Sonntag, 4. Mai 2014

[Rezension] Stranwyne Castle: Das trügerische Flüstern des Windes von Sharon Cameron




Das Buch ist Teil einer Serie:

Band 1: Stranwyne Castle: Das trügerische Flüstern des Windes
Band 2: ? (engl.: A Spark Unseen)










☆ Inhalt ☆


Katherine Tulman ist eine Waise und lebt im Haushalt ihrer Tante Alice, wo sie die Bücher führt. Eines Tages im Jahr 1852 erhält sie von ihrer Tante den Auftrag, ihren Onkel auf seinem Anwesen in Stranwyne Castle aufzusuchen. Sie soll dessen Unzurechnungsfähigkeit bezeugen, da er scheinbar sein Vermögen verschleudert und so nichts mehr für Alice noch minderjährigen Sohn und Erben übrig bleiben würde. Entschlossen reist Katherine nach Stranwyne Castle und findet sich dort in einer abgeschiedenen, eigentümlichen Welt wieder. Die Befürchtungen ihrer Tante scheinen die Wahrheit zu sein, denn ihr Onkel ist eine skurrile, unberechenbare Persönlichkeit, der auf seinem Anwesen hunderte Menschen beschäftigt. Dennoch lässt sich Katherine überreden, einen Monat in Stranwyne Castel zu verbringen, bevor sie eine Entscheidung trifft. Was hat das alles mit dem Plan zu tun, den ihre Großmutter vor ihrem Tod entwickelt hat?

☆ Meinung ☆


Das Buch beginnt mit Katherines Ankunft in Stranwyne Castle und berichtet nur kurz in einem Rückblick, wie es überhaupt zu dieser Reise gekommen ist. Bereits bei ihrem ersten Betreten des Anwesens wurde ich von der eigentümlichen Atmosphäre gefangen genommen. Rosane Wände, ein Raum voll mit Uhren, eine verlassene Kapelle mit einem Priester aus Porzellan – in welcher Welt ist Katherine bloß gelandet? Gemeinsam mit ihr machte ich mich daran, diese Frage zu lüften.

Katherines Onkel umgibt ein großes Geheimnis, das wird schnell klar, denn zunächst schiebt man ein Kennenlernen der beiden mit Verweis auf seine „Spielzeit“ auf. Schließlich aber setzt Katherine sich durch. Beim ersten Kennenlernen der beiden zeigt sich, dass Onkel Tully definitv etwas Besonderes ist. Er wirkt wie ein Kind im Erwachsenenkörper, vollbringt gleichzeitig aber mechanische Wunderleistungen, für deren Realisierung er hunderte Angestellte benötigt. Katherine sieht die Vermutungen ihrer Tante bestätigt und möchte gleich abreisen, doch damit würde sie alle Angestellten ins Armenhaus schicken. Kann sie das verantworten, um ihre eigene Zukunft zu sichern? Ich war gespannt, wie ihre Entscheidung ausfallen wird.

Mit ihrer Einwilligung, vor einer Entscheidung 30 Tage auf Stranwyne Castle zu verbringen, beginnt für Katherine eine Zeit des Ringens mit sich selbst. Die Angestellten werden ihr zunehmend sympathisch. Vor allem zu Lane, dem Assistenten ihres Onkels, fühlt sie sich hingezogen, und auch ihre Magd Mary ist ein echter Schatz. Als Leser bleibt einem so gar nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass Katherine ihren Onkel nicht verrät und eine Lösung für das Problem findet. Gleichzeitig konnte ich Katherines Handeln aber jederzeit nachvollziehen.

Nachdem der Einstieg mich mit der wundersamen Beschreibung des Anwesens fesseln konnte, wird es im Mittelteil etwas ruhiger. Katherine lebt sich ein, lernt ihren Onkel und die Angestellten näher kennen. Allerdings gibt es auch Grund zur Beunruhigung, der Katherine an ihrem Geisteszustand zweifeln lässt: Immer wieder wirkt sie wie betrunken, führt sich wie eine Verrückte auf und kann sich am Ende an nichts erinnern. Wird sie tatsächlich selbst unzurechungsfähig? Im letzten Drittel spitzt sich die gesamte Situation dann zu. Hier erwarten den Leser unerwartete, dramatische und spannende Wendungen, die mich überraschen und unterhalten konnten.

Das Buch ist in sich recht abgeschlossen. Auf den letzten Seiten gibt es jedoch eine Entwicklung, die Raum für eine Fortsetzung lässt. Diese ist auf Englisch bereits erschienen und ich freue mich schon sehr darauf, bald noch ein zweites Mal in Katherine Tulmans Leben eintauchen zu dürfen.

„Stranwyne Castle: Das trügerische Flüstern des Windes“ lässt den Leser in eine wundersame Welt eintauchen. Durch die mechanischen Erfindungen von Katherines Onkel hat das Buch einige Steampunk-Elemente, und die mysteriösen Vorgänge in Stranwyne Castle bringen Spannung in die Geschichte. Leser, bei denen es auch mal eine Weile ruhiger zugehen darf, werden sich wie ich durch die Atmosphäre und schließlich unerwartete Wendungen begeistern lassen. Wenn ihr euch in dieser Beschreibung wiederfindet, dann lasst euch die ungewöhnliche Mischung aus Familiengeschichte, Steampunk, Mystery und Spannung nicht entgehen!


Weitere Informationen zum Buch


Broschiert: 352 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2014
Verlag: Egmont INK
Handlungsort: Fiktives Anwesen Stranwyne Castle, ca. 4 Stunden von London entfernt
Handlungszeit: 1852

Kommentare:

  1. Ich kenne die Leseprobe und war ein wenig abgeschreckt, dass das Buch im neunzehnten Jahrhundert spielt, aber deine Rezension hat mich wirklich sehr neugierig gemacht :)

    Liebe Grüße
    Chianti

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    1. Es lohnt sich definitiv! Die Zeit kriegt man hauptsächlich mit (die Umgangsformen, das Verhalten der Dienstmädchen, die Mode etc.), historische Ereignisse spielen eher eine kleine Rolle.

      Liebe Grüße, Hanna

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  2. Ich hab mal in die Leseprobe 'geschnuppert' aber vor allem finde ich das Cover einfach unglaublich schön.
    Und deine 5 Sterne reizen mich noch mehr dazu, das Buch zu lesen (kenne nämlich sonst keine andere Rezension zum Buch xD)

    Wünsche Dir ein schönes Wochenende!
    Cuppy
    http://cuppyswelt.wordpress.com

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    1. Ich finde diesen Lilaton des Covers einfach traumhaft. <3 Bin auch total gespannt auch weitere Meinungen zum Buch, ich finds immer interessant zu sehen ob andere eine ähnliche oder total andere Meinung haben. :D Habe aber bislang auch noch keine weitere Rezi gesehen.

      Liebe Grüße!

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