Dienstag, 5. Mai 2015

[Rezension] Petra Busch - Das Lächeln des Bösen

Titel: Das Lächeln des Bösen
Autorin: Petra Busch
Erscheinungsdatum: 02.05.2015
Verlag: Knaur Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungszeit: Gegenwart





Alexandra Koswig hat nach der Geburt ihres Kindes Lea postnatale Depressionen. Sie wird von einem Zug überfahren. Vor ihrem Tod hat sie sich ein Auge ausgerissen. Das sind die Fakten. Ihr Ehemann, der Rechtmediziner Emil Koswig, diagnostiziert bei der Autopsie eindeutig Selbstmord. So furios beginnt der Thriller „Das Lächeln des Bösen“ von Petra Busch. Ein Jahr später stirbt die Ärztin Frauke Bach in ihrer Badewanne. Vor ihrem Tod hat sie sich ein Stück Haut aus dem Unterarm geschnitten. Auch diesmal ergibt sich anhand der Untersuchung eindeutig die Todesursache Selbstmord.  Doch Fraukes Schwester Nina Bach zweifelt dieses Ergebnis an. Sie selbst führt ein ungebundenes Leben und erfüllt leidenden Menschen ungewöhnliche Wünsche. Um weitere Informationen und Hintergründe zum angeblichen Selbstmord Fraukes einzuholen, wendet Nina sich an Emil Koswig. Dabei entwickelt sie Gefühle für ihn, die über Freundschaft hinausgehen und die er zu erwidern scheint. In Gegenwart von anderen Personen gibt er sich ihr gegenüber aber distanziert. Dann geschieht ein weiterer dubioser Selbstmord.

Schon nach wenigen Seiten begegnet der Leser dem stellenweise arroganten Emil Koswig. Sein Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen machte ihn mir von Beginn an unsympathisch. Die Autorin nimmt eine allwissende Perspektive ein und so erhält der Leser auch Motive für das Handeln des Rechtsmediziners. Doch an einigen Stellen war sein Tun, auch im Rückblick gesehen, mir unerklärlich. Die Erzählung lebt von Zufällen, Betrügern und ignoranten Personen. Obwohl mir Nina als liebenswert erschien, konnte ich ihre Reaktionen in Bezug auf Emil Koswig nicht nachvollziehen. Bis etwa zur Hälfte der Geschichte fand ich, dass sie sich selbst treu blieb. Die Schilderungen der Bekannten ihrer Schwester über Frauke stimmen nicht mit dem Bild überein das Nina in ihrer Erinnerung hat, weswegen sie findet, dass auch der Selbstmord nicht zu Frauke passt. Sie macht sich auf die Suche nach Erklärungen für diese Änderung, auf die die Autorin aber nur kurz eingeht. Stattdessen verharrt der Krimi immer wieder in Szenen zwischen Nina und Emil mit heftigen Gefühlsumschwüngen. Vor allem in der zweiten Buchhälfte war mir Ninas Verhalten öfters nicht nachvollziehbar.  

Den aufzulösenden Kriminalfall fand ich ungewöhnlich, die Kindheitsgeschichten der beiden Protagonisten Emil und Nina beeindruckend geschildert. Der Spannungsbogen nahm dadurch, dass die Beziehung zwischen Emil und Nina meiner Meinung nach zu sehr in den Vordergrund gestellt wurde, zwischenzeitlich etwas ab. Beim Lesen hatte ich schon einen vagen Verdacht in Bezug auf eine Person und den Zusammenhang mit den Taten, der sich zum Schluss auch bestätigte, aber der Fall wird erst zum Ende hin vollständig aufgeklärt. Spannungssteigernd wirken sich die Einschübe aus die in Kursivschrift gesetzt sind und in denen eine Person fokussiert wird, die ein Eigeninteresse an bestimmten körperlichen Teilen hat. 

Das Buch konnte mich nicht gänzlich überzeugen, weil mir die Begründungen für manches Handeln zu unwahrscheinlich erschienen. Nichtsdestotrotz war der Thriller unterhaltsam mit einigen nicht erwarteten Wendungen. 

Kommentare:

  1. Schade, dass es dich nicht überzeugt hat, obwohl es doch ganz vielversprechend klingt. Tja, manchmal sind die Klappentexte spannender als der Inhalt. ;-)
    LG Litis
    (http://litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de)

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  2. Naja, es war der erste Thriller der Autorin, die bisher Krimis geschreiben hat. Für einen davon bekam sie den Glauser-Preis verliehen. Aber gut, dass die Lesegeschmäcker so unterschiedlich sind, so findet jedes Buch seine Leserschaft.

    LG Ingrid

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