Samstag, 29. November 2014

[Rezension] Annelie Wendeberg - Teufelsgrinsen

Titel: Teufelsgrinsen
Autorin: Annelie Wendeberg
Übersetzerin: Kathrin Bielfeldt
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2014
Verlag: KiWi (Link zur Buchseite des Verlags)
Handlungsort: London
Handlungszeit: 1889




Die Deutsche Anna Kronberg hat in Leipzig Medizin studiert und lebt als Dr. Anton Kronberg in London. Die Maskerade ist notwendig, damit sie ihren Beruf ausüben darf. Sie arbeitet als Bakteriologe am Guys Hospital. Als im Wasserwerk an der Themse ein Toter gefunden wird, der an Cholera gestorben ist, wird sie hinzugezogen. Dort begegnet sie zum ersten Mal dem Detektiv Sherlock Holmes. Mit seiner Hilfe kommt sie schon bald einem scheußlichen Verbrechen auf die Spur. Anhand der Fesselspuren an Händen und Füßen schließen sie darauf, dass der Mann absichtlich getötet wurde, in dem er in Kontakt mit Bakterien gebracht wurde. 

„Teufelsgrinsen“ von Annelie Wendeberg ist der erste Band einer Reihe von Kriminalfällen bei denen Anna Kronberg ermittelt. Eines der Tetanussymptome ist titelgebend und führt den kennenden Leser direkt zum Thema der Ermittlungen, den ansteckenden Krankheiten Tetanus und Cholera. Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts und Anna Kronberg beziehungsweise ihr Alias Dr. Anton Kronberg kommt in ihren Forschungen der Entdeckung eines Impfstoffs näher.

Die Autorin spielt in ihrem Vorwort mit dem Leser, denn einerseits erklärt sie ihre eigene Intention zum Schreiben mit dem Speicherfund von Tagebüchern und andererseits beschreibt sie die Entstehung des Namens ihrer Protagonistin. Da der Krimi in der Ich-Form erzählt wird, hat nun der Leser den Eindurck als ob Anna Kronberg ihre Geschichte selbst niedergeschrieben hat. Annelie Wendeberg bringt ihren Roman mit sehr viel Hintergrundwissen zu Papier, hierbei ist sie ganz in ihrem eignen Metier. Gleich zu Beginn lernt die Hauptfigur den berüchtigten Detektiv Sherlock Holmes kennen, mit dem sie in der Folge gemeinsam ermittelt. Sherlock Holmes wird seinem Ruf schnell gerecht, indem er Anton als das erkennt, was sie ist. Zwischen den beiden scheinen sich Gefühle zu entwickeln, die über den Fall hinausgehen. Im Laufe der Erzählung gehen beide Ermittler bis an den Rand ihrer körperlichen Kräfte. Mir wurde sogar ein wenig zu übertrieben, als denn noch ein unnötiger Mord durch einen der beiden geschah.

Neben der spannenden Fallermittlung nimmt die Autorin den Leser mit hinein in das London das viktorianische London zu der ärmsten Bevölkerung unter der sich Infektionskrankheiten aufgrund mangelnder körperlicher Hygiene am schnellsten verbreiteten. Diese Bevölkerungsschicht war oftmals gerne gegen eine geringe Entlohnung den eigenen Körper im Rahmen von Studien zur Verfügung zu stellen. Anna Kronberg kann zu dieser Zeit nicht die Frau sein, die sie gerne wäre. Sie selbst hat bereits eine Schmach erlitten und benötigt ihre Maskerade auch um dahinter Schutz zu suchen und ihr Selbstbewusstsein aufrecht zu erhalten. Ebenso wie Sherlock Holmes beobachtet sie genau, denkt logisch und kommt dadurch zu manchem überraschenden Ergebnis. 

„Teufelsgrinsen“ ist auf eine interessante Art unterhaltsam und spannend zugleich. Auf weitere Bücher der Serie freue ich mich schon.

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