegnet Prinz Kai und die Blaue Pest bricht auf dem Markt aus. Beides wirft Cinder gänzlich aus ihrer Alltagsroutine und ich war gespannt, wie sie mit diesen Entwicklungen umgehen wird. Auch wer die Cinderella-Geschichte kennt, weiß über die Handlung dieses Buches noch nicht viel. Natürlich wird Cinder irgendwie auf den großen Ball gelangen. Bis es soweit ist, werden durch Wendungen allerdings mehrfach gänzlich neue Perspektiven eröffnet. Lediglich zum Ende hin konnte man allmählich absehen, worauf das Ganze hinauslaufen wird.

Neben der sympathischen Cinder, deren vielfältige Cyborg-Fähigkeiten ich richtig beneidenswert fand, darf der Leser auch Prinz Kai näher kennen lernen. Bei seinen Begegnungen mit Cinder habe ich mich köstlich amüsieren können: Die beiden harmonieren wirklich toll miteinander und Cinder hat immer einen sarkastischen Spruch auf Lager. Doch Cinder hält ihn auf Distanz, denn Kai kennt ihre Geheimnisse nicht, unter denen sie selbst leidet. Wie würde er wohl reagieren, wenn er wüsste, was sie tatsächlich ist? Einige Kapitel sind auch aus Kais Perspektive beschrieben und drehen sich um politische Angelegenheiten. Hier erfährt man vor allem einiges über Kais Vorbereitung auf den Besuch der Königin von Luna, hinter dem ganz sicher keine harmlosen Absichten stecken. Was hat sie vor, und welche Mittel sind ihr Recht, um ihre Ziele zu erreichen?

Nicht nur Cinder und Kai, sondern auch zahlreiche Nebenfiguren haben dafür gesorgt, dass ich das Buch durchweg als interessant und spannend erlebte. Da sind zum Beispiel Cinders fiese Stiefmutter Adri, ihre verständnisvolle Stiefschwester Peony und die freche und „lebensfrohe“ Androidin Iko. Aus Dr. Erland, der die Blaue Pest erforscht, wird man zu Beginn gar nicht schlau. Die Königin von Luna präsentiert sich als klare Unsympathin und ließ mich um das Wohl meiner Lieblinge bangen.

Während der Lektüre tauchte ich immer tiefer in die Welt der Luna-Chroniken ein und konnte das Buch schwer aus der Hand legen. Der Weltentwurf Marissa Meyers hat mich begeistern können und auch ihre Idee, die Cinderella-Geschichte in diese futuristische Welt einzubauen und Cinder selbst zum Cyborg zu machen. Das Ende des Buches nahte erschreckend schnell und in sich auch nur teilweise abgeschlossen. Ich bin jetzt schon absolut neugierig, wie es weitergeht. Zum Glück erscheint bereits im Januar 2014 „Wie Blut so rot“, in dem man mehr über Cinder erfahren wird und sich ein futuristisches Rotkäppchen in die Runde gesellt.

„Wie Monde so silbern“ ist ein absolutes Muss für Fantasy-Fans, die sich schon immer gefragt haben, wie Cinderella sich wohl als Cyborg geschlagen hätte. Wer sich für ungewöhnliche Neufassungen klassischer Märchen begeistern kann, sollte zugreifen. Diese Geschichte ist spannender als das Original!

Ingrids Rezension zum Buch findet ihr hier: KLICK!


Weitere Informationen zum Buch


Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 18,90 €
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2013
Verlag: Carlsen
Handlungsort: Neu-Peking
Handlungszeit: über 100 Jahre nach dem vierten Weltkrieg
Link zur Buchseite des Verlags