Donnerstag, 24. April 2014

[Rezension] Monika Detering & Horst-Dieter Radke - Endstation Heissen

Titel: Endstation Heissen - Ein historischer Mülheim-Krimi
Fall 2 für Kriminalinspektor Alfred Poggel
Autoren: Monika Deterin & Horst-Dieter Radke
Erscheinugnsdatum: März 2014
Verlag: Sutton Verlag
Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungsort: Mülheim (Ruhrgebiet)
Handlungszeit: 1953


Erster Band der Reihe: Blütenreine Weste (Rezension)

„Endstation Heissen“ ist der zweite Band einer Serie rund um den Kriminalinspektor Alfred Poggel. Die Handlung führt den Leser zurück in den September 1953 nach Mülheim ins Ruhrgebiet. Passenderweise ist auf dem Cover die Kirche in Mülheim-Heissen abgebildet, in deren Nähe sich die Bushaltestelle Heissen befindet, die titelgebend für dieses Buch ist und eine wichtige Rolle bei den zu ermittelnden Fällen spielt.

Alfred Poggels Vermieterin Anna Puff hat sich einen VW Käfer gekauft, hat allerdings noch keinen Führerschein. Mit der Aussicht auf Erholung lässt Alfred sich nicht lange bitten mit ihr an den Lago Maggiore nach Italien zu fahren. Inzwischen lernt der Leser den späteren Täter kennen und begleitet ihn auf seinem Weg zum ersten Mord. Nach Alfreds Rückkehr übernimmt er den Fall. Ein Verdächtiger steht schnell fest. Doch es dauert nicht lange und ein zweiter Mord geschieht. Der Beschuldigte muss wieder frei gelassen werden, doch inzwischen wurden die Mühleimer aufgewiegelt und drohen damit, diesen zu lynchen. Spuren auf den tatsächlichen Täter geben es so gut wie keine. Eine mühsame Kleinarbeit für Alfred und seine Kollegen beginnt. Die Zeit drängt, denn es wird vermutet, dass der Mörder wieder tätig werden wird.

Auch in diesem neuen Fall für Kriminalinspektor Poggel wissen die beiden Autoren Monika Detering und Hand-Dieter Radke die Zustände und Gegebenheiten im Kohlenpott des Jahres 1953 sehr gut einzufangen. Bemerkbar macht sich dies nicht nur in der Beschreibung von Land und Leuten, sondern auch in Details wie dem Gebrauch damaliger Handelsmarken und Dialogen im Ruhrgebietsdialekt beziehungsweise hier speziell in Mölmsch. Zwar findet man noch viele Ruinen, doch der allgemeine Lebensstandard ist nach dem Weltkrieg deutlich gestiegen und auch der einfache Arbeiter kann sich inzwischen wieder bessere Kost leisten. Und das ist nicht zuletzt ein Verdienst der Frauen. Auch Alfred wird das im Laufe der Geschichte klar beziehungsweise klargemacht. Sein Verhältnis zu seiner Kollegin, die statt von Heim und Herd zu träumen scheinbar eine Karriere anstrebt, ist angespannt. Und auch an der Mithilfe von Frau Puff bei der Aufklärung der Fälle kommt er letztendlich nicht vorbei. Die sympathischen Protagonisten Puff und Poggel entwickeln sich weiter und es hat mir sehr gut gefallen, dass ich ebenfalls wieder an einem Teil ihres Alltagslebens teilnehmen durfte. 

Abschnitte, in denen die Handlungen des Täters beschrieben werden, unterbrechen immer wieder die Beschreibung der allgemeinen Ermittlungen, jedoch ohne das der Leser eher um den Mörder weiß wie Alfred Poggel. Die Spannung bleibt so bis zum Schluss erhalten. Das Ende könnte schon der Beginn des nächsten Falls sein. Wer sich auch einmal in die noch nicht so lang vergangene Zeit zurückversetzen lassen will, dem sei dieser Krimi wärmstens empfohlen.

Kommentare:

  1. 'wärmstens empfohlen' : Vielen Dank, liebe Ingrid, für diese feine Rezension. Ich habe sie Anna Puff und Alfred Poggel gezeigt. Die sitzen da und grinsen.

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    1. :-) Und ich freu mich schon auf viele weitere Begegnungen mit den beiden ...

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