Samstag, 31. Mai 2014

[Monatsrückblick] Das war unser Mai

Hallo liebe Leser,

gemeinsam mit euch möchten wir auf unseren Lesemonat Mai zurückblicken.

Hannas Rückblick

Ich habe im Mai 12 Bücher gelesen. Da ich den ganzen Mai noch im Praktikum war, habe ich viel Zeit im Bus verbracht und dort meistens mehr Seiten geschafft als zu Hause. Diverse Reihenfortsetzungen sind unter dem gelesenen Büchern, die alle Anfang Mai erschienen und gelesen werden wollten. Zum Ende des Monats hin habe ich dann aber auch noch zwei ältere SuB-Bücher vom Stapel befreit.

Meine gelesenen Bücher:
Sapphique - Fliehen heißt leben
Welche Farbe hat die Angst?
Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes
Die Jasminschwestern
Bretonisches Gold
Night School: Um der Hoffnung Willen
Der böse Ort
Unsterblich: Tor der Nacht
Taken: Das erfrorene Land
Wir sind doch Schwestern (ohne Rezension)
Leo Berlin
Jack Dodgers London Guide (Rezension folgt)    

Mein Highlight des Monats:
Der erste Berlinkrimi von Susanne Goga konnte sich knapp gegen "Sapphique" und "Bretonisches Gold" durchsetzen. Eine schwere Entscheidung, aber dieser Krimi war einfach rundum gelungen und ich freue mich schon jetzt sehr auf Band 2-4, die zum Glück schon im Regal stehen.

Meine Enttäuschung des Monats:
 Vom vierten Night School Teil hätte ich viel mehr erwartet. Für mich ist so vieles an der Geschichte unlogisch und es wird so wenig erklärt.
 


Ingrids Rückblick

Ich habe im Mai 8 Bücher gelesen. "Scheunenfest" und "Blutrecht" waren Überraschungsbücher vom Piper Verlag, "Siebenschön" habe ich überraschenderweise von der Autorin erhalten. "Tod in Blau" war ein Geschenk von Hanna zu meinem Geburtstag, nun fehlt nur noch "Die Tote von Charlottenburg" dann habe ich die Serie um den Berliner Kommissar Leo Wechler bis zum aktuell erschienen Buch vollständig gelesen.

Meine gelesenen Bücher:
Scheunenfest
Meer in Sicht
Blutrecht: Greatcoats
Tod in Blau
Land in Sicht
Siebenschön
Adelheit von Lare
Zero (Rezension folgt)

Mein Highlight des Monats:


Meine Enttäuschung des Monats:
Gab es für mich diesen Monat gar nicht, alle Bücher haben mir gefallen und 4 oder 5 Sterne erhalten.

Aktionen und mehr

Am 12. Mai durften wir zur Bastei Lübbe Preview nach Köln fahren. Für uns beide war es ein großartiges Erlebnis, an das wir uns gerne zurückerinnern. In unserem dreiteiligen Bericht haben wir euch gezeigt, was wir bei der Verlagsführung und der Preview erlebt haben und welche Buchüberraschung wir mit nach Hause nehmen durften.

Ingrid hat ein Interview mit Marie Pellissier geführt, der Autorin von "Die tödliche Tugend der Madame Blandel".

Außerdem hat Ingrid zwei Artikel über die historischen Hintergründe ihrer gelesenen Bücher veröffentlicht, einmal den Historischen Hintergrund zu "Tod in Blau" von Susanne Goga und einmal den Historischen Hintergrund zu "Adelheit von Lare" von Susanne Knodel.

In diesem Monat feiern wir außerdem 2. Bloggeburtstag, weshalb wir aktuell ein Gewinnspiel veranstalten! Wir verlosen eine von Ingrid genähte Buchhülle und insgesamt drei Bücher. Hier geht's zum Gewinnspielpost!

Wie viel habt ihr im Mai gelesen und was war euer Highlight?

Liebe Grüße
Hanna & Ingrid

[Rezension] Leo Berlin von Susanne Goga



Das Buch ist Teil einer Serie:
Band 1: Leo Berlin
Band 2: Tod in Blau
Band 3: Die Tote von Charlottenburg
Band 4: Mord in Babelsberg

Inhalt
Berlin, 1922. Kommissar Leo Wechsler wird zum Schauplatz eines Mordes gerufen. Der Wunderheiler Gabriel Sartorius wurde in seiner Wohnung in Charlottenburg mit einem Jadebuddha erschlagen. So manche bekannte Berliner Persönlichkeit war Patienten bei ihm, doch wer von ihnen könnte ein Mordmotiv haben? Kurz darauf wird Leo Teil einer zweiten Mordkommission: Die in die Jahre gekommene Prostituierte Erna Klante wurde im Scheunenviertel erdrosselt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen?

Meinung
Ich habe dieses Buch mich großen Erwartungen begonnen, und diese wurden voll erfüllt. Nach einem kurzen Prolog, dessen Bedeutung man noch schwer abschätzen kann, lernt man dem Kommissar Leo Wechsler kennen und wird schließlich Zeuge der letzten Minuten im Leben des Gabriel Sartorius. So war ich nach nur 10 Seiten schon mittendrin im ersten Berlinkrimi von Susanne Goga.

Leo Wechsler ist ein Mann, der es sowohl beruflich als auch privat wahrlich nicht einfach hat. Im Beruf stehen seine einfache Herkunft und sein Sinn für Gerechtigkeit einer schnellen Karriere im Weg. Privat hat er vor einigen Jahren seine Frau verloren, weshalb seine Schwester ihm mit Haushalt und Kindern hilft, doch diese ist mit ihrer Rolle zunehmend unzufrieden. Kein Wunder also, dass Leo immer wieder mürrischen und uneinsichtigen ragiert. Gleichzeitig zeigt er im Umgang mit seinen Kindern aber auch seine weiche Seite und in den Ermittlungen seine brillanten Fähigkeiten der Kombination und Schlussfolgerung. Leo verdiente sich schnell meinen Respekt, und trotz seiner nicht ganz einfachen Art bald auch meine Sympathien.

Der Verlauf der Ermittlungen war authentisch und interessant aufgebaut. Im Fall Gabriel Sartourius werden einige Ansätze verfolgt, doch so recht wollen die Ermittlungen nicht vorankommen. Im Fall Erna Klante gibt es hingegen zwei heiße Spuren, doch auch die müssen mit Mühe verfolgt werden, hier muss solide Ermittlungsarbeit geleistet werden. Als Leserin war man den Ermittlern allerdings einen Schritt voraus, denn in Zwischensequenzen blickt man durch die Augen des Täters und weiß bald mehr über die Hintergründe der Morde. Außerdem konnte man so hautnah miterleben, wie die Ermittler dem Täter allmählich auf die Spur kommen, und ich hoffte mit Leo, dass er bald die entscheidenden Schlüsse ziehen wird.

Neben den Charakteren und dem Ermittlungsverlauf hat mir die geschichtliche Einbettung sehr gefallen. Der Autorin gelingt es, das Berlin der 20er auf den Seiten lebendig werden zu lassen. Diverse historische Ereignisse werden erwähnt und in die Handlung eingebunden, und Leos Streifzüge durch Berlin und auch Szenen bei ihm Zuhause fangen die Atmosphäre und Einstellungen der damaligen Zeit ein.

„Leo Berlin“ ist ein rundum gelungener, historischer Kriminalroman. Ein vielschichtiger Kommissar, Ermittlungen, die man auch aus Sicht des Täters verfolgt, und eine bestens eingefangene Atmosphäre machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis. Ich bin begeistert und rate dazu, sich dieses Buch nicht entgehen zu lassen!

Interesse an einer zweiten Meinung?
Ingrids Rezension zum gleichen Buch findet ihr hier: KLICK!

Buchinfos

Taschenbuch: 288 Seiten
Preis: 9,95 Euro
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2012 (Neuauflage, Originalausgabe ist von 2005)
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Handlungszeit: 1922
Handlungsort: Berlin
Link zur Buchseite des Verlags

Donnerstag, 29. Mai 2014

Historischer Hintergrund zum Buch "Adelheid von Lare" von Simone Knodel

Bei historischen Romanen beeindrucken mich oft die Daten und Fakten, die der jeweilige Autor einbindet. Dabei stelle ich mir aber auch oft die Frage, wie dicht der Autor sich an die Realität hält. Und oftmals finde ich das Setting und die Zeit so spannend, dass ich einfach noch mehr darüber erfahren möchte, so dass ich regelmäßig während des Lesens im Internet unterwegs bin auf der Suche nach den Hintergründen. So möchte ich meine Funde zu den Büchern gerne mit euch teilen.

Meine (Ingrids) Rezension zum Buch findet ihr hier: KLICK! 

Im Anhang zum Buch „Adelheid von Lare – Historischer Roman um die Stifterin des Klosters Walkenried“ hat die Autorin Simone Knödel im Literatur- und Quellenverzeichnis neben Büchern auch einige Seiten im Internet zusammengestellt. 

Ergänzend hierzu habe ich noch folgende Seiten gefunden, die mich beim Lesen interessierten, meine Rezension zum Buch findet ihr hier: Rezension "Adelheid von Lare" von Simone Knodel.

Zunächst habe ich nach dem Handlungsort über „Google“ gesucht, denn trotz der historischen Karte im Anhang, wollte ich mir die heutige Lage anschauen. Burg Lohra (Lare) findet man hier: https://www.google.de/maps/place/Burg+Lohra/@51.413869,10.632083,17z/data=!3m1!4b1!4m2!3m1!1s0x0:0x37563d97d47aa316 ungefähr 10 km südwestlich von Nordhausen. Kloster Walkenried liegt auf etwa auf der gleichen Breite wie Burg Lohra, östlich von Bad Sachsa.

Zu der historischen Person der Adelheid habe ich auf einer „Sagenseite“ eine Sage zum Kloster Walkenried gefunden, in der sie eine wichtige Rolle spielt: http://www.sagen.at/texte/sagen/deutschland/niedersachsen/div/walkenried.html.  Ferner gibt es books.google das Buch „Thüringen und der Harz: mit ihren merkwürdigkeiten volkssagen und legenden zu lesen“: http://books.google.de/books?hl=de&id=emZHAAAAYAAJ&dq=kapelle+maria+im+elende+harz&q=Adelheid#v=snippet&q=Adelheid&f=false

Große und bedeutende historische Persönlichkeiten wurden schon früh in Gemälden dargestellt, doch zu dem damals herrschenden Kaiser Heinrich V. dessen Mannen eine Bedrohung für die Bewohner der Burg Lohre waren habe ich nur ein einziges gefunden: http://www.damals.de/de/13/Ein-zweiter-Judas.html?aid=189516&cp=1&action=showDetails

Zur Gründung des Klosters Walkenried gibt es ebenfalls einen Hintergrundbericht im Internet: http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=92398

Im Roman sind zur Heilung vielerlei Krankheiten Heilkräuter sehr wichtig, mit denen sich Magdalena, die Zofe Adelheids, besonders gut auskennt. Interessanterweise gibt es hierzu eine Seite, die eine kurze Geschichte der Heilkräuter beinhaltet und einen sehr guten Überblick über das jeweilige Kraut und dessen Eigenschaften und Verwendung gibt: http://www.feenkraut.de/


[Rezension] Simone Knodel - Adelheid von Lare

Titel: Adelheid von Lare - Historischer Roman um die Stifterin des Klosters Walkenried
Autorin: Simone Knodel
Erscheinungsdatum: 10.08.2004
Verlag: amicus Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch (2. Aufl. 2008)
(Haupt-)Handlungsort: Burg Lare (Lohra)
Handlungszeit: 1086-1125
Links zu Hintergrundinformationen zum Buchinhalt: KLICK!


„Adelheid von Lare“ von Simone Knodel ist ein historischer Roman, der das Leben der Stifterin des Klosters Walkenried im Südharz beschreibt. Auch der Untertitel verweist darauf. Die Geschichte nimmt den Leser mit in die Zeit um das Jahr 1100. Das Cover ist passend gestaltet. Zu sehen ist Adelheid mit Gebände über ihren Haaren, das sie als verheirate beziehungsweise verwitwete Frau ausweist, die solch ein Kleidungsstück damals üblicherweise über ihren Haaren zu tragen hatte. An ihrer Seite steht Diabolus, ihr Lieblingspferd, während sie in der linken Hand auf einem ausgerollten Pergament den aufgezeichneten Bauplan für das Kloster hält. Im Hintergrund versetzt steht abwartend ein Mönch vor einem bereits erstellten Mauerabschnitt. Auf der Rückseite des Buchs wirft die reitende junge Adelheid einen Blick auf Burg Lare auf der sie lebt. Diese Bilder haben mich durch die Geschichte begleitet, ebenso wie die Zeichnungen im Text, die einige Szenen gekonnt im Bild umgesetzt haben. Doch bis es zur Stiftung des Klosters kommt hat Adelheid ein bewegtes Leben hinter sich über das der Leser in diesem Roman mehr erfährt.

Adelheid ist auf Burg Lare, auch Lohra genannt, in Thüringen aufgewachsen. Als 15jährige wird sie aus politischen Gründen an den wesentlich älteren Dietmar von Straußberg verheiratet, damit die Burg nach Osten, wo Dietmars Burg steht, abgesichert ist. Vergeblich versucht sie sich dagegen zu widersetzen. Schon nach wenigen Tagen der Ehe verstirbt ihr Gatte. Scheinbar hat dabei auch die etwa gleichaltrige heilkundige Magdalena, die Adelheid nach einem Überfall auf ihre Mutter als Zofe zu sich genommen hat und von der behauptet wird, sie hätte seherische Fähigkeiten, ihr Hand im Spiel. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird sie zur Burgherrin von Lare. Doch auf Dauer findet sie als alleinstehende Frau nicht genügend Anerkennung. Auf der Suche nach einem passenden Ehemann kommt ihr die Idee zu einer Mutprobe. Denjenigen, der sie mitsamt seinem Pferd besteht, wird sie heiraten. Und dann wird ein Verletzter zu ihr gebracht, mit herrlich blauen Augen zum Verlieben. Doch für die Mutprobe ist er zu schwach und ein schlechter Reiter ohnehin. Was soll sie nun tun?

Das Buch unterteilt sich in drei Bücher, die jeweils bestimmte Lebensabschnitte von Adelheid umfassen. Im Epilog findet der Leser noch eine kurze Erklärung zu den historisch belegten Fakten. Worterklärungen sowie eine alte Karte über das Gebiet in dem der Roman spielt finden sich hilfreicher Weise im Anhang des Buchs.

Die Autorin versteht es mit diesem Roman die damalige Zeit wieder lebendig werden zu lassen. Mit der Liebe zum Detail schildert sie sowohl Szenen des Burglebens als auch Scharmützel mit Waffengeklirr. Die Sprache der Dialoge ist dabei höflich wie es im Mittelalter üblich war, dabei aber dem hochdeutschen angepasst. Das Verhalten der Figuren in der Geschichte wirkt sehr natürlich und vorstellbar. Ihre Entscheidungen werden von Simone Knodel nicht nur beschrieben, sondern auch in den historischen Zusammenhang gestellt und erklärt. Die geschichtlichen Details wurden von ihr sehr gut recherchiert und dort, wo Aufzeichnung und daher Informationen fehlen mit viel Liebe und Fantasie zu einer interessanten Erzählung ausgeschmückt. Als historisch interessierten Leser konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen und gerne habe ich am Leben von Adelheid teilgenommen. 

[Rezension] Die Scanner von Robert M. Sonntag



Inhalt
Rob ist ein Bücheragent der Scan AG, einem Tochterunternehmen des Weltkonzerns Ultranetz. Gemeinsam mit seinem Freund Jojo versucht er, Leser zu finden und ihnen ihre Bücher abzukaufen. Im Jahr 2035 sind diese zu einer Seltenheit geworden, denn dank Ultranetz kann man jede Information absolut kostenlos und jederzeit über seine Mobril abrufen. Eines Tages begegnen er und Jojo in einem Metro-Gleiter einen Leser, der ihnen sein Buch freiwillig überlässt und Rob im Anschluss heimlich zu einem Treffen einlädt. Als er kurz darauf erfährt, dass der Mann ein gesuchter Terrorist ist, dessen Auslieferung viel Geld einbringt, entscheidet sich Rob, zum Treffen zu gehen. Was sich daraufhin ereignet, sorgt bald dafür, dass Robs Auffassung von der heilen Welt Risse bekommt…

Meinung
Dieses kleine, aber feine Buch hat mich von Beginn an fesseln können. In den letzten Jahren sind sehr viele Dystopien veröffentlicht worden, eine davon actionreicher als die andere. Im Vergleich dazu ähnelt der Stil „Die Scanner“ eher denen der „klassischen“ Dystopien. Es erinnerte mich an „Fahrenheit 451“ und „Schöne neue Welt“, die im Buch auch Erwähnung finden.

Das Zukunftsszenario, was in diesem Buch entworfen wird, ist erschreckend realistisch. Könnte unsere Gesellschaft eines Tages tatsächlich so aussehen? Menschen kommunizieren fast nur noch über ihre Mobril, eine Art Datenbrille. Inzwischen ist jede Information, nach der man sucht, digital verfügbar. Sie leben in riesigen Wohnblocks je nach Beruf in der A- B- oder C-Zone und dürfen einmal im Monat zur Erholung eine Parkhalle besuchen. Heiraten tun sie nur noch nach Finanzchecks und dürfen nur nach einem positiven Gentest genau ein Kind zeugen. Das sind nur eine Beispiele für die strikt reglementierte Welt, in der Rob lebt.

Als Leser konnte ich Robs Einstellung und seinen Einstellungswandel sehr gut nachvollziehen. Er lebt ein Leben, mit dem er zufrieden ist, weil er nichts anderes kennt und seine Grundbedürfnisse erfültl sind. Doch allmählich kommt er und ebenso der Leser ins Grübeln. Was sind die Auswirkungen, wenn ein einziger Megakonzern einfach alles kontrolliert und auf maximalen Profit aus ist? Nach und nach blickt man gemeinsam mit Rob hinter die Kulissen und macht schreckliche Entdeckungen. Das Buch kommt ohne große Action aus und übermittelt seine Botschaft dennoch eindringlich. Es ist ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und Courage. Ich kann es daher nur weiterempfehlen.



Buchinfos

Hardcover mit Lesebändchen: 192 Seiten
Preis: 12,99 Euro
Erscheinungsdatum: 1. März 2013
Verlag: FISCHER KJB
Link zur Buchseite des Verlags

Montag, 26. Mai 2014

[Rezension] Taken: Das erfrorene Land von Erin Bowman



Das Buch ist Teil der Trilogie "Taken":

Band 1: Taken: Das Laicos-Projekt
Band 2: Taken: Das erfrorene Land (Das Laicos-Projekt 2)
Band 3: ?


☆ Inhalt ☆


Unter der Führung seines Vaters Owen haben sich Gray und andere Rebellen aus dem Crevice Valley auf den Weg gemacht. Sie möchten die Überlebenden der Gruppe 1 des Laicos-Projekts finden. Doch die Reise gestaltet sich als schwierig, denn Frank ist ihnen auf den Fersen und lässt nichts unversucht, um die Pläne der Rebellen und den Standort ihres Hauptquartiers zu enthüllen. Die Reise wird für alle Beteiligten bald zur nervenaufreibenden Herausforderung. Können sie ihre Mission erfüllen?

☆ Meinung ☆


Dieser zweite Teil der Serie beginnt einige Zeit, nachdem die Rebellengruppe sich auf den Weg zur Gruppe 1 gemacht hat. Noch haben sie eine weite Strecke vor sich, und dennoch zerrt die Reise bereits an ihren Nerven. Die Spannung war daher gleich wieder voll da, und auch wenn das Ziel noch in weiter Ferne lag bangte ich sofort mit, wer wohl bis dorthin durchhält.

Recht bald gibt es zwei überraschende Twists in der Handlung, welche die Reise noch einmal viel interessanter machen. Zum einen hat Frank seine Leute darauf angesetzt, die Rebellen zu verfolgen. Hier kommt es zu einem fatalen Aufeinandertreffen, das mich schockiert hat. Nicht minder bedrückend war das Eintreffen der Rebellen in einem Geisterdorf, in dem nahezu die gesamte Bevölkerung ausgelöscht wurde. Durch beide Ereignisse wächst die Gruppe um zusätzliche Charaktere an, welche die Gruppendynamik stark beeinflussen und durch die neue Freundschaften und Spannungsfelder entstehen.

Auch im weiteren Verlauf der Geschichte war es für mich nicht vorhersehbar, was geschehen wird. Ich habe vorab bewusst nicht Text auf der Innenklappe des Buches gelesen, was sich als gute Entscheidung herausstellte, denn dort wird viel zu viel verraten und der Geschichte werden ihre Überraschungsmomente genommen. Und gerade die waren die große Stärke dieses Buches. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück, liebgewonnene Charaktere sterben zu lassen. Nachdem mir dies in einer Szene besonders klar geworden war, zitterte ich nur umso mehr um das Leben der Reisegefährten und den Erfolg ihrer Mission.

Im Kampf gegen Frank gibt es nur kleine Fortschritte, und dennoch ist das Buch durch die Spannung und die Überraschungen die fesselnde Beschreibung einer Reise, die allmählich die Züge einer Odyssee annimmt. Die Anzahl der Reisegefährten ist überschaubar, und da sie mit nur wenigen Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme mit anderen Rebellen unterwegs sind, lernte man alle noch einmal viel besser kennen.

Der wichtigste Charakter war erneut Gray, der mit den Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen zu hadern hat. Auch in Bezug auf die Liebe, die eine kleine, aber nicht zu vernachlässigende Rolle spielt, ist er unentschlossen, zu wem er sich denn nun mehr hingezogen fühlt – zu Bree oder zu Emma? Auf der Reise macht er jedoch eine Entwicklung durch, wird selbstsicherer und muss lernen, zu seinen Taten zu stehen. So gefiel er mir im Laufe der Zeit immer besser. Aber auch die anderen Charaktere sind mir auf der Reise ans Herz gewachsen, allen voran Clipper und Bree, zwei sehr spezielle und eigenwillige Personen, die sich durch ihr Verhalten meinen Respekt erarbeiten konnten.

Was die Rebellen am Ende ihrer Reise vorfinden, verrate ich im Gegensatz zum Klappentext noch nicht. Aber auch hier stellt die Autorin erneut ihr Geschick für unvorhersehbare Wendungen in allerletzter Sekunde unter Beweis. Zum Ende hin wird auch der unmittelbare Kampf gegen Frank und sein Regime, der die ganze Zeit unterschwellig präsent war, wieder zum Hauptthema. Hier gab es Entwicklungen, die mich absolut neugierig auf den dritten Teil des Buches gemacht haben, denn es ist mal wieder völlig offen, wie es nun weitergehen wird.

In „Taken: Das erfrorene Land“ begeben sich einige Rebellen auf eine wichtige, aber gefährliche Reise zu vermeintlichen Überlebenden des Laicos-Projekts. Die Handlung des Buches spielt sich weit weg von Taem und Frank ab, was letzendlich mein größter Kritikpunkt ist. Dennoch konnte mich die Geschichte dank unerwarteter Twists fesseln. Freude und Leid liegen auf dieser weiten Reise oft nah beieinander, und der Leser sollte sich darauf einstellen, auch den Verlust liebgewonnener Charaktere hinnehmen zu müssen. Mir hat dieser zweite Teil noch ein bisschen besser gefallen als der Auftakt, weshalb ich sehr gute 4 Sterne vergebe.



Weitere Informationen zum Buch


Broschiert: 352 Seiten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2014
Verlag: Piper
Handlungsort und -zeit: Amerika in einer dystopischen Zukunft
Link zur Buchseite des Verlags