Donnerstag, 18. Dezember 2014

[Rezension] Ursula E. und Martin Benad - Alles nur gemalt

Titel: Alles nur gemalt: Wände - Möbel - Accessoires
Autoren: Ursula E. Benad und Martin Benad
Erscheinungsdatum: 17.11.2014
Verlag: DVA Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Hardcover




„Alles nur gemalt“ ist ein Buch für kreative Menschen, das 40 Ideen für Wochenendprojekte als Anregung zur Umsetzung beinhaltet. Alle Ideen nehmen Wände, Möbel oder auch Accessoires in ihren Fokus, die auf verschiedene Arten bemalt werden. Die beiden Autoren Ursula E und Martin Benad nennen seit fast 20 Jahren ein Atelier für Wandmalerei und Farbgestaltung ihr eigen, in dem sie selbst auch Kurse leiten. Daher besitzen sie ausreichend Erfahrung darin, ihr Wissen weiterzugeben und es auch dem Leser zu vermitteln, damit die vorgestellten Projekte auch gelingen.

Das Buch ist in sieben Kapiteln unterteilt, die sich auf die Motive beziehen. Hier geht es um Schriftzüge, Farbflächen, tierische oder blumige Malerei oder auch geometrische Darstellungen. Bevor man sich jedoch für ein Projekt entscheidet, sollte man den Vorspann aufmerksam lesen, um zu erfassen, welcher Aufwand nötig ist, den eigenen Plan umzusetzen. Die Vorschläge der Autoren sind breit gefächert und nicht nur zeitlich verschieden, sondern auch in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, so dass für Anfänger bis Fortgeschrittene alles dabei ist. Die Konzeption des Buchs unterstützt dabei jede Könnensphase, denn die Anleitung ist bewusst mehr oder weniger ausführlich und erfolgt grundsätzlich in mehreren Schritten. Dazu gibt es viele Tipps beispielsweise im Umgang mit den verwendeten Materialien und Vorschläge zu Variationen in der Umsetzung. Der Betrachter mag es kaum glauben, aber alle Projekte sind nur aufgemalt obwohl sie auch schon mal aussehen wie Fenster oder angeklebte Poster.

Auf der ersten Seite jeden Projekts befindet sich ein Stempel, der in der Mitte einen zeitlichen Hinweis gibt wie z.B. ein Tag oder ein Wochenende in dem das Projekt realisiert werden kann. Außerdem enthält der Stempel eine Angabe über die Dinge die für die Ausführung benötigt werden und über die Grundausstattung hinausgehen. Wer in seiner Wohnung oder in seinem Haus schon mal Decken oder Wände gestrichen hat, sollte über die genannten Basisgegenstände verfügen, der Kostenrahmen hält sich auf diese Weise im Rahmen. 

Im Buch finden sich für kleinere Motive ein paar wenige Vorlagen, die bei Bedarf auch größer kopiert werden können. Hier hätte ich mir auch eine Beilage zum Buch gewünscht, von der man in einfacher Form Kopien hätte nehmen können. Allerdings wird für das Ausmalen der Motive sowieso ein gutes Auge und ein gewisses Talent benötigt, so dass das Übertragen auch freihändisch erfolgen kann. Das Buch hat mich als Anfängerin dazu gereizt ein Projekt umzusetzen und damit sicherlich seine Zielsetzung erreicht. Daher empfehle ich es gerne weiter.
 
Im Folgenden möchte ich euch einige Projekte als Anregung vorstellen und weiter unten findet ihr zwei Projekte, die von mir nachgemacht wurden. Beginnen möchte ich mit zwei besonderen Bemalungen der Wand:

Copyright des Fotos: DVA Verlag

Nein, das was ihr hier links seht ist KEIN Poster, sondern direkt auf die Wand gemalt inklusive Posterstrips. Wie es gemacht wird, verrät das Buch in mehreren Schritten. 





Auch auf dem Bild unten rechts ist der Wandsockel nur gemalt. Mittels abmessen und abkleben werden Flächen geschafften, die in unterschiedlichen Farbtönen gestrichen werden. Meines Ermessens nach lässt sich dieses Projekt recht einfach umsetzen ohne über besonderes Können zu verfügen.
Copyright des Fotos: DVA Verlag








Copyright des Fotos: DVA Verlag














Zum Blumendekor, das man nicht nur auf die Wand malen kann, sondern das sich auch sehr gut zum Auftragen auf Stoff eignet, gibt es entsprechende Vorlagen für Schablonen im Buch.


Copyright des Fotos: DVA Verlag





Das Projekt auf dem nebenstehenden Bild ist eher für Fortgeschrittene geeignet, aber ich finde: es ist ein echter Hingucker! Wer darüber rätselt, wie die Porzellanteller zum Bemalen entsprechend arrangiert werden, dem sei verraten, dass das Motiv zunächst auf Papier gebracht und die Teller danach ausgerichtet werden.




Copyright des Fotos: DVA Verlag






Wer mag, kann natürlich das Bild auf dem nebenstehenden nachmalen, aber es geht hier um die Gestaltung des Stuhls. Eine wirklich schicke Idee, wie ich finde, um einen alten abgenutzen Stuhl aufzumotzen.










So, und nun zeige ich euch, welche Vorschläge ich umgesetzt habe. In Sachen Malkunst bin ich ein ziemlicher Anfänger. Zwar habe ich schon Decken und Wände gestrichen, aber da hört meine Erfahrung auch schon auf. Ausgewählt habe ich zwei (meine Meinung nach) ziemlich einfache Sachen:


1) Ein Wandtattoo: eine Schriftart wird ausgewählt und über ein Schriftprogramm ein Wort geschrieben, ausgedruckt und dann mit Markerstiften ausgemalt. Leider beschränkten sich die Angaben im Buch zur Schriftart nur auf Andeutungen. Ich habe dann im Web eine Schrift gefunden, die sich "Sixties" nennt. Beim Ausmalen war mir schnell klar, dass sehr viel Toner im Ausdruck steckt und die schwarze Farbe vom Marker aufgenommen wird wenn man über die auszumalende Fläche gerät. Die Umsetzung insgesamt ist aber sehr einfach und auch sehr schnell möglich.

2) Eine Malerei auf Leinwand mit Dispersions- und Volltonfarbe. Die Farbeinteilung der Flächen habe ich dem Buch entnommen. Ein direkter Übertrag der Größe der verschiedenen Flächen war nicht möglich, so dass ich meiner Fantasie dazu freien Raum gelassen habe. Es ist möglich, mehrere Farbflächen zügig hintereinander auszumalen. Da diese dann aber gut trocknen müssen, habe ich mehrere Tage bis zur Fertigstellung benötigt. Das Bild hängt nun bei uns im Treppenhaus. Ich find's schick :) Was sagt ihr dazu?



Kommentare:

  1. Boah! Ganz große Klasse! Ich habe noch nie geschafft, direkt etwas aus so einem Buch umzusetzen, daher gucke ich jetzt etwas neidisch ;-)
    Eigentlich ist es ja so einfach, auch mal etwas selbst zu machen - und gerade so ein großes Bild macht echt was her.
    LG
    Bina

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    1. Hallo Bina,
      die Kosten für die Umsetzung waren ziemlich gering, da ich nur mit weißer Wand- und schwarzer Abtönfarbe gearbeitet habe. Dazu noch eine Leinwand, Krepp- und Küchenpapier und fünf leere Marmeladengläser. Aber der Zeitaufwand war schon etwas mehr und immer könnte ich das auch nicht machen. Vor allem fange ich immer an zu Klecksen, wenn ich mich denn mal beeilen will :/ Aber gerne kannst du das Bild natürlich auch nachmachen. Du brauchst ungefähr sieben Farben, die Fläscheneinteilung kannst du machen wie du möchtest, ich habe erst ganz zum Schluss eine dunkle Farbe noch viel heller gemischt, weil ich das Bild sonst insgesamt auch zu dunkel fand. Bevor ich angefangen habe zu malen, habe ich die Fläschen mit einem Lineal und Bleistift gezogen, so ungefähr wie es auf dem Foto im Buch zu erkennen war. Das ist alles einfacher wie man denkt.
      LG Ingrid

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