Donnerstag, 31. Juli 2014

[Monatsrückblick] Das war unser Juli

Hallo liebe Leser,

gemeinsam mit euch möchten wir auf unseren Lesemonat Juli zurückblicken.

Hannas Rückblick

Ich habe im Juli 11 Bücher gelesen:

Sarginson, Saskia - Zertrennlich (Rezension)
Toon, Paige - Du bist mein Stern (Rezension)
Toon, Paige - Diesmal für immer (Rezension)
Poznanski, Ursula - Die Vernichteten (Rezension)
Noël, Alison - Soul Seeker - Licht am Horizont (Rezension)
Haig, Matt - Ich und die Menschen (Rezension)
Maciel, Amanda - Das wirst du bereuen (Rezension)
Drews, Christine - Phönixkinder (Rezension)
Gier, Kerstin - Silber: Das zweite Buch der Träume (Rezension)
Smith, Tom Rob - Ohne jeden Zweifel (Rezension)
Simsion, Graeme - Das Rosie-Projekt (Rezension folgt)

Mein Highlight des Monats:
"Ich und die Menschen" hat mich restlos begeistern können. Es war in diesem Monat aber wirklich knapp, es waren so viele geniale Bücher dabei!


Ingrids Rückblick

Ich habe im Juli 6 Bücher gelesen:

Simsion, Graeme - Das Rosie-Projekt (Rezension)
Haig, Matt - Ich und die Menschen (Rezension)
De Falco, Roberta - Die trüben Wasser von Triest (Sperrfrist, Rezension folgt)
Gordon, David - Mystery Girl (Rezension)
Wendelken, Barbara - Das Dorf der Lügen (Rezension folgt)
Atkins, Dani - Die Achse meiner Welt (Rezension folgt)


Mein Highlight des Monats:

Boah, wie schwierig diesen Monat. Aber ich entscheide mich für: "Das Rosie-Projekt" = Muss man einfach gelesen haben !


Aktionen und mehr
Nach einem aktionsreichen Juni war es diesen Monat hinsichtlich Aktionen etwas stiller auf dem Blog. Hinter dem Kulissen planen wir allerdings schon fleißig Aktionen für die Zeit nach den Sommerferien - freut euch auf den September... ;-)

Wie viel habt ihr im Juli gelesen und was war euer Highlight?

Liebe Grüße
Hanna & Ingrid

Montag, 28. Juli 2014

[Neuzugänge Ingrid] Exkarnation und die vergessene Frau auf der verträumten Treppe


So langsam wirft die Frankfurter Buchmesse ihre laaangen Schatten, denn ich habe das Gefühl, dass die Verlage ihr Neubücherangebot steigern, damit die Bücher rechtzeitig vor der Messe im Handel sind. Ich habe in der vergangenen Woche drei neue Rezensionsexemplare erhalten, die ich euch gerne kurz vorstellen möchte. Es ist eine bunte Mischung:

  • "Die vergessenen Träume" von Ellen Sussman wird im Limes Verlag erscheinen. Der Klappentext verrät, dass es sich um eine Geschichte handelt "über Verlust, Vergebung und davon, wie man das Glück dort findet, wo man es am wenigsten erwartet." Ich habe bereits ein Buch von der Autorin gelesen, das mir nicht so gut gefallen halt. Das lag aber am Inhalt, denn den Schreibstil mochte ich sehr.
  • "Die Frau auf der Treppe" von Bernhard Schlink ist laut Diogenes Verlag ein Roman "über Rechthaben und Mitleiden, Besitz und Verlust, echte und falsche Nähe". Zum Autor braucht man sicher nicht viel zu sagen, sein Buch "Der Vorleser" war verdientermaßen ein Bestseller.
  • "Exkarnation - Krieg der Alten Seelen" von Markus Heitz ist ein Fantasyroman, aber hier begnet man keinen Zwergen und Albae. Das Thema ist, worauf der Titel schon hindeutet, die Seelenwanderung.
Steht eins der Bücher schon auf eurer Wunschliste?

Liebe Grüße
Ingrid

Sonntag, 27. Juli 2014

[Rezension] Ohne jeden Zweifel von Tom Rob Smith



Inhalt
Der 29-jährige Daniel wohnt in London, seine Eltern sind vor einigen Monaten auf einen Hof in Schweden gezogen. Eines Tages erhält er einen Anruf von seinem Vater: Seine Mutter Tilde musste in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Bevor Daniel ins Flugzeug steigen kann, ist seine Mutter schon bei ihm in London eingetroffen. Daniel ist ihre letzte Hoffnung, denn sie weiß: Ihr Mann versucht mit anderen Bewohnern der Gegend, ein Verbrechen zu vertuschen. Mit Hilfe von Beweisstücken erzählt sie Daniel streng chronologisch ihre Geschichte. Wie wird Daniel darauf reagieren?

Meinung
Das Buch beginnt mit einem längeren Kapitel, in dem Daniel von der Einweisung seiner Mutter erfährt und diese kurz darauf bei ihm in London eintrifft. Wie konnte sie so schnell die Klinik verlassen? Sie selbst ist überzeugt davon, gesund zu sein; ihr Mann der sie hat einweisen lassen ist ihrer Meinung nach Teil der Verschwörung. Gleichzeitig erhält Daniel aber auch Anrufe von seinem Vater, der ihn auf die Krankheit seiner Mutter hinweist und ihn warnt, dass sie auch gewalttätig werden könnte. Wem soll Daniel glauben? Ich konnte sein Dilemma nachvollziehen und war gespannt auf seine Reaktion.

Daniel beschließt zunächst, seiner Mutter die Chance zu geben, ihre Geschichte zu erzählen. Diese beharrt darauf, chronologisch vorgehen zu müssen, damit alles verständlich ist. Sie beginnt ihre Geschichte mit dem Umzug nach Schweden, und als Leser weiß man nicht, worauf ihre Erzählung überhaupt hinauslaufen soll. Ihre Geschichte wird immer wieder von Daniels kurzen Reaktionen auf das Berichtete unterbrochen. Für mich als Leserin war es interessant abzuwägen, ob das Erzählte tatsächlich der Wahrheit entspricht und ob die von Tilde vorgelegten Beweisstücke tatsächlich als solche angesehen werden können.

Tildes Erzählung wirkt zwar authentisch, war mir aber etwas zu ausschweifend. Nach 310 Seiten Erzählung folgen 90 Seiten Konsequenzen. Dieses Seitenverhältnis war mir zu unausgeglichen, den ersten Teil empfand ich als zu lang und den zweiten als zu kurz. Dennoch faszinierte mich das Verwirrspiel des Romans. Da Daniel noch nie selbst in Schweden war, kennen er und auch man selbst als Leser die beteiligten Personen nur so, wie Tilde sie schildert. Doch wie bösartig sind Chris, Håkan, Doktor Norling und der Bürgermeister wirklich? Diese Ungewissheit sorgt für eine beständige, untergründige Spannung. Die Beantwortung aller drängenden Fragen kommt im Verhältnis zu Tildes Geschichte wie gesagt etwas kurz, hat mich aber überraschen und überzeugen können.

„Ohne jeden Zweifel“ lebt von der Ungewissheit des Lesers, inwiefern das Erzählte der Wahrheit entspricht und welche Konsequenzen dies haben wird. Dies führt zu einer beständigen untergründigen Spannung während der eher ruhigen Geschichte. Wer psychologische Verwirrspiele mag und bei der Suche nach Wahrheit Hartnäckigkeit beweisen kann, ist bei diesem Buch richtig.

Interesse an einer zweiten Meinung?
Ingrids Rezension zum gleichen Buch findet ihr hier: KLICK!

Buchinfos

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 19,99 Euro
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2013
Verlag: Manhattan
Handlungszeit: Gegenwart
Handlungsort: London und Südschweden
Link zur Buchseite des Verlags

Dienstag, 22. Juli 2014

[Rezension] David Gordon - Mystery Girl

Titel: Mystery Girl
Übersetzer: Stefanie Jacobs
Autor: David Gordon
Erscheinungsdatum: 14.07.2014
Verlag: Suhrkamp Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungsort: Los Angeles/USA
Handlungszeit: Gegenwart


Dieses Buch gab es als Überraschungsgewinn bei vorablesen.de zur Auszeichnung "Blog des Monats". Hierzu gab es als Vorgabe von vorablesen 5 Fragen zu beantworten:



1. Konnte man sich in die Charaktere hineinversetzen?

Nein, Ich konnte mich in keinen der Charaktere hineinversetzen, dazu sind sie einfach zu skurril. Es fehlte mir der Wille mich in Sam, der daran festhält, seine Texte auf seine 20 jährige erfolglose Art zu schreiben, in der übergewichtigen Solar, der unbeirrt zu seinem Umfang steht und in all die Sternchen der Pornoindustrie, die sich auf jegliche Art ins Bild setzen lassen, hineinzufühlen.

2. War der Spannungsbogen/die Erzählung überzeugend?

Zunächst kam Spannung auf durch den Aufbau der Geschichte, der in der Szene mit dem scheinbaren Selbstmord der mysteriösen Frau gipfelt. Doch schon während dieser Darstellung schweifte die Erzählung in ausführlichen Beschreibungen von Filminhalten und anderen Details ab und konnte dadurch auch im weiteren Verlauf nicht mehr fesseln.

3. Was hat überrascht, was war erwartbar?

Grundsätzlich hätte ich diese Art von Story nicht erwartet. Vom Klappentext her habe ich mir einen witzigen Kriminalroman oder eigentlich eher Thriller vorgestellt. Dieser Roman war aber bei weitem abgedrehter, leider auch langweiliger wie erwartet

4. Ein Satz, der das Buch treffend umschreibt?

Der Roman beinhaltet ein „Zuviel“: die Detailverliebtheit der Beschreibungen, die Überdrehtheit der Charaktere, die Überbetonung des laissez faire in Sache Liebe ohne jedoch wirklich Gefühl zu vermitteln

5. Hast du ein Lieblingszitat aus dem Buch
„Ich bin ein stilles Wasser, tief und schmutzig, und ich will nicht darüber reden“. (Sam auf S. 112)

--------------------------------------------------------------------------


In „Mystery Girl“ des amerikanischen Autors David Gordon wird ein Verbrechen beschrieben, das im Laufe des Romans immer obskurer wird und Blüten treibt. Das in den auffälligen Farben rot und gelb gestaltete Cover fällt ins Auge, genauso wie die Erzählung aus dem üblichen Rahmen fällt. Das „Mystery Girl“ wird von dem in Los Angels lebenden Sam Kornberg gesucht. Er ist Autor experimenteller Texte, die keine Abnehmer finden und hält sich schwerlich mit gelegentlichen Jobs über Wasser. Eines Tages verlässt ihn seine Frau nach mehreren Jahren Ehe aufgrund seiner Erfolglosigkeit. Daraufhin verstärkt er seine Bemühungen nach Arbeit und hat schon bald Erfolg. Er wird zum Assistenten eines schwergewichtigen Detektivs, der unter Paranoia leidet und aufgrund seines Körperumfangs die Ermittlungen vor Ort nicht mehr ausüben kann. Während eines Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik hat er eine Frau kennen und lieben gelernt und möchte sie nun beschatten lassen. Sams Aufgabe erscheint einfach, doch aufgrund seiner momentanen Ehekrise ist er bereit für ein Liebesabenteuer. So lässt er sich auf diese unbekannte Frau ein und sieht nach einer gemeinsamen Nacht, wie diese vom Hotelbalkon springt. Damit beginnt eine nicht nur für ihn verwirrende Geschichte, bei der er eigentlich nie weiß, welcher Frau er da folgt. 

Ich habe längere Zeit kein Buch mehr wie dieses gelesen, dass mich persönlich so wenig anspricht. Etwa 150 Seiten habe ich die Geschichte interessiert verfolgt und nur die langatmigen Inhaltsangaben von Filmen überschlagen, von denen ich keinen kannte. Was mich dennoch veranlasste weiterzulesen, war die Art von Sams Humor. Die deutsche Übersetzung konnte diese Eigenart gelungen vermitteln.

 Der Roman wird hauptsächlich in der Ich-Form des Protagonisten Sams erzählt und gelegentlich unterbrochen von der Geschichte weiterer Personen, die ebenfalls in der Ich-Form ihr Leben in Kurzform darstellen, sicher ein geschickter Kunstgriff, der wichtige Hintergründe zu diesen Charakteren liefert. Nach den erwähnten Seiten habe ich das Buch nur noch durchgeblättert und den Text überflogen, da die Story sich immer wieder an der Beschreibung weiterer Filmen und auch Bücher festmachte, die die Spannung förmlich ausbremsten. Szenen, die Sam erlebt und Filmszenen, in denen pornographisches Treiben jeglicher Colour wie beispielsweise satanische Messen beschrieben werden, in einer Sprache die kein Blatt vor den Mund nimmt, ließen mich mehrmals angewidert mit Lesen aufhören, Passagen auslassen und schnell weiterblättern. Sowohl Schauspieler und Regisseure scheinen vor keiner Machart zurückzuschrecken und die entsprechenden Personen konnten so meine Sympathie nicht gewinnen.

Durch die detaillierte Beschreibung von Personen und Umgebung bleibt für den Leser kaum Raum dazu seine eigene Fantasie bei diesem Roman einfließen zu lassen. Die Charaktere sind durchweg nicht alltäglich, was aber vom Setting her, das den Leser in die Welt der Trash-Film-Industrie Amerikas mitnimmt, kaum verwundern kann. Im Laufe der Erzählung wird diese immer blutiger, verworrener und unglaubwürdiger. Insgesamt gab es für mich einfach ein „Zuviel“: die Detailverliebtheit der Beschreibungen, die Überdrehtheit der Charaktere, die Überbetonung des laissez faire in Sache Liebe ohne jedoch wirklich Gefühl zu vermitteln. Daher konnte ich mich nicht für das Buch begeistern.

 

Montag, 21. Juli 2014

[Rezension] Phönixkinder von Christine Drews



Das Buch ist Teil einer Reihe:

Band 1: Schattenfreundin (Rezension)
Band 2: Phönixkinder 
weitere Bände: ?

Inhalt
Die beiden Ermittler Charlotte Schneidmann und Peter Käfer werden zum Schauplatz eines Brandes gerufen. Im Seniorenstift Sonnenschein ist ein Feuer auf der Demenzstation ausgebrochen und hat ein Opfer gefordert. Der Tote ist Ludger Steinkamp, der früher als Schadensregulierer für eine Versicherung arbeitete. Schnell steht fest, dass das Feuer nicht nur von seinem Körper ausging, sondern ihn jemand in Brand gesteckt hat. Die Ermittlungen führen Charlotte und Peter zu der zerrütteten Familie des Opfers und Geheimnissen, die weit in dessen Vergangenheit zurückreichen.

Rezension
Das Buch beginnt mit einem einseitigen, mysteriösen Prolog. Eine Person beobachtet, wie mehrere Löschzüge und Notarztwagen zu einem Brand fahren. Doch anstatt besorgt zu sein, genießt er die Situation, vor allem den Geruch nach verbranntem Menschenfleisch, den er zu riechen glaubt. Wer ist diese Person, für den eine solche Katastrophe ein perverses Vergnügen bedeutet? Dieser Frage wollte ich gern auf den Grund gehen und meine Neugier auf das Buch war geweckt.

Der Schauplatz des Mordes stellt Charlotte und Peter eine Herausforderung dar. Beide müssen schnell feststellen, dass es äußerst problematisch ist, auf einer Demenzstation Vernehmungen durchzuführen, denn viele Patienten leben stärker in der Gegenwart als in der Zukunft. Das Personal ist ein wenig auskunftsfreudiger, doch auch so kommen die zwei zunächst nicht weiter. Erst die Familie des Opfers zeigt ihnen, dass Ludger Steinkamp nicht nur ein liebenswürdiger alter Herr war, sondern eine kontroverse Person, die zahlreiche Geheimnisse hatte. Schritt für Schritt identifizieren die Ermittler Personen, die ein Mordmotiv gehabt hätten können.

Charlotte und Peter sind mir während der Ermittlungen schnell wieder sympathisch geworden. Sie arbeiten gut zusammen und ergänzen sich dabei. Auch über ihr Privatleben erfährt man ein wenig: Während Charlotte sich daran gewöhnen muss, einen festen Freund zu haben, kämpft Peter mit Gefühlen für eine Angehörige des Mordopfers. Die Ermittlungen stehen dabei aber immer im Vordergrund.

Die Lage spitzt sich zu, als weitere Verbrechen verübt werden, die offenbar in Zusammenhang mit dem Mord auf der Demenzstation stehen. Immer wieder werden die Ermittlungen zudem durch Kapitel aus der Sicht des Täters unterbrochen. Dies eröffnete eine neue Sichtweise auf Charlottes und Peters Nachforschungen. Gleichzeitig hatte ich dadurch aber bald auch einen ziemlich konkreten Verdacht, was die Identität der Person angeht. Christine Drews ist es dennoch gelungen, mich bis zum Ende zweifeln zu lassen, und es kommt zu überraschenden Enthüllungen.

Fazit
„Phönixkinder“ hat mir noch ein Stück besser gefallen als sein Vorgänger „Schattenfreundin“. Wer den ersten Band gelesen hat, kann verfolgen, wie sich die Ermittler weiterentwickeln, doch „Phönixkinder“ kann man auch ohne Vorkenntnisse lesen. Mit seiner spannenden Thematik hat mich das Buch unterhalten können. Neben klassischer Ermittlungsarbeit gibt es auch wenige dramatische Szenen, in denen viel auf dem Spiel steht. Gerne empfehle ich diesen Krimi weiter.

Buchinfos

Taschenbuch: 368 Seiten
Preis: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2014
Verlag: Bastei Lübbe
Handlungszeit: Gegenwart
Handlungsort: Münster
Link zur Buchseite des Verlags