Donnerstag, 2. Januar 2014

[Rezension] Abby Clemens - Ein Kuss unter dem Mistelzweig

Titel: Ein Kuss unter dem Mistelzweig
Autorin: Abby Clements
Übersetzerin: Sina Hoffmann
Erscheinungsdatum: 18.11.2013
Verlag: Goldmann Verlag
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783442480203
Preis: 8,99 Euro
                                                       Handlungsort: London/England und Skipley/England
                                                        Handlungszeit: 2011

„Ein Kuss unter dem Mistelzweig“ ist der Debütroman der Engländerin Abby Clements. Er ist in der deutschen Ausgabe als Taschenbuch im Goldmann Verlag erschienen. Die Sternflocken und Kugeln glitzern in silbern und sind ebenso wie die Buchstaben des Titels fühlbar wenn man über das Cover streicht. Dies ist eine insgesamt schön gelungene Aufmachung des Buchs, die vom englischen Original übernommen wurde. Der Titel spielt auf einen englischen Brauch an, nachdem es einem Paar Glück bringen soll, wenn es sich während der Weihnachtszeit unter einem mit einem Mistelzweig geschmückten Türrahmen küsst. Doch dazu muss der Leser bis zum Ende der Geschichte warten. 

Das Buch spielt in der Zeit vom 20. November bis zum ersten Weihnachtstag, die Kapitel sind danach entsprechend betitelt. Laurie und Rachel sind Schulfreundinnen und beide Anfang 30. Die Modedesignerin Laurie lebt als Single in einer Wohnung in London, wohingegen Rachel schon früh Mutter wurde und mit ihrem Mann und den inzwischen zwei Kindern in einem Haus auf dem Land wohnt, ohne eine Ausbildung oder ein Studium absolviert zu haben. Laurie hat für das Unternehmen, für das sie arbeitet, die Produktion der von ihr entworfenen Handtaschen zu überwachen und ihr unterläuft dabei ein großer Fehler. Ihr wird gegen ihren Willen eine Auszeit von zwei Monaten empfohlen. Unterdessen erkrankt Rachels Schwiegermutter, die zu Untersuchungen in ein Londoner Krankenhaus soll. Daher fragt Rachel bei Laurie an, ob es möglich ist kurzfristig einige Zeit mit ihren Kindern bei ihr zu übernachten. Aber Laurie, die Liebeskummer hat, deren Verursacher ihr Nachbar Jay ist, hat noch eine scheinbar bessere Idee: sie möchte mit Rachel die Wohnungen tauschen und sich selbst die Auszeit gönnen, die ihr ans Herz gelegt wurde. 

In den Kapiteln wird abwechselnd die Geschichte von Rachel und Laurie weitererzählt, so dass man schon auf den Fortgang der unterbrochenen Handlungsszene wartet. Beide Stories  spielen unabhängig und sind doch miteinander verknüpft. Zunächst hat Laurie als Workaholic es nicht für möglich gehalten, dass auch sie eine Zeit benötigt, um zu sich selbst zu finden. Doch je größer der zeitliche und räumliche Abstand zu ihrem Alltag wird, desto mehr gewinnt sie den Überblick zurück. Und Rachel beginnt darüber nachzudenken, dass es auch noch Möglichkeiten ihr Leben zu gestalten für sie gibt, nach beziehungsweise neben der Erziehung ihrer Kinder und dem Haushalt. Neben Laurie und Rachel gibt es in dieser Erzählung mit Milly, der 15jährigen Tochter von Rachel, eine heimliche weitere Hauptdarstellerin, deren Probleme mit einem älteren Jungen, den sie vor ihrem Weggang nach London gerade erst kennengelernt hat und mit dem sie mittels SMS und E-Mail Kontakt hält, wunderbar in diesen typischen Chick Lit Roman hineinpassen. Der Schreibstil ist einfach zu lesen. Neben vielen heiteren Momenten gibt es auch nachdenkliche Szenen, etwa wenn die beiden Protagonistinnen  Rückblick auf ihr bisheriges Leben halten, ohne jedoch tiefsinnig zu werden. Mehrere überraschende Wendungen erhalten die Freude am Lesevergnügen.

Auf den letzten Seiten des Buchs gibt es als Überraschung noch eine Bastelei und ein Rezept. Ebenfalls findet sich dort der Hinweis auf eine weihnachtliche  Kurzgeschichte rund um Rachel und den Bewohnern des Orts, in dem sie wohnt. Wer möchte kann sich diese Geschichte kostenlos im Web herunterladen. Das Buch bietet eine leichte Leselektüre und stimmt gerade in der Adventszeit auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein.

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