Montag, 31. März 2014

[Rezension] Herz aus Glas von Kathrin Lange



☆ Inhalt ☆



Julis Vater ist Autor, doch mit seinem neuesten Buch will es nicht vorangehen. Deshalb will er die Winterferien im Haus seines Verlegers Jason auf Martha’s Vineyard verbringen. Er bittet Juli, ihn zu begleiten, um sich ein wenig um Jasons neunzehnjährigen Sohn David zu kümmern. Dessen Verlobte ist vor wenigen Wochen gestorben, und nun ist er vermutlich selbstmordgefährdet. Juli stimmt widerwillig zu. Auf Martha’s Vineyard angekommen muss Juli feststellen, dass David es ihr ganz und gar nicht einfach macht, ihn auf andere Gedanken zu bringen. Außerdem scheinen in Jasons Haus „Sorrow“ ziemlich merkwürdige Dinge vorzugehen, die mit einer alten Legende über ein Schiffsunglück zusammenhängen…

☆ Meinung ☆


Das Buch beginnt gleich mit der Ankunft auf Martha’s Vineyard und berichtet nur kurz davon, wie Juli von ihrem Vater zu dieser Reise überredet wurde. Juli ist von Anfang an nicht sonderlich begeistert, macht sich aber auch Sorgen um David und möchte ihrem Vater seinen Wunsch nicht abschlagen. Durch ihre aufgeschlossene Art wurde sie mir rasch sympathisch. Doch gleich beim ersten Wiedersehen mit David muss sie feststellen, dass ihre Aufgabe, ich auf andere Gedanken zu bringen, eine ziemlich schwierige ist. Ich war neugierig, wie sie sich schlagen wird.

Davids Art fand ich von Beginn an ziemlich kratzbürstig. Natürlich versteht man, dass der Tod seiner Verlobten ihn schwer getroffen haben muss, das ist aber noch lange kein Grund, sich Juli gegenüber so gemein aufzuführen. Wie Juli unter diesen Bedingungen beginnen kann, Gefühle für ihn zu entwickeln, wurde mir als Leserin leider nicht richtig klar. Allmählich beginnt David, seinen weichen Kern zu zeigen, doch richtig warm bin ich mit ihm während der gesamten Geschichte leider nicht geworden.

Während Juli versucht, Zugang zu David zu finden, geschehen merkwürdige Dinge auf Sorrow. Eisige Luftzüge und flüsternde Stimmen lassen Juli an ihrem Verstand zweifeln. Hat die verunglückte Madeleine tatsächlich einen Fluch ausgesprochen? Allgegenwärtig ist ebenfalls Charlie, über deren Todesumstände David sich aber ausschweigt. Das Potenzial war definitiv da, doch ich empfand den Spannungsbogen als recht flach. Die merkwürdigen Vorkommnisse wirkten auf mich lange Zeit so, als würde sich jemand einfach einen bösen Scherz erlauben. Das Gruseln blieb daher bei mir aus. Auch dass Charlie immer wieder erwähnt wird, man lange Zeit aber kaum mehr über sie und ihren Tod erfährt, hat mich ungeduldig gemacht. Schön gefunden hätte ich Rückblicke über Charlie, um besser aus erster Hand einschätzen zu können, was für ein Charakter sie gewesen ist.

Nach einem zähen Mittenteil begannen die Ereignisse im letzten Drittel des Buches, interessanter zu werden. Das Tempo wurde angezogen und es kam zu dramatischen Szenen. Dass wichtige Personen einfach immer im entscheidenden Moment auftauchen und eine Vielzahl der Charaktere eine akute Selbstmordgefährdung entwickeln, hat meinen Lesespaß aber auch hier ein wenig gedämpft. Die letzten Seiten haben mich dann aber nochmal mitreißen können, sodass ich das Buch mit einem positiven Gefühl beendete.

„Herz aus Glas“ zeichnet sich durch eine sympathische Protagonistin aus, deren Gefühle ich leider nicht ganz nachvollziehen konnte. Der Spannungsbogen war recht flach und so konnte das Buch mich erst im letzten Drittel packen. Wer Jugendbücher liest und auf der Suche nach einer Liebesgeschichte mit Dramatik und ein wenig Mystery ist, für den könnte dieses Buch interessant sein.


Gebundenes Buch mit Schutzumschlag: 416 Seiten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: Januar 2014
Verlag: Arena
Handlungsort: Martha's Vineyard (Massachusetts, USA)
Handlungszeit: Gegenwart
Link zur Buchseite des Verlags

Sonntag, 30. März 2014

[Hannas Neuzugänge] Ein Wispern unter dem gläsernen Herz voll kalter Finsternis

Hallo liebe Leser,

in den letzten zwei Wochen haben mich drei Bücher erreicht, die ich euch gern vorstellen möchte:


"Herz aus Glas" klang von der Beschreibung her sehr mysteriös und vielversprechend. Ich habe es bereits letzte Woche gelesen und wurde leider etwas enttäuscht - mehr dazu in der Rezi, die heute abend oder morgen erscheint.

"So finster, so kalt" ist gestern angekommen und ich habe direkt mit dem Lesen begonnen, weil es so interessant klingt. Ich finde Märchen-Adaptionen total klasse und bin gespannt, wie die Geschichte von Hänsel und Gretel hier neu erzählt wird.

"Ein Wispern unter Baker Street" ist der dritte Teil der Serie um den Polizisten und Zauberlehrling Peter Grant. Ich habe es über Tauschticket ertauscht und werde das Buch auch bald lesen, weil am 1. Mai schon der vierte Teil erscheinen wird.

Kennt ihr schon eins der Bücher?

Liebe Grüße
Hanna

Samstag, 29. März 2014

Gewinnspiel zum Buch "Eine Liebe über dem Meer"




Hallo liebe LeserInnen,

wie ihr diese Woche vielleicht schon auf unserem Blog gelesen habt, haben wir diese Woche Post vom Diana Verlag bekommen. Hier könnt ihr darüber nochmals nachlesen: KLICK! 

Der Roman "Eine Liebe über dem Meer" von Jessica Brockmole ist ein Briefroman und das könnt ihr gewinnen (siehe Foto oben):

  • Ein Leseexemplar des Buchs "Eine Liebe über dem Meer" 
  • Eine Box zur Aufbewahrung vom Buch, von Briefen oder Postkarten oder, oder, oder ...
  • eine Karte zum Buch, die ihr prima als Lesezeichen nutzen könnt
  • 5 Briefkarten in cremefarben mit passenden Umschlägen in blau
Eine Rezension zum Buch auf unserem Blog findet ihr hier: KLICK!

Nun ist es soweit und bis zum 17. April 2014 habt ihr Zeit an unserem Gewinnspiel teilzunehmen. Und diesmal haben wir uns etwas GANZ BESONDERES ausgedacht:

"Eine Liebe über dem Meer" ist eine Roman in Briefform. Und ihr könnt an unserem Gewinnspiel ausnahmsweise mal nicht über die neuen Medien, sondern ganz altmodisch (oder ist das schon eher wieder neu-modern?) teilnehmen. Was müsst ihr also tun?



Schreibt uns eine Postkarte/Brief
ob gekauft oder selbstgebastelt, mit Foto, Collage oder bemalt, -egal- eure Ideen sind gefragt
(es gibt keinen Preis nach Schönheit, nur ausreichend frankiert sollten sie sein)
und schickt diese an folgende Adresse: 

Hanna und Ingrid Eßer, Kalkarer Str. 15, 41812 Erkelenz



Zusatzgewinne (2. bis 6. Preis) und Gewinnerbekanntgabe: 


Damit ihr einen größeren Anreiz habt uns zu schreiben, 
werden wir die Karten aus unserer Box dazu nutzen euch zurückzuschreiben.

Bei je fünf Karten, die bei uns eintreffen, 
gibt es eine Rückpost von uns (bis zu 6x Rückpost siehe unten),

d.h. bei 1-5 Karten = 1. Platz Buchbox, bei 6-10 Karten = 1. Platz Buchbox + 2. Platz 1 Rückpost, bei 11-15 Karten = 1. Platz Buchbox + 2. und 3. Preis 1 Rückpost usw. ... bis 26 und mehr Karten = 1. Preis Buchbox + 2. bis 5. Preis 1 Rückpost von uns.  
Jeder Rückpost legen wir eine kleine Überraschung dazu. Selbstverständlich werden wir euch hier alle Karten im Bild zeigen, die bei uns eintrudeln.

aktueller Stand 6.4.14: 7 Karten und 2 Briefe = 2 Preis, hier gibt es einen Post dazu: KLICK!

ABER: ihr werdet von uns über euren Gewinn nicht hier auf dem Blog oder auf facebook informiert, sondern per Post (siehe oben).

Darum benötigen wir eure Adresse !!! Bitte schreibt sie direkt auf die Karte oder (wer das nicht möchte) per E-Mail an unsere Blog-Email: zwei-sichten-auf-buecher@gmx.de. Die Buchbox wird per Hermes verschickt.

So, nun sind wir SEHR gespannt auf eure Post. Wir freuen darauf!

Teilnahmebedingungen:
  • Du musst mindestens 18 Jahre alt sein. Sollte dies nicht der Fall sein, brauchen wir die Einverständniserklärung deiner Eltern.
  • Du solltest einen Wohnsitz in Deutschland haben.
  • Jeder Teilnehmer kann nur ein Los (Karte oder Brief) bekommen.
  • Es können nur ausreichend frankierte Postkarten/Briefe teilnehmen.
  • Wir benötigen eure Anschrift (auf der Karte/Brief oder per E-Mail für den Gewinnfall).
  • Eure Anschrift darf keine Packstation oder Postfach sein. 
Ihr müsst nicht unbedingt Leser unseres Blogs sein. Wir würden uns darüber aber sehr freuen und auch wenn ihr ein wenig Werbung für unser Gewinnspiel machen oder auf facebook mit euren Freunden teilen würdet. Danke!

Wir lieben Post, so wie hier: 







PS: Auf dem Blog vom Diana Verlag www.herzenszeilen.de läuft im Moment auch noch ein Gewinnspiel zum Buch!

Donnerstag, 27. März 2014

[Neuzugang] Überraschungspost von Diana + Gewinnspiel auf herzenszeilen.de


Hallo liebe LeserInnen,

gestern habe ich überraschenderweise ein Päckchen vom Diana Verlag bekommen. Es enthielt nicht einfach ein Buch, sondern zwei Kartons. Beide Kartons sind aber nicht einfach eine Umverpackung, sondern optisch wunderschön gestaltete Buch- oder auch Briefboxen mit einer ruhigen Meerszene. Auf dem Aufklappdeckel sieht es so aus, als ob man eine Postkarte vor sich hätte, auf der Rückseite ist das Buch, um das es hier geht abgebildet, so wie auf dem obigen Bild zu sehen.

Mit dieser Aktion bewirbt der Diana Verlag das Buch "Eine Liebe über dem Meer" von Jessica Brockmole, das am 24. März 2014 erschienen ist. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und ist durchgehend in Briefform geschrieben. Während des ersten Weltkriegs entwickelt sich eine Brieffreundschaft zwischen der schottischen Schriftstellerin Elspeth und dem Amerikaner David, der ein Fan von ihr ist. Im Jahr 1940 findet Margret, die Tochter von Elspeth diese Briefe, nach einer Auseinandersetzung mit ihrer Mutter. Kurz darauf verschwindet Elspeth und Margret macht sich auf die Suche nach ihr ...

Ich finde, dass klingt doch gut, oder? Ich mag Familiengeheimnisse in Büchern! Das Buch wurde übrigens von Susanne Goga-Klinkenberg übersetzt, die ja selbst als Autorin Susanne Goga veröffentlicht und die Hanna und ich schon auf einer Lesung im vergangenen Jahr kennengelernt haben.

Sowohl Hanna wie auch ich hatten das Buch bereits ins Auge gefasst und auf unsere Wunschliste geschrieben. Ich habe schon einige Bücher aus dem Verlag gelesen und festgestellt, dass das Verlagsprogramm meinem Lesegeschmack entspricht. Meine Rezensionen dazu findet ihr hier: Klick!

Nun haben wir uns riesig gefreut, dass wir nicht nur das Buch lesen, sondern auch noch unseren Lesern diese tolle Aktion bieten können. Denn das ist das Beste daran:

die zweite Box ist für euch, unsere Leser bestimmt !!! 

und wird von uns über unseren Blog ab dem 30.03.2014 verlost werden. Ihr könnt aber ab sofort an einem Gewinnspiel zum Buch vom Diana Verlag teilnehmen (siehe unten).

Natürlich befindet sich in der zweiten Box ebenfalls ein Leseexemplar des Romans. Und damit nicht genug, denn der Verlag hat sich gedacht, dass das Buch zum Schreiben anregen wird und daher gleich fünf Briefkarten inklusive Umschlag beigelegt, damit man direkt loslegen kann !!!

Den Inhalt unserer Überraschungspost seht ihr hier: 


Ein riesiges DANKESCHÖN an den DIANA Verlag !

Ihr könnt aber auch SOFORT an einem Gewinnspiel zum Buch teilnehmen, denn der DIANA Verlag hat auf  vor kurzem einen eigenen Blog unter www.herzenszeilen.de gestartet, um rund um die Romane und Autoren den Lesern das Verlagsprogramm näher zu bringen. Dort findet ihr auch ein Brief der Autorin Jessica Brockmole an ihre deutschen Leser.

Das Gewinnspiel zum Buch auf herzenszeilen.de findet ihr hier: KLICK! 

Viel Erfolg!

Freut ihr euch schon auf unser Gewinnspiel? 

Liebe Grüße 
Ingrid

Mittwoch, 26. März 2014

[Rezension] Sarah Butler - Alice, wie Daniel sie sah

Titel: Alice, wie Daniel sie sah
Autorin: Sarah Buthler
Übersetzer: Werner Löcher-Lawrence
Erscheinungsdatum: 03.03.2014
Verlag: Droemer Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Klappbroschur
Handlungsort: London/England
Handlungszeit: Gegenwart



Der zeitgenössische Roman “Alice, wie Daniel sie sah“ der englischen Autorin Sarah Butler führt den Leser nach London. Auf dem Cover ist eine junge Frau etwa im Alter von Alice, einem der Protagonisten des Romans, zu sehen. Sie hat ihre Arme weit ausgebreitete und streckt sie dem Himmel entgegen wie ein Mensch, der seine Freiheit und seine Glück in der Weite der Welt sucht und findet. Doch die grauen Wolken am Himmel trüben das gute Gefühl, das beim Betrachten des Bilds beim Leser aufkommt. Das Cover steht sinnbildlich für das Leben von Alice, die gerne ferne Länder bereist und dort auch immer längere Zeit vor Ort bleibt. Doch als sie von einer tragischen Erkrankung in der Familie erfährt, eilt sie unmittelbar nach Erhalt der Nachricht zurück nach Hause. 

Im Titel wird angesprochen, dass Daniel, Alice Vater, eine andere Wahrnehmung wie üblich hat. Er ist Synästhetiker und nimmt Wörter in Farben war. Für ihn ist der Name seiner Tochter eisblau wie der Buchstabe A, denn der Anfangsbuchstabe überstrahlt den Rest des Wortes. 

Schon früh hat Alice, deren Mutter schon vor langer Zeit bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, ihr Glück in weit entfernten Ländern gesucht. Zu ihren Schwestern und ihrem vermeintlichen Vater hat sie keine besonders enge Beziehung. Sie weiß nichts von dem Seitensprung ihrer Mutter. Daniel lebt schon seit langer Zeit ohne feste Arbeit und Wohnsitz. Zwar weiß Daniel, dass Alices Mutter ein Kind von ihm erwartete als die beiden sich trennten, aber er kennt nicht den Wohnort von Alice. Aus allen möglichen Dingen, die er unterwegs findet, bastelt er kleine Kunstwerke in den Farben von Alices Namen. Seit einiger Zeit hat er Herzprobleme und so ist es ihm ein nun besonderes Anliegen intensiv nach seiner Tochter zu suchen. Durch Zufall erfährt er ihre Adresse. Nun legt er seine Basteleien so ab, dass Alice sie finden kann. Wird sie die Hinweise verstehen und begreifen wer er ist? 

Der Roman wird aus den ständig wechselnden Perspektiven von Daniel und Alice selbst erzählt. Daniel richtet seine Worte direkt an Alice. Beide schildern aber nicht nur ihre augenblicklichen Erlebnisse, sondern schauen auch in Erinnerungen szenenweise auf Vergangenes. Vor jedem Kapitel hat Sarah Butler zehn Dinge unter einem Thema zusammengetragen, die für Alice beziehungsweise Daniel von Bedeutung sind gesetzt. Der Obdachlose Daniel, der rastlos unterwegs ist ohne eine feste Arbeit anzustreben, aber mit der besonderen Gabe Buchstaben farblich wahrzunehmen, wurde mir sympathisch. Das Leben, das er gegenwärtig führt, erklärt sich teilweise aus seiner familiären Herkunft und den Umständen heraus. Der Charakter Alice wirkte für mich nicht ausgereift. Obwohl sie selbst es sich nicht erklären kann, fühlt sie schon immer einen gewissen Abstand zu den übrigen Familienmitgliedern. Sie gibt sich die Mitschuld am Tod ihrer Mutter. In der Darstellung bleiben für mich einige Erklärungslücken zurück, um mir ein vollständiges Bild von Alice machen zu können. Neben dem Ungesagten innerhalb der Familie bleibt beispielsweise auch unklar wer sich um ihre Erziehung gekümmert hat, ihre Ausbildung oder Studium und womit sie ihren Lebensunterhalt verdient. 

Diese Erzählung ist eine unaufdringliche Geschichte. Der Leser hofft darauf, dass Daniel und Alice sich nicht nur finden, sondern auch mögen werden. Stellenweise ist sie melancholisch, ohne jedoch traurig zu stimmen. Immer wieder erstaunlich und sehr gut gelungen fand ich es, welche Dinge die Autorin Daniel zum Basteln finden lässt und mit welcher Detailgenauigkeit sie diese und seine fantastischen Gebilde, die er daraus zusammensetzt, beschreibt. Obwohl mich der Roman letztlich nicht ganz so wie erhofft berühren konnte, halte ich ihn vor allem aufgrund der Idee zur Geschichte für lesenswert und unterhaltsam. 

Dienstag, 25. März 2014

[Rezension] Anne Hertz - Die Sache mit meiner Schwester


☆ Inhalt ☆


Die Schwestern Nele und Heike bilden seit Jahren das erfolgreiche Autorenduo Sanne Gold. In Wahrheit aber schreiben sie schon lange nicht mehr gemeinsam, da sie nur streiten, wenn sie sich treffen. Stattdessen haben sie einen Ghostwriter organisiert. Durch Neles Affäre Niklas wird das Ganze jedoch aus Verstehen öffentlich. Die Fans sind entsetzt, Sanne Gold steht vor dem Aus. Doch dann passiert ein Unfall, und Heike fällt ins Koma. Nele muss sich damit auseinandersetzen, wie sie zu ihrer Schwester steht und wie es in Zukunft weitergehen soll, falls und sobald Heike wieder gesund ist.

☆ Meinung ☆


Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil mich die Idee sehr angesprochen hat. In dieser Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht. Gleich zu Beginn darf der Leser feststellen, dass es um die Beziehung zwischen Nele und Heike tatsächlich nicht zum Besten bestellt ist. In Tagebucheinträgen erfährt man aber auch, dass dies früher anders war. Was ist passiert, dass die innige Schwesternbeziehung sich so drastisch verändert hat? Die Ereignisse beginnen schnell, sich zu überstürzen – Sanne Gold wird entlarvt, der Unfall geschieht, Heike landet im Koma. So kommt Nele ins Grübeln über ihr eigenes Verhalten und wie sie zu ihrer Schwester aktuell steht und in Zukunft stehen möchte.

Der Charakter und die Unterschiedlichkeit der beiden Schwestern wurden gut herausgearbeitet. Die ganze Geschichte ist aus Neles Sicht geschrieben. Diese handelt oft wenig vorausschauend und impulsiv. Früher sah sie zu ihrer großen Schwester auf, ist inzwischen aber auf Distanz gegangen und hat sich auf bei ihren Neffen in den letzten Jahren nicht oft blicken lassen. Der Unfall trifft sie aber sehr, und sie beginnt ihre Einstellung zu verändern. Heike lernt man in stärkerem Maße indirekt kennen, durch Erzählungen und Tagebucheinträge. Sie ist sehr darum bemüht, nach außen hin perfekt zu wirken – doch auch sie hat ihre Schwächen, das wird bald klar.

Im Romanverlauf lernt Nele das Leben ihrer Schwester wieder genauer kennen. Sie verbringt viel Zeit mit ihren Neffen und Heikes Mann. Dabei muss sie auch einige Probleme lösen, die schon länger unter der Oberfläche brodeln. Wie sich das ganze entwickelt, war für mich allerdings Recht vorhersehbar. Außerdem nahmen mir die Szenen zwischen Nele und ihren Neffen ein wenig zu viel Platz ein, auf dem man die Schwesternbeziehung zum Beispiel mit weiteren Rückblicken noch näher hätte beschreiben können. Insgesamt ist das Buch aber sehr rund und behält trotz des Unfalls, der ein großes Thema ist, seine lockere Atmosphäre bei. Auch Neles Lebenskrise wird zwar nicht heruntergespielt, aber oftmals mit einem Augenzwinkern betrachtet.

„Die Sache mit meiner Schwester“ überzeugt mit einer interessanten Idee und einem rasanten Einstieg. Die Charaktere haben Tiefe und dem Leser werden Einblicke in die Beziehung der beiden Schwestern gewährt. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Vorhersehbarkeit der Geschichte. Der Roman hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert und ich empfehle ihn gerne weiter – unabhängig davon, ob man selbst eine Schwester hat oder nicht!


Interesse an einer zweiten Meinung? 
Ingrids Rezension zum gleichen Buch findet ihr hier: KLICK!

Weitere Informationen zum Buch


Gebundenes Buch mit Schutzumschlag: 336 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: 10. März 2014
Verlag: Pendo
Handlungsort: Hamburg
Handlungszeit: Gegenwart
Link zur Buchseite des Verlags