Mittwoch, 12. März 2014

[Rezension] Harlan Coben - Ich finde dich

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Titel: Ich finde dich
Autor: Harlan Coben
Übersetzer: Gunnar Kwisinski
Erscheinungsdatum: 10.03.2014
Verlag: Page & Turner 
Buchausgabe: Klappbroschur
(Haupt-) Handlungsort: Lanford College im Osten der USA
Handlungszeit: Gegenwart



Die dunklen Wolken über der Siedlung kleiner Wohnhäuser auf dem Cover des Buchs „Ich finde dich“ von Harlan Coben spiegeln die aktuelle Stimmung des Protagonisten Jake Fisher wieder. Vor sechs Jahren wurde er von seiner Freundin gebeten, sie zu vergessen. Doch die Umstände, unter der sie ihm das Versprechen abnimmt, sind merkwürdig. Er fragt sich, was in ihrer Beziehung falsch gelaufen ist.

Jake, Professor für Politikwissenschaften an Lanford-College im Osten Amerikas, erhält die Möglichkeit während einer Schreibblockade in einem Refugium an seiner Dissertation weiter zu arbeiten. Dort lernt er Natalie, eine Künstlerin, kennen und lieben. Sie verbringen drei berauschende Sommermonate miteinander. Jake glaubt, die Frau fürs Leben gefunden zu haben, doch dann überrascht Natalie ihn damit, dass sie einen anderen heiraten wird, eine frühere Liebe, wie sie behauptet. Gleichzeitig nimmt sie Jake bei der Hochzeit das Versprechen ab, nie mehr mit ihr in Kontakt zu treten. Jake kann sich den Umschwung von Natalies Gefühlen nicht erklären. Seine Liebe zu ihr ist so tief, dass er auch sechs Jahre später immer noch keine neue feste Freundin hat und jeden Tag an sie denken muss. 

Dann sieht er auf der Homepage des Colleges den Nachruf auf einen Verstorbenen, es ist Natalies Mann. Ist dies eine neue Chance für Jake? Soll er sich weiterhin an sein Versprechen halten? Er beschließt zur Beerdigung zu fahren und ist fassungslos. Seine Gedanken können sich keinen Reim auf die Personen machen, die er dort antrifft und er beginnt damit, Fragen zu stellen, mit denen er sich bei einigen Personen unbeliebt macht. Doch bei allen ungeklärten Zusammenhängen steht für ihn nur eine Frage im Vordergrund: Wo ist Natalie?

Gleich zu Beginn nimmt Harlan Coben den Leser mit zur Hochzeit von Natalie. Das Buch ist durchgehend aus der Ich-Perspektive von Jake Fisher geschrieben, einem großen, kräftigen Mann, der während seines Studiums als Doorman gejobbt hat. Im Laufe des Thrillers wird ihm seine Erfahrung aus dieser Tätigkeit noch zu Gute kommen. Jake kann nicht glauben, dass er Natalie für sich verloren hat. Seine Gedanken suchen nach einer objektiven Erklärung für seine anhaltend tiefen Gefühle für diese eine Frau. Dennoch zeigt er sich gegenüber Natalies Ehemann weder rachsüchtig noch nachtragend. Die Geschichte springt dann zu einer Zeit sechs Jahre später als Jake den Nachruf entdeckt. 

Wurde der Leser zunächst auf wenigen Seiten noch mit einer Liebesgeschichte ohne Happyend konfrontiert, beginnt nun der spannende Teil mit der neugeweckten Hoffnung von Jake, dass Natalie nun bereit sein könnte, ihn wieder zu lieben. Doch erst mit und mit hält der Autor Rückblick auf die Beziehung der beiden in diesem einen Sommer und den familiären Hintergründen. Durch die Ich-Perspektive hatte ich als Leser gegenüber Jake keinen Informationsvorteil, ich war immer an seiner Seite zwischen Hoffnung und Aufgabe. Auch das ganze Ausmaß der Intrigen und Heimlichkeiten, die miteinander verbunden sind, entfaltet sich erst im Laufe der Zeit. 

Die Geschichte ist spannend und fesselnd bis zum Schluss und stets hat mich der Wunsch begleitet, dass Jake sich endlich seinen Wunsch erfüllen kann, so sind die Seiten nur dahingeflogen. Manchmal habe ich mich gefragt, ob seine anhaltende Liebe nicht doch etwas übertrieben ist, wenn er dafür alles Erdenkliche tut und auch andere damit in Gefahr bringt. Doch trotz oder gerade deswegen lässt die Faszination für die Story nicht nach. Daher empfehle ich das Buch an alle Fans des Genre Thriller gerne weiter.

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